Erich Ettlin war greifbarer

Markus von Rotz über die Ständeratswahl in Obwalden

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Erich Ettlin (rechts) bei der Feier in Kerns. (Bild Keystone / Alexandra Wey)

Erich Ettlin (rechts) bei der Feier in Kerns. (Bild Keystone / Alexandra Wey)

Auf den zweiten Wahlgang für den Ständerat hätte in Obwalden kaum jemand gewettet. Die einen meinten, Erich Ettlin (CVP) müsse es mit dem grossen Vorsprung aus dem ersten Wahlgang schaffen, andere sagten, André Windlin punkte dank Sukkurs von SVP und SP.

Nun schaffte es Ettlin mit 54 Prozent der Stimmen. Er nahm so der FDP nach 17 Jahren den von Hans Hess gehaltenen Sitz ab. Und das, obwohl Windlin anders als Ettlin nach dem 1. Wahlgang in allen sieben Gemeinden zugelegt und seinen Gegner sogar in Kerns, Giswil und Engelberg überflügelt hat.

Dass künftig beide Obwaldner Stimmen in Bern in der CVP-Fraktion zu hören wären, zählte als Argument offenbar zu wenig. Letztlich war für die Mehrheit der CVP-Kandidat wohl greifbarer: Man wusste, was man hat. Windlin aber stand für viele zu nahe bei der SVP, wurde zudem von der SP unterstützt und könnte als Biobauer auch ein Grünliberaler sein. Windlin hat 1977 Stimmen zugelegt gegenüber dem 18. Oktober, Ettlin nur 687. Zweifellos hat Windlin von der SVP-Unterstützung profitiert, aber die 6 Prozent tiefere Wahlbeteiligung lässt erahnen, dass deren Leute ohne eigenen Kandidaten diesmal nicht mehr so geschlossen an die Urne gingen wie im Oktober.