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Was tun bei Schneechaos? Engelbergertal ist für den Notfall gerüstet

Wenn die Strasse im Engelbergertal unterbrochen ist, sind die Blaulichtorganisationen gefordert. Was macht man mit gestrandeten Carpassagieren? Wohin mit dem Verkehr? Die neue Notfallplanung weiss es.
Matthias Piazza
Bei solchen Szenen will man besser reagieren können: Im Dezember 2014 stauten sich in Wolfenschiessen Reisecars wegen des Wintereinbruchs (Bild: Urs Flüeler / Keystone)

Bei solchen Szenen will man besser reagieren können: Im Dezember 2014 stauten sich in Wolfenschiessen Reisecars wegen des Wintereinbruchs (Bild: Urs Flüeler / Keystone)

Drei israelische Touristen kamen ums Leben, fünf wurden schwer verletzt, als am 11. August 2014 um etwa 8.40 Uhr ein Kleinbus bei einem damals noch ungesicherten Bahnübergang in Wolfenschiessen von einem Zug der Zentralbahn erfasst wurde. Bis um 14 Uhr blieben Kantonsstrasse und Bahnlinie unterbrochen. Engelberg war verkehrstechnisch abgeschnitten. Die Cars konnten nicht weiterfahren und mussten irgendwo parkiert werden, Unterkünfte mussten organisiert und Autos umgeleitet werden.

Polizei, Feuerwehr und weitere Rettungskräfte waren bei diesem gemeinde- und kantonsübergreifenden tragischen Ereignis nicht nur in menschlicher, sondern auch in koordinativer Hinsicht gefordert. Auch in jüngerer Vergangenheit war die Strasse immer wieder gesperrt, etwa wegen Unwettern oder wegen eines Carunfalls im vergangenen Jahr. Nach dem Hochwassser 2005 waren Strasse und Schiene während Tagen gesperrt.

Freie Fahrt für Rettungsfahrzeuge

War bis anhin Improvisationstalent gefragt, steht den Behörden und Blaulichtorganisationen seit diesem Herbst eine Notfallplanung mit Checklisten, Ablaufdiagrammen und Plänen für die Strassensperrung zur Verfügung. Sie wurde kürzlich von den Gemeinderäten von Wolfenschiessen und Engelberg abgesegnet und soll helfen, ein Verkehrschaos zu verhindern, die Zugangsachsen für Rettungskräfte freizuhalten und sicherzustellen, dass die gestrandeten Touristen und Pendler betreut werden. Dafür sind öffentliche Parkplätze der Gemeinden Wolfenschiessen und Engelberg vorgesehen sowie jene bei der Niederrickenbach-Bahn, bei der Kaserne in Oberdorf, beim Werkhof des Kantons Nidwalden und bei der Kantonspolizei in Stans. Dauert das Ereignis länger als vier Stunden, sieht das Konzept beispielsweise auch einen Warteraum für den Schwerverkehr und einen Shuttlebetrieb durch den Zivilschutz vor. Auch wird dann die Organisation von mobilen WC-Anlagen zum Thema. Rund 4800 Fahrzeuge, davon 10 Prozent Cars und Lastwagen, passieren im Schnitt täglich das Nadelöhr bei Grafenort, dazu stündlich ein Interregiozug je Richtung.

«Die Sperrungen der Verkehrsachse konnten wir in der Vergangenheit gut bewältigen, aber jetzt hat man die Abläufe klar geregelt, insbesondere den wichtigen Informationsfluss unter den Blaulichtorganisationen», sagt Reto Gabriel, der als Kommandant der Wolfenschiesser Feuerwehr beim Entwickeln dieser Notfallplanung dabei war.

«Wir können schneller eingreifen»

«Wenn der Verkehr wegen eines Unfalls zum Erliegen kommt, ohne dass wir vorbereitet sind, haben wir ein Riesenproblem. Carpassagiere und Autofahrer steigen womöglich irgendwo aus, die Rettungskräfte kommen nicht oder nur erschwert an den Unfallort», begründet der Wolfenschiesser Gemeinderat Remigi Zumbühl die Notwendigkeit des Notfallplans. Er hatte den Vorsitz der fünfköpfigen Kommission, bestehend aus dem Wolfenschiesser Gemeindeführungsstabs-Chef, dem Chef des Engelberger Polizeipostens und den Feuerwehrkommandanten beider betroffener Gemeinden.

Auch er spricht von einem gelungenen Werkzeug für solche Ereignisse, die ein- bis zweimal jährlich vorkämen. «So können wir schneller eingreifen und das Stauproblem in den Griff bekommen», so Zumbühl.

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