ENGELBERG/WOLFENSCHIESSEN: Älplerfamilie von Aussenwelt abgeschnitten

Der tobende Arnibach mit seinem Schutt und Geröll riss die Schwändlibrücke weg. Das hatte vor allem für die Familie Businger folgenschwere Konsequenzen.

Matthias Piazza
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Roland Businger (links) und sein Bruder Marcel Businger begutachten die Stelle, wo der Arnibach am 1. August die Schwändlibrücke mitriss. (Bild: PD (Nidwaldner Zeitung))

Roland Businger (links) und sein Bruder Marcel Businger begutachten die Stelle, wo der Arnibach am 1. August die Schwändlibrücke mitriss. (Bild: PD (Nidwaldner Zeitung))

Matthias Piazza

matthias.piazza@obwaldnerzeitung.ch

Roland Businger lebt mit seiner Familie im Sommer auf der Alp Arni-Schwändli ob Engelberg. 30 Kühe liefern Milch, die er im Tal unten verkauft. Die heftigen Niederschläge am Abend des 1. August machten der sechsköpfigen Familie allerdings einen dicken Strich durch die Rechnung. Durch die starken Regenfälle schwoll der Arnibach innert Minuten zu einem reissenden Bach an, der Schutt und Geröll mitführte. Das war zu viel für die Brücke, die auch Wanderer und Biker benutzen: Sie wurde schlicht weggeschwemmt. Damit war die einzige Verbindung von der Alp nach Engelberg unterbrochen. «Wir sassen fest, denn auch zu Fuss war eine Bachüberquerung nicht möglich», erzählt Roland Businger.

Trotzdem spricht er von einem grossen Glück, dass niemandem etwas passiert sei. Er lobte die Arbeit des Gemeindeführungsstabs Engelberg. Brenzlig sei die Situation zwar nie geworden. «Weil wir den Sommer durch immer während zwei bis drei Tagen am Stück in der Alphütte wohnen, sind wir eingerichtet, haben genug Essensvorräte. Und wir buken Brot.» Doch eine so lange Zeit abgeschnitten zu sein, habe doch einige Unannehmlichkeiten mit sich gebracht. «Weil wir die Milch nicht mehr abliefern konnten, haben wir aus der Not einen Teil da- von zu Käse verarbeitet», sagt Roland Businger, der in Oberdorf wohnt.

Die vier Mädchen im Alter von drei bis zwölf Jahren hätten die Situation problemlos gemeistert. «Sie sind das Leben auf der Alp gewohnt, können sich gut beschäftigen. Trotzdem freuen sie sich, wenn der Weg ins Tal hinunter wieder frei ist.»

Seit gestern Abend können Personen und leichtere Fahrzeuge wieder auf die Alp Arni-Schwändli und ins Tal. Die Gemeinden Wolfenschiessen und Engelberg haben als Notmassnahme einen provisorischen Bachübergang gebaut. «Wann und wie eine neue Brücke gebaut wird, wird die Alpgenossenschaft Arni mit den Beteiligten abklären müssen», sagt der Wolfenschiesser Gemeindeschreiber Andreas Bünter.

Der Wanderweg bleibt gesperrt

Das Unwetter vom Nationalfeiertag hat auch für Wanderer Konsequenzen. Der Wanderweg entlang des Arnibachs von Engelberg auf die Wangihütte ist wegen der Unwetterschäden nicht mehr begehbar. Ebenso unterbrochen sind die Abschnitte nach Bräch und Staldirain. Bereits am Mittwoch habe der Gemeindeführungsstab Engelberg als Sofortmassnahme die Zugänge zu den beschädigten Wanderabschnitten abgesperrt. «Der Wanderweg bleibt bis mindestens Ende Jahr nicht mehr begehbar. Ob er danach wieder in Stand gestellt werden kann, ist noch offen», gibt Andreas Bünter zu bedenken. Der Arnibach habe am vergangenen Dienstag mehr Wasser geführt als während des Unwetters im August 2005. «Es waren gewal­tige Wasser- und Geröllmassen, welche die stabile Betonbrücke zerstörten.»