Engelberger stimmen erneut über Schwimmbadstandort ab

Am bestehenden Standort Sonnenberg sanieren oder in den Sportingpark zügeln? Die Engelberger können sich nach acht Jahren wieder an der Urne über die Zukunft ihres Schwimmbades äussern.

Matthias Piazza
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Sommerbetrieb im Aussenbecken des Engelberger Schwimmbades.

Sommerbetrieb im Aussenbecken des Engelberger Schwimmbades.

Bild: PD (27. Juli 2018)

«Das Freibad Sonnenberg ist zweifellos eine wunderschöne, aber eben auch eine teure Anlage», sagt Talammann Alex Höchli im Hinblick auf die kommende Abstimmung vom 27. September. Dann befinden die Engelberger über den künftigen Standort ihrer Badi – schon zum zweiten Mal nach acht Jahren. Wie auch schon 2012 empfiehlt der Gemeinderat, das Schwimmbad Sonnenberg zu schliessen und beim Sportingpark ein neues zu bauen. «Das Schwimmbad wertet den Sportingpark als sehr wichtigen Betrieb für Engelberg auf und lässt sich auch wirtschaftlicher betreiben. Alles ist dann unter einem Dach», begründet Alex Höchli.

Gemäss einer Wirtschaftlichkeitsstudie vom März des vergangenen Jahres, die der Gemeinderat in Auftrag gegeben hat, könnte mit jährlich bis zu 60'000 Eintritten am neuen Standort gerechnet werden, was Einnahmen von jährlich 915'000 Franken generieren würde. Das wären rund 300'000 Franken mehr als am Sonnenberg mit 43'000 Eintritten pro Jahr. Dagegen wären die Betriebskosten am alten Standort mit 1,25 Millionen Franken pro Jahr rund ein Viertel höher. Wegen des schlechten baulichen Zustands würden die Unterhaltsinvestitionen auch jährlich steigen – von gut 26'000 Franken 2015 auf 166'000 Franken im vergangenen Jahr. «Am Schwimmbad Sonnenberg muss die Gemeinde jeden Eintritt mit 45 Franken subventionieren, am Sportingpark wären es nur noch 27 Franken. Das Defizit für das Schwimmbad zu verringern, ist auch im Interesse der kommenden Generationen», ist für Alex Höchli darum klar. Zudem würde keine Badisaison ausfallen, wenn das Bad beim Sportingpark neu gebaut würde. «Würden wir am Standort Sonnenberg festhalten, müsste die Badi wohl für aufwendige Sanierungsarbeiten ein bis zwei Jahre geschlossen werden», gibt er weiter zu bedenken.

Die Differenz betrug nur 23 Stimmen

2012 haben sich die Engelberger an der Urne schon einmal für den Standort Sportingpark ausgesprochen – allerdings äusserst knapp, mit einem Ja-Anteil von 50,85 Prozent. Die Differenz betrug nur 23 Stimmen. Nach der Standortabstimmung wurde 2014 ein Vorprojekt vorgestellt, das die Gemeinde aber auf Grund starker Kritik nicht weiterverfolgte. Zuletzt befasste sich die Stimmbevölkerung im September 2018 mit dem Sportingpark und lehnte den Kredit für einen Projektwettbewerb ab, in dem auch das Schwimmbad enthalten war. Im selben Jahr reichte das Komitee Pro-Sonnenberg zudem eine Petition mit 500 Unterschriften ein und verlangte, das Schwimmbad Sonnenberg zu belassen. Eine Einzelinitiative zielte in dieselbe Richtung.

Gemeinde erhofft sich Klarheit von der Abstimmung

Sprechen sich die Engelberger am 27. September für den neuen Standort aus, würde die Gemeinde die Planungen an die Hand nehmen. Der genaue Zeitplan steht gemäss Alex Höchli noch nicht. Das gemeindeeigene Areal Sonnenberg würde die Gemeinde für ein anderes Freizeitangebot nutzen. «Wir sind überzeugt, dass die erneute Abstimmung nun definitiv Klarheit über die Standortfrage bringt, zumal die Engelberger dank der Wirtschaftlichkeitsstudie eine fundierte Entscheidungsgrundlage haben.»

«Wir vom Komitee und mit uns ganz viele weitere Engelberger hängen an diesem windgeschützten, lauschigen Plätzchen mit diesem wunderbaren Panorama. Das zeigten auch die hohen Besucherzahlen an den vergangenen schönen Sommertagen. Damit könnte der Standort Sportingpark nicht mithalten», sagt Hansjörg Bucher vom Komitee Pro-Sonnenberg. «Dieser Mehrwert wiegt unserer Meinung nach die wirtschaftlichen Vorteile vom Standort Sportingpark mehr als auf.» Allerdings bezweifle er, dass der neue Standort so viel wirtschaftlicher wäre als der alte, wie in der Studie errechnet. Eine Sanierung des bestehenden Schwimmbades sei darum der beste und realisierbarste Weg.

Bei der zweiten Vorlage geht es um das Projekt «Titlis 3020». Die Titlisbahnen wollen die Bergstation erneuern, den Richtstrahlturm mit einem Restaurant touristisch aktivieren und den Verbindungsstollen zwischen Station und Turm aufwerten sowie eine Notpendelbahn mit eigener Bergstation errichten. Die Engelberger befinden an der Urne über die notwendige Änderung des Zonenplanes und des Baureglementes.

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