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Elektrizitätswerk Obwalden testet eigenen Batteriespeicher

Im Unterwerk Sarnen steht der erste eigene Batteriespeicher des Elektrizitätswerks Obwalden. Mit der Anlage will das Unternehmen Erfahrungen in diesem Bereich sammeln.
Martin Uebelhart
So sieht der Batteriespeicher im Unterwerk Sarnen des Elektrizitätswerks Obwalden aus. (Bild: PD)

So sieht der Batteriespeicher im Unterwerk Sarnen des Elektrizitätswerks Obwalden aus. (Bild: PD)

Auf dem Dach des Unterwerks Sarnen wurde im Frühling des vergangenen Jahres eine Fotovoltaikanlage installiert. Durch den Einsatz des neuen Batteriespeichers können laut einer Mitteilung des Elektrizitätswerks Obwalden (EWO) rund 100 Kilowattstunden der produzierten Sonnenenergie gespeichert werden. Nachts oder an sonnenarmen Tagen kann die gespeicherte Energie wieder für den Betrieb genutzt werden. Dadurch ist es möglich, den Eigenverbrauch des Unterwerks Sarnen zu optimieren und einen vollautomatischen Notstrombetrieb zu gewährleisten.

Die Anlage ist, wie die grossen Wasserkraftwerke des EWO, im Netzleitsystem integriert und wird darüber gesteuert. Dank dieser Integration könnte der Batteriespeicher zusammen mit den Turbinen für Systemdienstleistungen eingesetzt werden. Mit den Systemdienstleistungen werden Erzeugungs- und Ver-brauchsschwankungen im Schweizer Stromnetz ausgeglichen. Dies erfolgt durch die Zu- oder Abschaltung von Anlagen wie zum Beispiel eines Batteriespeichers. «Gegenüber den Wasserkraftwerken mit mehreren Megawatt Leistung ist die Leistung des Batteriespeichers mit 120 Kilowatt klein. Darum setzen wir ihn aktuell nicht für Systemdienstleistungen ein», sagt Thomas Baumgartner, Vorsitzender der Geschäftsleitung des Elektrizitätswerks Obwalden, im Gespräch mit unserer Zeitung. Das könnte sich ändern, sobald genügend Kleinanlagen vorhanden seien, die zu einem genügend grossen Pool zusammengelegt werden könnten.

Batterie kommuniziert mit der Solaranlage

Des Weiteren verfüge die Speicherlösung über eine Grundintelligenz, wodurch der Speicher mit der Fotovoltaikanlage direkt kommunizieren und den Eigenverbrauch überwachen könne, schreibt das EWO weiter. Zudem bestehe die Möglichkeit, Verbraucher wie Wärmepumpen oder Elektrotankstellen individuell zu steuern. Kein Ziel sei es hingegen, das Unterwerk vollkommen autark mit dem Batteriespeicher zu betreiben. «Dafür ist die Leistung zu gering», so Baumgartner.

Das EWO möchte mit dem Betrieb des Batteriespeichers das bestehende Wissen rund um diese Technologie erweitern und Erfahrungen sammeln. Mit solchen individuellen Speicherlösungen zielt das EWO auf Firmenkunden. «Für Unternehmen kann eine Speicherlösung sehr interessant sein, etwa wenn sie eine grössere Fotovoltaikanlage betreiben», hält Thomas Baumgartner fest. So könnten etwa kostspielige Lastspitzen reduziert werden und es sei eine Teilnahme am Regelenergiemarkt möglich.

Im Rahmen von Fotovoltaik-Projekten bei Ein- oder Mehrfamilienhäusern habe das EWO bereits verschiedene Energiespeicher installiert, so die Mitteilung weiter. Durch diese Technologie könnten Hausbesitzer ihren Unabhängigkeitsgrad erhöhen und von einer optimierten Eigenversorgung profitieren.

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