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ENGELBERG: Wintersport braucht neue Impulse

Die Entwicklung des Wintersports hängt nicht nur vom Schnee und unternehmerischen Entscheiden ab. Weichen stellen auch die Gesellschaft und das Stimmvolk, so das Fazit eines Podiums.
Robert Hess
Die Gesprächsteilnehmer (v.l.): Mike Bacher, Präsident CVP Engelberg, Regierungsrat Christoph Amstad, Talammann Alex Höchli, Kantonsrat Dominik Rohrer, Tourismusdirektor Frédéric Füssenich und Norbert Patt, CEO Titlis Bergbahnen AG. (Bild: Robert Hess (Engelberg, 5. Februar 2018))

Die Gesprächsteilnehmer (v.l.): Mike Bacher, Präsident CVP Engelberg, Regierungsrat Christoph Amstad, Talammann Alex Höchli, Kantonsrat Dominik Rohrer, Tourismusdirektor Frédéric Füssenich und Norbert Patt, CEO Titlis Bergbahnen AG. (Bild: Robert Hess (Engelberg, 5. Februar 2018))

Robert Hess

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Zur öffentlichen Podiumsdiskussion über die Zukunft des Wintersports in Engelberg konnte CVP-Ortsparteipräsident Mike Bacher am Montagabend rund 100 Personen im «Engelsaal» des St. Josefshauses begrüssen. Dem Podium ging sein Einführungsreferat voraus (siehe Kasten).

«Bereits 1906 erwog man, für eine geplante Zahnradbahn von Engelberg nach Meiringen eine Linienführung über Melchsee-Frutt und Hasliberg zu wählen und diese für den Wintersport nutzbar zu machen», berichtete Mike Bacher. 2003 lebte die Idee mit dem «Schneeparadies», einer Verbindung mit Bahnen und Pisten zwischen der Frutt, Hasliberg und dem Titlis-Gebiet wieder auf. Vor allem Umweltschutzorganisationen stellten sich jedoch dagegen, es wurde stiller um das Projekt. Doch 2015 nahm der Obwaldner Regierungsrat die Skigebietsverbindung zwischen den drei Stationen in die Planung seiner Neuen Regionalpolitik 2016 bis 2019 wieder auf.

«Weshalb?», so die Frage von Moderator Dominik Rohrer. «Die Absicht steckt dahinter», antwortete Regierungsrat Christoph Amstad, «dass die Gäste in den Wintersportorten länger verweilen sollten und sich so mehr Logiernächte generieren lassen.»

Ersteintritte in Skigebiete sinken

Für die Entwicklung des Wintersports seien solche Zusammenschlüsse wahrscheinlich unumgänglich, meinte Norbert Patt, CEO der Titlis-Bergbahnen. Er gab zu bedenken, dass in den vergangenen zehn Jahren in der Schweiz die Ersteintritte (Skilifte, Bahnen) von 29 Millionen auf 21 Millionen gesunken seien. Das müsse zu denken geben. Bei der Wahl eines Skigebietes orientierten sich die Gäste laut Umfragen vor allem an der Grösse eines Skigebietes, gefolgt von der Schneesicherheit und der Schneequalität.

Zum Projekt «Schneeparadies» meinte Patt, dass dieses technisch kein Problem sei und auch die Wirtschaftlichkeit gewährleistet wäre. «Die grosse Frage ist aber», so fuhr er fort, «wie sich die Gesellschaft, der Stimmbürger, dazu stellt.» Ob man beispielsweise den Mehrverkehr in Kauf nimmt, denn «die Anreise mit dem Auto bis zur Bergbahnstation ist für die Gäste wichtiger geworden als noch vor zehn Jahren.» Die positive oder negative Haltung der Gesellschaft gelte übrigens auch für die Winterolympiade 2026. «Ich bin skeptisch, ob der Stimmbürger Ja dazu sagen wird», sagte der CEO der Titlis-Bergbahnen.

Weiter stellte sich die Frage, ob Engelberg mit der einzigen Schweizer Gross-Schanze allfällig auch bei Olympia 2026 dabei wäre. «Käme die Kandidatur zu Stande, wären wir mit unserer Titlis-Schanze grundsätzlich bereit und würden die entsprechenden Investitionen leisten», sagte Talammann Alex Höchli. «Doch derzeit ist Engelberg nur im Plan B der Organisatoren eingeteilt.» Im Vordergrund stehe eine provisorische Schanze in Kandersteg.

«Viel Geld für ein Provisorium»

Für Tourismusdirektor Frédéric Füssenich «ist es unverständlich, dass mit viel Geld ein Provisorium erstellt werden soll, wenn nicht weit davon entfernt eine moderne Anlage vorhanden ist.» Er würde eine Kandidatur begrüssen, «damit die Schweiz zeigen könne, dass eine solche Veranstaltung nachhaltig und ohne Gigantismus durchgeführt werden kann».

Gegen ein einziges grosses Zentrum

CVP-Ortsparteipräsident Mike Bacher sprach in seinem Referat auch die im Jahr 2012 vom Bund lancierte Idee eines Nationalen Schneesportzentrums an. In der folgenden Beurteilung sei Engelberg hinter Andermatt und Lenzerheide «wegen mangelnder Schneesicherheit im Tal» in die zweite Kategorie versetzt worden. Inzwischen gab es eine Neubeurteilung und das Projekt ist bis 2023 sistiert. Die Gesprächsrunde am Montagabend war der Meinung, dass mehrere kleinere Zentren statt ein grosses die Lösung wäre.

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