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Obwaldner nehmen frühe Kindheit ins Visier

Der Kanton legt das Augenmerk auf die frühe Kindheit. Vertreter von Vereinen und Institutionen trafen sich zu einer Denkwerkstatt.
Marion Wannemacher
Gedankenaustausch zum Wohle des Kindes: Vertreterinnen und Vertreter verschiedenster Vereine und Institutionen trafen sich am vergangenen Mittwoch in Sarnen. (Bild: PD)

Gedankenaustausch zum Wohle des Kindes: Vertreterinnen und Vertreter verschiedenster Vereine und Institutionen trafen sich am vergangenen Mittwoch in Sarnen. (Bild: PD)

Nidwalden hat eine, Luzern sowieso, auch Uri und die meisten Kantone rund um Obwalden. Es geht um eine «kantonale Strategie Frühe Kindheit». Mittlerweile soll es so eine nun auch im Kanton geben. Der Leiter des Sicherheits- und Justizdepartements, Christoph Amstad, hat dafür die Fachstelle Gesellschaftsfragen beauftragt. Vergangenen Mittwoch trafen sich in Sarnen Vertreter von Vereinen, Spielgruppen, Kindertagesstätten und weiteren Institutionen zu einer Denkwerkstatt. «Die Veranstaltung hat mich bestärkt, dass es richtig ist, das Thema anzupacken, dass wir auf offene Ohren stossen und auf Zusammenarbeit zählen», bilanziert Christine Durrer, Leiterin der Fachstelle Gesellschaftsfragen.

In den vergangenen Jahren ist die Bedeutung der Entwicklungsmöglichkeiten in der Phase der frühen Kindheit ins Bewusstsein gerückt. Warum es überhaupt eine solche Strategie braucht, erläutert die Fachfrau so: «Während die einen früh beginnen, die Fähigkeiten ihrer Kinder zu fördern, stehen in anderen Familien vielleicht beide Eltern im Arbeitsprozess, haben weniger finanzielle Möglichkeiten oder kommen mit der Sprache nicht zurecht.»

Der Wunsch nach Chancengleichheit

«Die Entwicklungsunterschiede der Kinder bei Schuleintritt werden grösser», stellt Durrer klar. Und: «Es geht hier nicht um Frühchinesisch oder Spitzenturnen, sondern um die Unterstützung für eine Chancengleichheit beim Schulstart.»

Für die Entwicklung der Strategie hat sich eine Projektgruppe gegründet aus Vertretungen von Spielgruppen, Sozialen Diensten Asyl, Kindergarten und Schule, Schulgesundheit, heilpädagogischer Früherziehung, Mütter- und Väterberatung. Bis Sommer soll ein Situationsbericht zum Status quo in Obwalden entstehen.

«Wir haben die Leiter der 160 Angebote im Bereich frühe Kindheit in Obwalden schriftlich befragt und rund 100 Antworten als Rücklauf erhalten», erzählt Christine Durrer. 60 von ihnen haben nun an der Denkwerkstatt teilgenommen. Grundsätzlich gebe es ein grosses und gut genutztes Angebot im Bereich frühkindliche Förderung in Obwalden, schätzt die Fachfrau ein. Das Angebot teile sich auf in Festanstellungen, Teilzeitbeschäftigungen und teilweise ehrenamtlichen Angeboten. Viele Anbieter müssten ohne die Unterstützung der öffentlichen Hand auskommen und kämpften so ums Überleben.

In einem Referat hat Monika Hürlimann, Bereichsleiterin Frühkindliche Bildung und Betreuung Luzern dargelegt, dass man einen Fokus auf Vernetzung lege. «Sie konnte von tollen Erfahrungen berichten, wie viel einfacher es ist, Familien untereinander zu vermitteln, wenn man sich kennt. Das hat vielen eingeleuchtet.» Als ein Schwerpunkt künftiger Arbeit habe sich herauskristallisiert, dass ein Netzwerk auf kanto­naler Ebene Sinn machen würde.

Einigkeit habe auch über die Erkenntnis geherrscht, dass es schwer sei, Familien mit besonderen Belastungen zu erreichen. Auch gehe es nicht nur um die Kinder, sondern um die Unterstützung der Eltern.

Hoffnung auf Unterstützung aus der Politik

Am 5. November soll eine weitere Denkwerkstatt folgen. Die Strategie sollte dann Ende des Jahres fertig sein. Sie ziele darauf ab, Handlungsschwerpunkte zu benennen punkto Vernetzung, Qualität, Finanzierung und Empfehlung konkreter Massnahmen, so die Fachstellenleiterin. «In der Denkwerkstatt haben wir alle die Hoffnung geäussert, dass wir die Politik für das Thema gewinnen wollen. Denn da wird schliesslich über die entsprechenden Ressourcen entschieden.»

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