Die Ennetbürger Postauto-Schleife kommt zurück

Der Halbstundentakt nach Ennetbürgen kann nach Protesten wieder eingeführt werden – trotz Angebotsverbesserung in Emmetten. Möglich macht dies ein fahrplantechnischer Kniff. 

Matthias Piazza
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Ein Postauto bei der Haltestelle Post in Ennetbürgen.

Ein Postauto bei der Haltestelle Post in Ennetbürgen.

Bild: Nidwaldner Zeitung (7. März 2018)

Ennetbürgen hat seinen durchgehenden halbstündlichen Takt am Wochenende und an Feiertagen zurück. Voraussichtlich ab 2. Mai macht das Postauto, das ab Emmetten über Buochs nach Stans fährt, wieder die Schleife über Ennetbürgen, so wie vor dem Fahrplanwechsel vom 15. Dezember des vergangenen Jahres. Seit Dezember fährt nämlich am Nachmittag der besagten Tage jedes zweite Postauto von Emmetten direkt via Buochs nach Stans, ohne die Ennetbürger Schleife. Diese Verschlechterung stiess die Ennetbürger vor den Kopf (wir berichteten). Der Gemeinderat intervenierte beim Kanton und beklagte sich, dass die Verbindung gestrichen worden sei, ohne den Gemeinderat zu informieren. Auch Leser meldeten sich gegenüber unserer Zeitung, verärgert über diesen Angebotsabbau.  

Der Ennetbürger Gemeinderat setzte sich deswegen kürzlich mit den Verantwortlichen des Amts für Mobilität Nidwalden und von Postauto an einen runden Tisch. «Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis. Wir haben unseren Halbstundentakt an Wochenenden und Feiertagen wieder zurück. Das entspricht einem Bedürfnis unserer Bevölkerung», sagt auf Anfrage der Ennetbürger Gemeinderat Peter von Flüe, der für den öffentlichen Verkehr zuständig ist. 

Hanspeter Schüpfer, Fachstellenleiter öffentlicher Verkehr beim Amt für Mobilität Nidwalden, spricht von einer berechtigten Forderung der Ennetbürger, auf die man nun eingegangen sei. «Wir haben das Bedürfnis dieses Halbstundentakts für Ennetbürgen unterschätzt», gesteht er ein. 

Emmetten kann verbessertes Angebot behalten

Die Verschlechterung war die Konsequenz einer Verbesserung. Bisher fuhr an den Wochenenden und Feiertagen das Postauto ab Stans stündlich via Ennetbürgen, Buochs, Beckenried, Emmetten nach Seelisberg und zurück. Der zweite Kurs der Stunde fuhr nur bis Beckenried. Seit vergangenem Dezember fährt dieser nachmittags an den Wochenenden und Feiertagen weiter bis nach Emmetten, womit Emmetten einen Halbstundentakt nach Stans erhielt. Doch genau dieser Kurs fuhr aus fahrplantechnischen Gründen direkt über Beckenried und Buochs und liess Ennetbürgen links liegen. 

Doch Emmetten muss nun auf das Angebot nicht verzichten– dank eines fahrplantechnischen Kniffs. «Wir verzichten an der Endstation Emmetten auf den vierminütigen Aufenthalt. So erwischen die Postauto-Fahrgäste in der Regel in Stans den Interregio nach Luzern, trotz Umweg über Ennetbürgen», erklärt Hanspeter Schüpfer. Da es keine zusätzlichen Fahrzeuge braucht, verursacht diese Angebotsverbesserung auch keine Mehrkosten. Der Nidwaldner Landrat hat für 2020 einen Rahmenkredit von 12,75 Millionen Franken für den öffentlichen Verkehr gesprochen, das sind fast 2 Millionen weniger als im Jahr zuvor. Dass damit trotzdem Angebotsverbesserungen wie etwa die Verlängerung einzelner Kurse nach Emmetten möglich wurden, ist gemäss Hanspeter Schüpfer der Erhöhung der Bundesmittel und der gestiegenen ÖV-Nachfrage und damit einem besseren Kostendeckungsgrad geschuldet. Die Gemeinden müssen sich in Nidwalden finanziell nicht an Postauto-Angeboten beteiligen. 

Ob der besagte Ennetbürger Halbstundentakt wie geplant am 2. Mai wieder eingeführt wird, ist laut Hanspeter Schüpfer allerdings fraglich, da wegen des Coronavirus der gesamte ÖV-Fahrplan momentan reduziert sei. 

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