Erste Käseteilung mit dem neuen Pächter auf der Kernser Alp Bergmatt: 380'000 Liter Milch sind zu Sbrinz geworden

Käser Patrick Bernet hat seine erste Drei-Monats-Produktion von Sbrinz an die Milchverarbeiterin ausgeliefert.

Robert Hess
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Die erste Käseteilung in der Bergkäserei Bergmatt in der Stöckalp steht an.

Die erste Käseteilung in der Bergkäserei Bergmatt in der Stöckalp steht an.

Bild: Robert Hess (Kerns/Stöckalp, 1. Oktober 2020)

Grosser Tag für den 27-jährigen Käser Patrick Bernet und seine Freundin Ramona Brülisauer: Am Donnerstag konnte der neue Pächter der Bergkäserei Bergmatt rund 400 Laibe Sbrinz à 45 Kilogramm aus der Produktion vom Mai bis Juli vertragsgemäss an die Firma Emmi verkaufen. Der gelernte Käser und Landwirt ist in der Bergmatt Nachfolger von Werner von Rotz, der nach 30 Jahren in den Ruhestand getreten ist. Tatkräftig unterstützt wird der Luzerner Patrick Bernet von seiner Freundin Ramona Brülisauer aus St. Gallen, einer gelernten Bäckerin-Konditorin «mit Alperfahrung», wie sie verrät.

Eigentümerin der Bergkäserei Bergmatt in der Nähe der Gondelbahn-Talstation sowie vieler Alpen auf Melchsee-Frutt ist die Alpgenossenschaft Kerns a.d.st. Brücke. Insgesamt haben im vergangenen Alpsommer 14 Lieferanten rund 380‘000 Liter Milch in die Bergmatt gebracht.

Prüfung der Käse dauert zwei Stunden, die Reifung 22 Monate

Die Milchverarbeiterin Emmi kauft Käseprodukte selbstverständlich erst nach genauer Prüfung. Dafür verantwortlich war am Donnerstag Robert Emmenegger, Fachleiter Einkauf bei der Emmi. Jeden Laib klopft er mit einem kleinen Hammer ab, um sich mit geschultem Gehör zu vergewissern, dass der Sbrinz keine Löcher aufweist. Rund zwei Stunden dauerte am Donnerstag die Prüfung der ersten Produktion. Der zweite, vom August bis Oktober produzierte Sbrinz, bleibt noch bis zum Spätherbst im Bergmatt-Lager, bevor auch er von der Emmi übernommen wird.

Robert Emmenegger prüft, ob der Sbrinz von Käser Patrick Bernet Luftlöcher haben.

Robert Emmenegger prüft, ob der Sbrinz von Käser Patrick Bernet Luftlöcher haben.

Bild: Robert Hess (Kerns/Stöckalp, 1. Oktober 2020)

Gekauft hat die Emmi von Patrick Bernet rund 400 Laibe, die unverzüglich per Lastwagen ins Sbrinz-Reifungslager im Luzerner Stadtteil St. Karli überführt wurden. «Dort lagern sie nun mindestens noch 22 Monate lang», berichtet Robert Emmenegger, «nach elf Monaten wird eine weitere Qualitätskontrolle durchgeführt.»

«Selbstverständlich muss Bernet nicht so lange warten, bis er zur vereinbarten Verkaufssumme kommt», sagt Emmenegger. «Ende Monat hat er das Geld auf dem Konto.» Dies ist für Käser Bernet auch wichtig, denn er muss ja seine 14 Milchlieferanten vertragsgemäss auszahlen. «Mein schönster Lohn ist aber die gute Zusammenarbeit und die Zufriedenheit meiner Milchlieferanten», betont er.

Im Winter wird Bernet in einer Talkäserei arbeiten. Bei der Talstation Stöckalp kann ab 19. Dezember an einem Stand Alpkäse, Bratkäse und Fondue-Käse von der Bergmatt gekauft werden. Bernet hat neben dem Sbrinz rund 250 Laibe Alpkäse für den Direktverkauf produziert.