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Es geschah in der Vollmondnacht auf den 13. Oktober

Die spannende «lange Nacht der kurzen Krimis» im Sarner Dorfkern hat erneut viele Besucher angelockt.
Robert Hess
Krimi-Autorin Silvia Götschi liest im Modehaus Steffys – umrahmt von Schaufensterpuppen. (Bild: Robert Hess, Sarnen, 12. Oktober 2019)

Krimi-Autorin Silvia Götschi liest im Modehaus Steffys – umrahmt von Schaufensterpuppen. (Bild: Robert Hess, Sarnen, 12. Oktober 2019)

«Seien Sie vorsichtig auf dem Nachhauseweg», mahnte Silvia Götschi am Samstagabend nach der Uraufführung ihres Kurzkrimis im Modehaus Steffys in Sarnen. «Bleiben Sie zusammen, passen Sie aufeinander auf», appellierte die Krimiautorin mit Obwaldner Wurzeln eindringlich, aber mit augenzwinkerndem Unterton. Doch den Besucherinnen und Besuchern vermochte Silvia Götschi kaum Angst einzujagen. Und wenn, dann höchstens den anwesenden Männern, falls sie die schreckliche Handlung einer Ehefrau, die ihren «vorig gewordenen» Mann raffiniert umbringen will, allzu ernst nahmen.

Aber nichts von allem möglichen Schrecklichen geschah am Samstagabend, in der Vollmondnacht auf den 13. Oktober – im Gegenteil: Die rund 250 Besucher der «langen Nacht der kurzen Krimis», die in Sarnen gruppenweise in der Zeit von 20 bis zirka 23 Uhr von einem Lokal zum andern zogen, um die nächste Geschichte zu geniessen, amüsierten sich an diesem milden Abend glänzend, wie überall zu vernehmen war. «Das Interesse, eine der 250 Eintrittskarten zu ergattern, sei denn auch über die Kantonsgrenzen hinaus sehr gross gewesen, sagte Doris Mennel-Dillier, Vorstandsmitglied der IG Buch. Die Organisation lud damit zum zweiten Mal zu einer langen Nacht voller kurzen Geschichten ein. Auf die Dorfgeschichten von 2018 folgten nun die Krimis. Nachdem es bei der Premiere zu einigen Engpässen gekommen war, entschloss sich die Veranstalterin, die Zahl der zur Verfügung stehenden Eintrittskarten von 300 auf 250 zu reduzieren.

Ein Carabinieri aus Bozen

Nicht nur die Besucher, auch die Geschichtenerzähler hatten ihren Plausch. So schrieb gestern der aus Obwalden stammende Autor und Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart in einer E-Mail an den ehemaligen Radiomann Geri Dillier: «Äs hed wieder gopfergässe Fräid gmacht.»

Müller, alias Carabinieri Peter Kirschbaumer im TV-Bozen-Krimi, erzählte bei Bücher Dillier eine vergnügliche klösterliche Kriminalgeschichte über den südkoreanischen Mönch Pak Chang mit Ordensnamen Hio Han. Die Reise mit Hindernissen führte vom Südtirol über Zürich und Muri zum Frauenkloster in Sarnen und von dort wieder zu Abt Beda ins Südtirol zum Stammkloster Gries, wo er dem Abt eine Dose «Birä-Hung» überbrachte.

Bis zum Duell «ufem Landebärg»

Bei Mode Windlin interpretierte Rebecca Büchi das Schreckmümpfeli «Das blaue Kleid» von Katja Alves. Ein weiteres Schreckmümpfeli offerierte Ralf Schlatter vom Kabarett-Duo schön&guet in der «Aateigi». Und zwar so live, wie man es sonst nur im Radio hört.

Speziell für den Abend hatte Carlo von Ah die Krimigroteske «Ds Duell ufem Landebärg» geschrieben. Geri Dillier trug die Dialektgeschichte mit den Hauptdarstellern «Giggelikari» und «Bankok-Joe» bei Amrhein Optik vor. Wegen der rassigen Serviertochter Lisi im «Lande- bärg» kam es gar zu einem Revolver-Duell zwischen den beiden Junggesellen. Sie überlebten, wussten aber nicht, dass der Revolver heimlich mit Schreckschuss-Munition geladen wurde. Und weil sie nicht gestorben sind, leben sie heute noch und kommen sicher an die Sarner Geschichten-Nacht 2020 – wieder mit Festwirtschaft selbstverständlich.

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