Umfrage bescheinigt: Der Obwaldner Fernunterricht wurde mehrheitlich positiv aufgenommen

Laut einer Online-Umfrage der Jungen CVP gelang die rasche Umstellung auf den Fernunterricht grundsätzlich – Potenzial besteht jedoch bei der Verständlichkeit der Lernmaterialien.

Florian Pfister
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Ausser mangelhafter Hardware hat der Fernunterricht der vergangenen Monate in Obwalden gut funktioniert.

Ausser mangelhafter Hardware hat der Fernunterricht der vergangenen Monate in Obwalden gut funktioniert.

Alessandro Della Valle / KEYSTONE

Die Junge CVP Obwalden hat eine Umfrage durchgeführt, wie die Schüler zum Thema Fernunterricht stehen. Wie in Nidwalden (unsere Zeitung berichtete) zeigte sich die Mehrheit der Teilnehmenden zufriedenen mit dem Fernunterricht. Nur eine Person gab an, überhaupt nicht zufrieden zu sein. Mehr als die Hälfte der Befragten nannte jedoch die Unverständlichkeit der Lehrmaterialien als grösstes Problem des Fernunterrichts, schreibt die JCVP Obwalden in einer Medienmitteilung. Sie interpretiert die Ergebnisse in der Auswertung: «Dies könnte daran liegen, dass viele Unterlagen eher auf den herkömmlichen Unterricht ausgelegt waren und nicht richtig eingesetzt werden können.»

Bei der im Mai durchgeführten Online-Erhebung befragte die Jungpartei vor allem Schülerinnen und Schüler ab der sechsten Klasse, aber vereinzelt auch Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern. Die 30 Teilnehmenden beantworteten dabei fünf Fragen. Die Umfrage sei auf Grund der geringen Teilnehmerzahl nicht als repräsentativ zu betrachten, sagt Jonas Wolfisberg, Vorstandsmitglied JCVP Obwalden. «Ziel war es, die Befindlichkeiten der direkt betroffenen Schülerinnen und Schüler zu eruieren. Zudem sollten die Vor- und Nachteile des Fernunterrichts ermittelt werden», erklärt er.

Kein Bedürfnis zum Nachholen des Schulstoffs

Dass nicht viele Leute an der Umfrage teilgenommen haben, interpretiert die JCVP als Bestätigung dafür, dass die Schüler mit dem Fernunterricht zufrieden sind. «Offenbar bestand kein grösseres Bedürfnis von Seiten der Schülerinnen und Schüler, Kritik am Fernunterricht vorzubringen», sagt Jonas Wolfisberg.

Knapp die Hälfte gab an, keine Wissenslücken durch den Fernunterricht erhalten zu haben. Es sei laut der JCVP Obwalden aber schwierig einzuschätzen, wie gut die Schülerinnen und Schüler dies selbst bewerten können. Dennoch ist die grosse Mehrheit der Befragten davon überzeugt, keine allfälligen Wissenslücken nachholen zu müssen.

Zu Hause fehlt es an geeigneter Hardware

«Die JCVP Obwalden schlägt die Durchführung eines jährlichen Online-Schultags vor, damit geprüft werden kann, welche IT-Software zur Durchführung des Fernunterrichts am geeignetsten ist», sagt Jonas Wolfisberg. «Zudem soll damit die Verständlichkeit der Lernmaterialien verbessert werden, die in zukünftigen Situationen des Fernunterrichts im Selbststudium zu bearbeiten sind.» Für den Online-Schultag sollen auf kantonaler Ebene Rahmenbedingungen erarbeitet werden.

Als geeignetes Gefäss dafür erachtet die Jungpartei die schulinternen Lehrerweiterbildungen. «Die JCVP Obwalden vertraut auf die Kompetenz und Erfahrung der Lehrpersonen. Vereinzelt wurde auch zurückgemeldet, dass es zu Hause an geeigneter Hardware fehlt», sagt Jonas Wolfisberg. «Hier ist es aus Sicht der JCVP Obwalden angebracht, die zusätzliche Anschaffung von Laptops zu bedenken, welche den Schülerinnen und Schülern in künftigen Situationen des Fernunterrichts zur Verfügung gestellt werden können.»

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