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Engelberger Schanzen-Förderer ist tot

Theddy Amstutz prägte den Skisport in Engelberg und liess sich auch von Rückschlägen nicht bremsen.
Beat Christen
Theddy Amstutz bei der Skisprungschanze in Engelberg. (Bild: Corinne Glanzmann, 15. Dezember 2010)

Theddy Amstutz bei der Skisprungschanze in Engelberg. (Bild: Corinne Glanzmann, 15. Dezember 2010)

Am Donnerstag hat am späten Abend ein grosses Sportlerherz aufgehört zu schlagen. Im Alter von 87 Jahren haben die Kräfte den Engelberger Theddy Amstutz im Kantonsspital Luzern endgültig verlassen. Der ehemalige Spitzenskirennfahrer und spätere langjährige Leiter der Skischule hat den Skisport in Engelberg und über die Zentralschweiz hinaus geprägt. Ohne Theddy Amstutz würde es die Schneesportwoche der Gemeindeschule nicht geben. «Alle Engelberger Kinder sollen Skifahren können», lautete seine Devise.

Kindern ohne eigene Ski organisierte er die Bretter, damit auch sie die Faszination des Skisports erleben konnten. Er war ein Mann mit Ecken und Kanten. Die sich einmal in den Kopf gesetzten Ziele verfolgte er hartnäckig. Rückschläge wie das Sesselbahnprojekt von Engelberg zum Laub mit Ausstiegsmöglichkeit auf der Gerschnialp konnten Theddy Amstutz nicht bremsen.

Projekte wie der Bau der grössten Skisprunganlage der Schweiz wären ohne seine Sturheit nicht realisiert worden. Dass ausgerechnet er als ehemaliger alpiner Skirennfahrer den nordischen Skisprungsport in Engelberg wie kein Zweiter förderte, ist nur auf den ersten Blick ein Widerspruch. Als Unterwasser aus der damals prestigeträchtigen Internationalen Springerwoche des Skiverbandes aussteigen wollte, witterte Theddy Amstutz die Chance, Engelberg wieder mit einem Wettkampf auf die internationale Sportbühne zu bringen.

Für ihn waren diese Wettkämpfe dank den Fernsehübertragungen immer eine unbezahlbare Werbung für die Wintersportdestination Engelberg. Dabei war überhaupt kein Geld da für den Bau der grössten Skisprungschanze der Schweiz.

In der ganzen Schweiz auf Betteltour für die Schanze

Also ging Theddy Amstutz auf eine landesweite Betteltour. Auch später musste er immer wieder bei den Chefs von Grosskonzernen und Banken anklopfen, um seiner «Titlis-Schanze» die Überlebenschancen zu sichern. Wurde er nach der Energiequelle seines Engagements für die «Titlis-Schanze» gefragt, war die Antwort immer dieselbe: «Skispringen ist eine faszinierende Sportart».

Mit Theddy Amstutz ist eine Person von dieser Welt abgetreten, ohne die es die Weltcup-Skispringen heute nicht gäbe und ohne die Engelberg nicht Winter für Winter im internationalen Scheinwerferlicht des Sports stünde. Dass er nie ein Blatt vor den Mund nahm und gerade heraus sagte, was er dachte und damit auch aneckte, nahm er in Kauf. Aber vielleicht war es gerade dieser Charakterzug, der ihm oft vermeintlich verschlossene Türen geöffnet hat. Bei ihm wusste man auf jeden Fall immer, woran man war.

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