EURO-FAN-PROJEKTE: Fans gucken an der Euro in die Röhre

In Obwalden scheiterten zwei Grossanlässe für Euro-Fans: Die Nachfrage war zu gering. Nur ein paar kleinere Anbieter getrauen sich.

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In Obwalden können die Fans nicht mehr so zahlreich feiern. (Bild Keystone)

In Obwalden können die Fans nicht mehr so zahlreich feiern. (Bild Keystone)

Am Samstag beginnt die Euro, die Schweiz spielt in Basel um 18 Uhr im Auftaktspiel gegen die Tschechen. Wenn «wir» gewinnen, ist die Fussball-Euphorie nicht mehr zu stoppen. Überall rüstet man sich für die grosse Fussballfete, alle wollen vom Boom profitieren. Alleine in der Stadt Luzern gibt es mehr als ein Dutzend Plätze, wo man die Spiele live auf Grossleinwand mitverfolgen kann.

Und in Obwalden? Fehlanzeige. Live-Übertragungen auf Grossleinwände für mehr als 100 Personen können an einer Hand abgezählt werden. Eigentliche Euro-Camps suchen Fussball-Fans hier vergeblich. Dabei gab es durchaus vielversprechende Pläne.

Zuwenig Anfragen, zu hohe Kosten
So hätte etwa im Sarner Seefeld ein Euro-Fancamp entstehen sollen. Geplant war ein Zelt mit Platz für 500 Personen, Partys am Abend nach den Spielen, Bustransporte an die Austragungsorte sowie ein reichhaltiges Rahmenprogramm. Gedacht war es sowohl für ausländische Fangruppen wie auch für einheimische Fussballfans. Doch vor einem Monat bliesen die deutschen Organisatoren das Projekt ab. «Sie hatten zu wenig Anmeldungen», sagt Rötheli. Zudem wären die Kosten für die ganze Infrastruktur zu hoch ausgefallen.

Auch im Melchtal wollte man sich ein Stück vom Euro-Kuchen abschneiden. Grossleinwand, Alpen-Bar, Massenschlag 500 Fussballfans hätten im Sportcamp im Melchtal residieren sollen. Als günstige Alternative zu überteuerten Hotels und Pensionen war das Angebot gedacht. Das Projekt ist von Schweiz Tourismus sogar mit einem symbolischen Preis ausgezeichnet worden. Mittlerweilen wurde es beerdigt.

«Wir hatten zwar Anfragen von etwa 150 rumänischen Fussballfans. Wir konnten für diese jedoch keine Tickets für die Spiele organisieren», sagt Markus Bolliger, Marketingleiter der Sportbahnen Melchsee-Frutt und des Sportcamps.

Grossleinwand im Landgasthof, vertonter Match in Sarnen
Doch es gibt ein paar Lichtblicke am Obwaldner Euro-Himmel. Im Landgasthof Rössli in Stalden werden alle 31 Spiele des Turniers auf Grossleinwand übertragen. Bei freiem Eintritt wollen die Organisatoren, alles Schwander Gewerbebetriebe und Dienstleister, eine dreiwöchige Fussballparty steigen lassen.

«Mit Bio am Ball. Live auf dem Bauernhof», heisst ein anderes Euro-Angebot aus Obwalden. Die Familie Spichtig aus Kerns baut dazu in diesen Tagen ihren Stall zu einer Fussball-Beiz um. Auf Grossleinwand übertragen werden sämtliche Schweizer Spiele, sowie Viertel- und Halbfinals sowie der Final selbst. Der Eintritt ist gratis, Platz haben an die 50 Personen, eine Anmeldung ist erwünscht.

Für alle, die mit Fussball eigentlich nichts am Hut haben, aber sich trotzdem mal ein Spiel antun wollen, bietet Jazzmusik in Sarnen eine interessante Alternative. «Scatoons, featuring Österreich gegen Polen», heisst der Anlass vom 12. Juni im Sarner Spritzenhaus beim Dorfplatz. Musiker vertonen live während der Übertragung den Match.

Luca Wolf

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Obwaldner Zeitung.