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ENGELBERG: Zürcher Kantonsrat dankt mit Bänkli für 50 Jahre

Seit 1967 kommt Rolf Walther nach Engelberg. Zur Feier spendet der Zürcher eine Sitzbank auf dem Ristis. Er geniesst hier den Blick auf Engelberg – und sieht dort Verbesserungspotenzial.
Franziska Herger
Auf der Sonnenseite von Engelberg: die neue Sitzbank auf dem Weg vom Ristis nach Rigidalalp. (Bild: PD)

Auf der Sonnenseite von Engelberg: die neue Sitzbank auf dem Weg vom Ristis nach Rigidalalp. (Bild: PD)

Franziska Herger

franziska.herger@obwaldnerzeitung.ch

«Erholsamen Weitblick» – das wünscht Familie Walther aus Zürich den Einwohnern und Besuchern von Engelberg auf einer neuen Sitzbank, die seit gestern am Weg vom Ristis nach Rigidal­alp zum Verweilen einlädt. «Der Ausblick ist einfach etwas ganz anderes als in der Stadt», sagt Rolf Walther. Der ehemalige Zürcher Kantonsrat und Gemeinderatspräsident der Stadt Zürich kommt seit 50 Jahren nach Engelberg. «Als ich 16 Jahre alt war, mietete mein Vater zum ersten Mal eine Wohnung hier, eigentlich aus Zufall», so Walther. Der Familie gefiel es so gut, dass sie die Wohnung für die nächsten 30 Jahre mietete. 1997 kaufte Rolf Walther, inzwischen mit eigener Familie, dann eine eigene Ferienwohnung an der Rainstrasse. «Mit unverbaubarem Rundblick», schwärmt Walther.

Spenden kommen oft von auswärtigen Gästen

Nach den gleichen Kriterien hat der 66-Jährige auch den Standort für die Bank gewählt, «einfach auf höherem Niveau», lacht er. Mit dem Geschenk an den Verein Brunni-Freunde will der Zürcher seine Dankbarkeit zeigen: «Dass wir diesen Ort seit einem halben Jahrhundert geniessen können, ist nicht selbstverständlich.» Bänke seien immer beliebt, findet Walther. «Es hat eigentlich viel zu wenige.»

Am Sonntag soll das Geschenk, hergestellt vom Engelberger Forst aus einheimischem Tannenholz, feierlich eingeweiht werden – aber in kleinem Rahmen, so Walther. «Wir stossen mit der Familie an und wünschen dem Bänkli alles Gute.» Mit dabei sein werden auch Vertreter der Brunni-Bahnen. Die Bahn hat die Bank aufs Ristis transportiert und wird auch für die Platzierung und den Unterhalt sorgen. Solche Spenden kämen immer wieder vor, sagt Thomas Küng, Geschäftsführer der Brunni-Bahnen Engelberg AG. «Meist kommen sie von Leuten, die nicht aus Engelberg sind, hier aber starke Wurzeln haben.»

Auch Rolf Walther fühlt sich inzwischen beinahe als Einheimischer. Bis zu 15-mal im Jahr kommen er und seine Frau oder seine drei Söhne mit Familie nach Engelberg. «Es ist für mich der perfekte Rückzugsort», sagt Walther. «Ich kann mich hier mit Wandern und Lesen bestens erholen.»

Einsatz in Zürich und in der zweiten Heimat

Doch der Betriebswirt hat in Engelberg nicht nur entspannt. Er wirkte von 2006 bis 2011 im Vorstand der Sportmittelschule Engelberg mit und war bis 2013 zehn Jahre lang Präsident der Interessengemeinschaft Engelberg, welche die Anliegen der Zweitwohnungseigentümer vertritt. «Ich habe mich ja auch in Zürich engagiert, warum also nicht auch in meiner zweiten Heimat?», so Walther. Engelberg habe sich stark verändert in den letzten Jahren, sagt er. «Vom beschaulichen Ort wuchs es zur richtigen Tourismusdestination.»

Das habe nicht nur Vorteile: «Im Gegensatz zu früher, als die Besucher drei, vier Wochen in einem Hotel verbrachten, ist heute vieles auf Tagestourismus ausgerichtet», erklärt der Zürcher. «Entsprechend hoch sind die Verkehrsimmissionen.» Ein Teil davon werde natürlich auch durch die Zweitwohnungseigentümer verursacht, gibt Walther zu. «Wir sind aber viel länger vor Ort und kommen immer wieder, und das ohne Werbung. Wir sind die treusten Gäste der Destination.»

Auch Rolf Walther will Engelberg treu bleiben. «Mir ist wohl hier, die vertraute Umgebung tut gut.» Bei aller Liebe sieht er aber auch Verbesserungspotenzial: «Es braucht eine Bauordnung, die den Ort gestalterisch verbessert. Man sollte sich so weit zurückhalten, dass die Natur weiter das beherrschende Element in Engelberg bleibt.» Der Wunsch nach Weitblick ist damit nicht nur geografisch gemeint.

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