ENGELBERG: Zivilschutz-Luftschiff platzt – ½ Million futsch

Eine Kägiswiler Firma vermarktet ihre Luftschiffe als revolutionäre Hilfskraft für Zivilschutz und Polizei. Vorerst aber ist die Vision buchstäblich geplatzt.

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Zivilschützer helfen beim Vorbereiten des Zepellins für den Testflug. (Bild Corinne Glanzmann/Neue OZ)

Zivilschützer helfen beim Vorbereiten des Zepellins für den Testflug. (Bild Corinne Glanzmann/Neue OZ)

Gespannt sind alle: Schulkinder auf der Herbstwanderung, Mountainbiker und vor allem die Männer der Zivilschutzorganisationen (ZSO) Obwalden und Zug, die in der Schlucht der Engelbergeraa am Arbeiten sind. Straff gespannt ist auch das Luftschiff, auf das sich dort alle Augen richten. An seinem Rumpf montieren die Ingenieure der Firma StratXX noch einige Kabel und Kameras. Gleich soll das rund 11 Meter lange und mit Helium gefüllte Gefährt in die Höhe steigen und Videoaufnahmen des Einsatzgebiets direkt in die ZSO-Zentrale nach Sachseln schicken. Doch dort wartet man vergebens auf die Bilder aus Engelberg. Denn nachdem das Luftschiff gut 50 Meter in die Höhe gestiegen ist, platzt es mit einem lauten Knall und eine halbe Million Franken sind futsch.

Helium war zu kalt
Etwas überrascht nimmt man zur Kenntnis, dass dies Kamal Alavi, Chef der Firma StratXX, kaum Kummer bereitet. «Das ist absolut kein Problem für uns. Wir bauen ein neues Luftschiff in Kägiswil und testen dann weiter.» Das Luftschiff sei nicht aufgrund eines Produktionsfehlers geplatzt. «Das Helium war zu kalt, als man es in das Luftschiff leitete», erklärt er. Durch die Sonneneinstrahlung und Steigung habe sich das Gas rasch erwärmt, ausgedehnt und das silberne Luftschiff zum Platzen gebracht. «Nun sind wir um eine Erfahrung reicher.» Und nochmals: «Absolut kein Problem.»

Um eine Erfahrung reicher ist auch Ewald Degelo, Leiter der ZSO Obwalden. Indes macht ihm das geplatzte Luftschiff mehr zu schaffen. «Ein bisschen leidet man da schon mit», sagt er eine Stunde nach dem Fehlversuch, während Kamal Alavi sein kaputtes Luftschiff wohl schon fast vergessen hat. Gerne hätte Ewald Degelo am Besuchstag der Pionier-RS den Behörden und Gästen in Sachseln direkt vor Augen geführt, welch innovativen Instrumente der Zivilschutz künftig einsetzen möchte. «System und Technik dieser Luftschiffe sind bestechend», schwärmt Degelo. Bei einem kurzen Testflug in Kägiswil habe er tags zuvor mit eigenen Augen gesehen, wie das Luftschiff gestochen scharfe Bilder aus der Luft liefert «schier unglaublich» sei das.

Adrian Venetz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Obwaldner Zeitung.