Exotische Klänge aus der Obwaldner Forsthütte

Auf über 1000 Metern Höhe wird in Stalden fleissig geprobt. Musiker aus Afrika, Tirol und Obwalden bereiten eine Tournee vor, die in Stans beginnt.

Primus Camenzind
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Das Bild zeigt Jul Dillier (Piano) zusammen mit Matchume Zango (Timbila).

Das Bild zeigt Jul Dillier (Piano) zusammen mit Matchume Zango (Timbila).

Es ist kalt, neblig und regnerisch im Weidli oberhalb von Stalden. Ein Schritt durch die Türe der Forsthütte der Korporation Schwendi ändert diese äusseren Umstände schlagartig. In der angenehmen Wärme einer Holzfeuerung üben vier Musiker unter der Leitung von Matchume Zango aus dem afrikanischen Mosambik. Er spielt auf einer Timbila, einem traditionellen und einem Xylophon ähnlichen Instrument aus dem Süden des Schwarzen Kontinents. Seinen musikalischen Vorstellungen folgen der Sarner Jul Dillier am Elektro-Piano, der Giswiler Mattias Abächerli am E-Bass und der Tiroler Chris Norz am Schlagzeug. Man unterhält sich in englischer Sprache.

Im Gespräch mit Mattias Abächerli erfahren wir, wie die Musiker aus Zentraleuropa mit Cândido Salomão Zango, in Südafrika besser bekannt als «Matchume», in Kontakt kamen: «Ich wohne zur Hälfte in Südafrika und spielte schon vorher ab und zu mit ihm zusammen.» In Südafrika gibt es ein Büro der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia. Die finanzieren hin und wieder auch Künstlerresidenzen in der Schweiz. «So kann Matchume jetzt hier für kurze Zeit Musik machen und natürlich profitieren auch wir davon», erklärt der gebürtige Giswiler.

Musik hat Wurzeln in Matchumes Heimatland

Während des Gesprächs räkelt sich der Gast vor dem Holzofen: «Das fühlt sich an wie eine wohlige warme Dusche», meint er. Nur zum Wohlfühlen halten sich die vier Musiker allerdings nicht noch bis am Freitag dieser Woche in der Forsthütte auf. Tagsüber wird geprobt – unterbrochen nur von einem selbst zubereiteten Mittagessen. Zurück ins Tal geht es meist erst nach Einbruch der Dunkelheit.

Matchume Zango, ein Timbilaspieler aus Mosambik, probt zusammen mit Jul Dillier (Piano), Chris Norz (Schlagzeug) und Matthias Abächerli (Bass). (Bilder: Primus Camenzind (Stalden, 1. Oktober 2018))

Matchume Zango, ein Timbilaspieler aus Mosambik, probt zusammen mit Jul Dillier (Piano), Chris Norz (Schlagzeug) und Matthias Abächerli (Bass). (Bilder: Primus Camenzind (Stalden, 1. Oktober 2018))

Matchume hat seinen Kollegen vorgängig Aufnahmen jener Songs übermittelt, die er an den Konzerten spielen möchte. Es handelt sich um Musik, welche ihre Wurzeln hauptsächlich in seinem Heimatland, namentlich in der südwestlichen Provinz Inhambane hat. Im aktuellen Projekt kommen allerdings auch zeitgenössische afro-euro-asiatische Sounds zum Tragen, denn Matchume hat solche Fusionen als Komponist auch bereits in Portugal, Spanien, Norwegen und anderen europäischen Ländern verwirklicht.

Die Musiker feilen an Details

Das Orchester auf Zeit, das sich «Alpine Connection» nennt, probt die Arrangements für die Songs der vier Konzerte in der Schweiz und in Österreich allerdings von Grund auf. Es zeigt sich, dass Matchume auch ein gewiefter Leader ist. Er leitet seit Jahren zahlreiche Workshops, unterrichtet an Musikhochschulen in Südafrika und beteiligt sich an Projekten auch auf anderen Kontinenten. In der Forsthütte wird bereits am ersten Probetag an Details gefeilt. Die Grooves, welche Matchume vorsingt und vorspielt, werden – wenn nötig – solange wiederholt, bis sie von seinen Kollegen nicht nur verstanden, sondern auch gefühlt werden. Das Ganze erweckt jedoch nicht den Eindruck von Stress. Man spürt den Spass des Quartetts am gemeinsamen musizieren.

Matchume ist sich mit seinen Freunden einig: «Unser Ziel ist es, dass wir zusammenwachsen und somit auch Erfolg haben, denn wir möchten in naher Zukunft in dieser Besetzung auch Konzerte in Mosambik und Südafrika spielen». Ob dann im Bandnamen immer noch «Alpine» enthalten ist, bleibt dahingestellt.

Konzerte der Alpine Connection: Samstag, 6. Oktober, 20 Uhr im Chäslager in Stans; am Sonntag, 7. Oktober im Sous Sol in Luzern. Weitere Konzerte in Buchs, St. Gallen und in Absam, Tirol.