Erster «Chancentest» für neues Alpnacher Kindergartenprojekt

An der Informationsveranstaltung zum Ersatzbauprojekt in Alpnach herrschte gute Stimmung. Aber das Stimmvolk war nicht anwesend.

Robert Hess
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Auf dieser Wiese an der Vockigenstrasse soll der neue Kindergarten entstehen.

Auf dieser Wiese an der Vockigenstrasse soll der neue Kindergarten entstehen.

Bild: Robert Hess (Alpnach, 8. Januar 2020)

Der Schlussapplaus nach der Präsentation des überarbeiteten Alpnacher Kindergartenprojektes mit einem beantragten Baukredit von 4,87 Millionen Franken durch die Gemeinderätinnen Sybille Wallimann und Regula Gerig sowie Architekt Reto Durrer vom vergangenen Mittwochabend war spontan und wohl auch im Sinne einer Zustimmung zum Projekt gemeint.

Zu beachten ist aber, dass sich das Stimmvolk zu dieser öffentlichen Informationsveranstaltung vor der Urnenabstimmung vom 9. Februar «stillschweigend abgemeldet hatte». Der Grossteil der rund 50 anwesenden Frauen und Männer waren nämlich aktive oder ehemalige Behördenmitglieder und solche, die es werden wollen, sowie Lehrpersonen, Mitglieder von Kommissionen der Gemeinde und Vertreter der Parteien. Ist die Meinung bereits ohne nähere Informationen gemacht? «Das ist möglich», meinte eine der anwesenden Frauen im Gespräch mit unserer Zeitung, «und zwar eher zustimmend, denn inzwischen ist vielen klar geworden, dass eine erneute Ablehnung des überarbeiteten Projektes keine Einsparungen bringt, um das Ziel eines dringend notwendigen neuen Kindergartens zur erreichen.»

SVP sagt Ja zur Kompromisslösung

Mit ähnlicher Begründung hat bereits am Donnerstagvormittag die SVP Ortspartei Alpnach die Ja-Parole zum Projekt Kindergarten 2021 bekannt gegeben. Sie betrachtet das Projekt «nach reger Diskussion im Anschluss an die Informationsveranstaltung als Kompromisslösung». Insbesondere sei ihre Forderung nach einer Reduktion der Anzahl Räume nicht aufgenommen worden.

Bei einem Nein müsste «aber ein neues Projekt gestartet werden, da die Notwendigkeit für einen Ersatzbau unbestritten ist», so die SVP weiter. «Damit wären nicht nur die bisher getätigten Planungskosten in den Sand gesetzt, sondern wohl auch kostspielige Provisorien notwendig.» Gemeinderätin und Bauchefin Regula Gerig hielt an der Informationsveranstaltung klar fest, dass bei einer Ablehnung «sämtliche bisherigen Investitionen von rund 500'000 Franken abgeschrieben werden müssen». Aufgrund der Submissionsverordnung müsste «zwingend eine Neuausschreibung mit Architekturwettbewerb an die Hand genommen werden, was sofort neue Kosten von rund 150'000 Franken verursachen würde».

Durch die steigenden Schülerzahlen – bis 2022 um 25 Prozent gegenüber 2012 – werde der Bau eines neuen Kindergartens immer dringender, ergänzte Bildungschefin Sybille Wallimann. Heute noch durch den Kindergarten benutzte Schulräume ständen nicht mehr zur Verfügung, sodass Provisorien notwendig würden. «Ich bin aber optimistisch, dass der neue Kindergarten im Herbst 2021 eröffnet werden kann», meinte sie.

Fotovoltaikanlage mit separater Vorlage

Das überarbeitete Projekt sieht auf einer Grundfläche von rund 680 Quadratmetern auf zwei Stockwerken sechs Kindergarteneinheiten, ein Lehrerzimmer, einen Raum für Heilpädagogen sowie zwei Unterrichtsräume für Rhythmik/Musikunterricht sowie Nebenräume und einen Lift vor. Auf den Giebeldächern könnte auf einer Fläche von 520 Quadratmetern eine Fotovoltaikanlage eingebaut werden, sofern das Stimmvolk am 9. Februar in einer separaten Vorlage Ja zu einem Kredit von 190000 Franken sagt. Mit dieser Anlage würde die Schule Alpnach mit Strom versorgt.

Das Gebäude ist teilweise unterkellert. Eine vollständige Unterkellerung sei aus finanziellen Gründen nicht möglich, erklärte Sybille Wallimann auf eine entsprechende Publikumsfrage. Im Rahmen der kurzen Diskussion wurden einige Detailfragen gestellt, opponiert wurde aber gegen das neue Projekt nicht.

Neuer Anlauf für Kindergarten in Alpnach

Alpnachs Kindergärtler haben in Schulhausprovisorien weniger Platz, weil auch die Zahl der Primarschüler deutlich ansteigt. Der Gemeinderat hat darum das 2018 abgelehnte Projekt für einen neuen Kindergarten überarbeitet.
Markus von Rotz