Experte kritisiert Informationspolitik

Die Justizdirektorin hat ein Strafverfahren am Hals – und alle schweigen. Bedenklich, findet ein Experte.

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Esther Gasser-Pflug (FDP) ist Obwaldner Sicherheitsdirektorin (Bild: PD)

Esther Gasser-Pflug (FDP) ist Obwaldner Sicherheitsdirektorin (Bild: PD)

Nachdem das Strafverfahren gegen die Obwaldner Justizdirektorin Esther Gasser publik geworden ist, fordern die Parteien Transparenz. Bislang hat sich die Regierung aber nur mit einer dürftigen Medienmitteilung zum Fall geäussert – und dies erst, nachdem kritische Fragen aufgeworfen worden waren. Auch gestern stiessen weitere Recherchen im Kanton Obwalden ins Leere. Während die Luzerner und Nidwaldner Strafverfolgungsbehörden bereitwillig Auskunft geben über ihre Rolle im ganzen Verfahren, stösst man in Obwalden auf eine Mauer des Schweigens. Zuständige Personen sind nicht erreichbar – und wer erreichbar ist, will oder darf nichts dazu sagen.

Schwache Regierungen?

Fakt ist, dass eine kantonale Justizdirektorin ein Strafverfahren am Hals hat und dass die Öffentlichkeit darüber nicht klar informiert wurde. Ein solches Verhalten sei sehr bedenklich, sagt der Kommunikationsexperte Klaus J. Stöhlker. Aber leider nicht untypisch für kantonale Regierungen: «Sie vertuschen oft Angelegenheiten, die sehr relevant sind. Sie haben Angst, ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren.» Die Ursache sieht Stöhlker darin, dass Führungseliten immer schwächer werden. Man versuche Krisen zu vermeiden, indem man nicht offen und klar kommuniziere. Dies sei aber der falsche Weg.

Adrian Venetz

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