Engelbergs Kursaal geht mit AG in die Zukunft

Der Engelberger Gemeinderat hat über die Weiterführung und die Neuausrichtung entschieden.

Martin Uebelhart
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Der Kursaal war auch zu Gast an der Iheimisch: Thomas Dittrich, Direktor Palace Engelberg Titlis (links) und Susanne Calligaris, Geschäftsführerin Kursaal Engelberg AG, am Stand.

Der Kursaal war auch zu Gast an der Iheimisch: Thomas Dittrich, Direktor Palace Engelberg Titlis (links) und Susanne Calligaris, Geschäftsführerin Kursaal Engelberg AG, am Stand. 

Bild: Matthias Piazza  (31. Mai 2019)

Im Oktober des kommenden Jahres wird der Kursaal Engelberg wiedereröffnet. Dann werde der Saal die lokale Volkswirtschaft dank diverser Anlässe wieder stärken und er ermögliche lokale Veranstaltungen in einem hochwertigen Rahmen, schreibt die Einwohnergemeinde Engelberg in ihrem jüngsten Gemeinde-Info-Bulletin.

Zunächst war auch die Frage zu klären, in welcher Form der Kursaal weiterbetrieben werden soll. Nun steht fest, dass die Kursaal Engelberg AG, an der zu zwei Drittel die Gemeinde und zu einem Drittel der Tourismusverein beteiligt sind, weiterhin für den Betrieb verantwortlich sein soll.

In einer Vernehmlassung hatte der Gemeinderat im Sommer drei Varianten für den Kursaal ins Spiel gebracht. Neben der nun gewählten Lösung standen auch die Führung des Betriebs durch die Gemeinde und die Verpachtung des Saals an die Betreiber des neuen Hotels Palace Engelberg Titlis zur Diskussion.

Die Vernehmlassung habe keine deutliche Mehrheit für einen Vorschlag erbracht, sagt Bendicht Oggier, Geschäftsführer der Gemeinde Engelberg, auf Anfrage. «Wenn sie ein Resultat gezeigt hat, dann jenes, dass ganz sicher nicht die Gemeinde den Saal betreiben soll», hält er fest. Begründet worden sei dies unter anderem damit, dass sich die Gemeinde nicht unnötig belasten solle und dies keine Kernaufgabe der Gemeinde sei.

Ausgeglichenes Ergebnis nach einer Aufbauphase

Grundsätzlich entspreche die Kursaal Engelberg AG auch einem Volksauftrag aus dem Jahr 2008, sagt Oggier. Sie war seinerzeit gegründet worden, als es um den Kredit für Sanierung des Saals ging. «Jetzt kann die AG im langfristigen Rahmen und mit klaren Bedingungen arbeiten», so Oggier.

Die Kursaal Engelberg AG habe dem Gemeinderat eine Planerfolgsrechnung vorgelegt, schreibt der Gemeinderat weiter. Gemäss dieser soll die Gesellschaft nach einer fünfjährigen Aufbauphase ein ausgeglichenes Betriebsergebnis ausweisen. Aus Sicht des Gemeinderates seien die Berechnungen seriös erfolgt und es sei nicht davon auszugehen, dass weitere finanzielle Unterstützungen seitens der Einwohnergemeinde notwendig seien. Sollte sich dieses Szenario nicht bewahrheiten, werde der Gemeinderat auf seinen Entscheid zurückkommen. Beim Kursaal handle es sich um ein hochwertiges Produkt, welches auch mit einem entsprechenden Gegenwert zu vermieten sei. «Zudem ist der Einwohnergemeinderat überzeugt, dass mit einer professionellen Zusammenarbeit zwischen der Kursaal Engelberg AG und der Betreibergesellschaft des neuen Hotels beide Seiten profitieren können», so die Mitteilung weiter.

Gemäss dem neuen Angebotskonzept mit hochwertiger Ausstattung, modernster technischer Infrastruktur und attraktivem neuem Raumprogramm würden die Preise für die Vermietung des Kursaals angehoben. Der Gemeinderat wolle sich an das Versprechen halten, dass die einheimischen Vereine den Kursaal zu den bisherigen Tarifen nutzen können. «Die einzelnen Anlässe der einheimischen Vereine im Kursaal müssen durch die Einwohnergemeinde subventioniert werden», sieht der Gemeinderat eine Lösung. Die Kursaal Engelberg AG stelle der Einwohnergemeinde die Differenz zwischen dem Vereinstarif und dem üblichen Marktpreis laufend in Rechnung.

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