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ENNETMOOS/SARNEN: Schütze wächst über sich hinaus

89 von 90 möglichen Punkten – dies gelang am Rütlischiessen nur vier Personen. Seit vergangener Woche sind es fünf: Michi Burch zeigte allen den Meister.
Franz Odermatt
Michi Burch wird auf dem Rütli gefeiert. Bild: PD

Michi Burch wird auf dem Rütli gefeiert. Bild: PD

Mit dem 31-jährigen Sarner Michi Burch, seit 2009 Aktivschütze der SG Ennetmoos, gewann am 9. November ein besonders talentierter und erfolgreicher 300-m-Schütze das diesjährige 154. Rütlischiessen. Dank seinen sensationellen 89 von 90 möglichen Punkten erweiterte er den erlauchten Kreis von vier auf fünf Rütli-Rekordhalter, denn noch nie in den 154 Jahren hat ein Schütze das Maximum (15 x 5 plus Trefferzahl) erzielt.

Vor rund 20 Jahren besuchte Michi Burch im Winter einen Luftgewehrkurs bei der Sektion Sarneraatal und bekam sofort Spass am Sportschiessen. Bald darauf entdeckte er bei den Kleinkaliberschützen Schwendi das 50-m-Gewehrschiessen. Entscheidende Fortschritte machte der gelernte Polymechaniker, als ihn Fritz Wenger aus Giswil als Trainer unter die Fittiche nahm. Burch: «Fritz hat mir die entscheidenden technischen und mentalen Tipps vermittelt, denn Schiessen benötigt neben guter Technik auch mentale Stärke.» Wenger formte den talentierten Nachwuchsmann zum erfolgreichen Dreistellungsschützen. Leider brachte das bei der Gegnerschaft auch Neider auf den Plan, sodass Burch im Jahr 2009 von den Obwaldner Schützen nach Nidwalden wechselte. Sowohl für die SG Ennetmoos wie auch für die Luftgewehrschützen Nidwalden und für die Kleinkaliberschützen Büren-Oberdorf bedeutete sein Zuzug eine willkommene Verstärkung für Gruppen- und Mannschaftswettkämpfe. «Ich bin bei den Nidwaldner Schützen sehr gut aufgenommen worden. Die Vereine schätzen meine Zuverlässigkeit und freuen sich, wenn ich – auch für sie – gute Resultate abliefere», sagt der bescheidene Burch.

Steile Karriere plötzlich gestoppt

Nach einigen Jahren mit regionalen Erfolgen entdeckte auch der Schweizer Schiesssportverband (SSV) das Potenzial von Burch, und sie nahmen ihn in das 300-m-Nationalkader auf. Er bestätigte seine Nominationen mit mehreren Team-Podestplätzen an Regionalturnieren in der Schweiz und im Ausland.

Obwohl er regelmässig gute bis sehr gute Zwei- und Dreistellungsergebnisse ablieferte, waren seine Dienste beim SSV schon nach zwei Jahren nicht mehr gefragt. «Mangelnde Leistung – so lautete die SSV-Begründung, was nicht den Tatsachen entsprach. Ohne Vitamin B hatte ich keine Chance. Der Entscheid tat mir weh», blickt Michi Burch zurück. Immerhin hatte er von den internationalen Wettkämpfen stark profitiert, was er im Jahre 2011 als Vize-Schweizer-Meister mit glänzenden 584 Dreistellungspunkten mehr als nur unter Beweis stellte. Nach vier Nidwaldner Meistertiteln mit dem Stutzer, zwei Zentralschweizer Ständematch-Siegen und dem unvergesslichen Sieg am traditionellen Nous-Vaud-Match im Oktober 2012, wo er sensationelle 587 Dreistellungspunkte erzielte, fehlte vor dem diesjährigen Rütlischiessen «nur» noch die Bundesgabe. Sektions- und Meisterbecher hatte er bereits im Trophäenschrank.

Eigene Munition kann entscheiden

Nach weiteren Hobbys gefragt, gibt der Ennetmooser Schützenrat (Munitionsverwalter) Michi Burch ein kleines Geheimnis preis. Denn als einer der wenigen Schützen stellt er seine Grosskaliber-Munition für die Freie Waffe (Stutzer) selber her. «Das Abfüllen ist zwar eine mühsame Arbeit, aber als Tüftler macht es mir Spass, und meine Resultate bestätigen, dass ich es offensichtlich genau mache.» Auf dem Rütli allerdings schoss er, wie alle anderen, mit der dort abgegebenen Ordonnanzmunition. Dass er seine 89 Punkte mit dem Karabiner erzielte, ist erstaunlich, denn er schiesst mit dieser Armeewaffe nur die wenigen vorgeschriebenen Programme (Feldschiessen, Obligatorisch usw.). Sein Lieblingsgewehr ist denn auch der 300-m-Stutzer oder das 300-m-Standardgewehr.

Keine andere Nidwaldner Sektion konnte bisher so viele Rütli-Meister wie Ennetmoos feiern. Innerhalb von sechs Jahren holten sie vier Bundesgaben. Vor Michi Burch waren es 2010 Pius Wyss, 2012 Thade Scheuber und 2013 Sepp von Holzen. Übrigens: Von 1971 bis 2016 gewannen insgesamt 14 Nidwaldner die begehrte Bundesgabe.

Mit dem abendlichen Besuch des Rütlipräsidenten Rolf Amstad und des Rütli-Vorstandsmitglieds Alois Barmettler wurde also nicht nur dem diesjährigen Rütlisieger die Ehre erwiesen, denn die Ennetmooser Rütli-Erfolge sind aussergewöhnlich.

Franz Odermattredaktion@nidwaldnerzeitung.ch

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