Fasnächtler träumen gross am Mattliball

Der Mattliball in Sachseln, organisiert von den einheimischen Stolläsguslern, gehört zu den traditionsreichen Fasnachtsfeten in Obwalden. Dieses Jahr ging die Sause unter dem Motto «Wenn ich gross bi, wett ich ... wärde» über die Bühne.

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Zwei hübsche Engel am Mattliball. (Bild: Izedin Arnautovic/Neue OZ)

Zwei hübsche Engel am Mattliball. (Bild: Izedin Arnautovic/Neue OZ)

Mit einem Grossaufgebot an Guuggenmusigen – einheimischen wie auswärtigen – und DJs wurde am Mattliball den feierwilligen Narren kräftig eingeheizt. Feuerwehrmann Stefan Wallimann wäre für den Fall der Fälle vor Ort gewesen. «Ich will Feuerwehrmann werden» heisst es auch im bekannten Kindercartoon. Der Alpnacher ist dieses Jahr zum ersten Mal am Mattliball, und es gefällt ihm dabei «ganz gut», wie er sagt. Immerhin ist er überzeugt, dass er noch lange hier sein wird. Und obwohl oder eben weil seine Kollegen gerade ihren Durst an der Bar löschen, wird wohl auch am Morgen danach noch ein kleiner Nachbrand auf ihn und seine Mannschaft warten.

Bild: Izedin Arnautovic/Neue OZ
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Stars aus der Welt des Sports

Fernab der Mannschaft trafen wir Severin Lötscher alias Alessandro del Piero aus Kerns zum Pauseninterview. «Traurig verloren» habe er mit seiner Elf, die aus lauter Frust wohl keine Lust mehr zum Feiern hatte. Ganz anders sein Gegner auf dem Platz, der offensichtlich wieder für die roten Teufel aus Manchester kickt: David Beckham aus Kerns, auch bekannt als Fabian Blättler, schaut bereits aufs nächste Spiel: «Wir wollen auch auswärts gewinnen.» Ob er damit ein Fussballspiel meint oder bereits die nächste Fasnacht, bleibt offen. Das frostige Terrain scheint den Engländern mehr zu liegen als den Italienern.

Sportlich geht es weiter, und wir treffen auf Roger Federer, für einmal ohne Mirka und die Zwillinge unterwegs. «Auch Rafael Nadal hat heute Forfait gegeben. Ich bin nach Sachseln gekommen, um ein paar einfache Bälle zu schlagen.» Spiel, Satz und Sieg für den King. Auf ihren König warten auch die beiden Prinzessinnen Fabienne Egger aus Kerns und Raphaela Lier, die aus dem fernen Brunnen im Königreich Schwyz angereist ist. Die Zeit, bis die beiden ihren Froschkönig an die Wand werfen dürfen, vertreiben sie sich damit, die Minnegesänge der Prinzen von nah und fern anzuhören. Ihre Natelnummern jedenfalls waren heiss begehrt.

Fliegende Sunnyboys

Die Wünsche der Festbesucher sind, wenn sie denn dem Motto überhaupt erkennbar entsprechen, meist klassischer Natur. So auch bei Marcel und Roger Dörig sowie Zeno Britschgi. «Piloten wollten wir schon immer werden», sagen die fliegenden Sonnyboys. Dass sie nicht abstürzen werden, da sind sie sich sicher, sie wollen ja keine Bruchpiloten sein. Welche Flugzeugtypen sie über die Wolken steuern, konnten sie uns jedoch nicht verraten. Hauptsache, sie finden ihren fliegenden Untersatz wieder, wenn sie ihre Heimreise antreten. Die Sicht auf jeden Fall ist ganz gut an diesem Abend, trüb ist hier nur die Flüssigkeit in den Bechern.

Grosses Tennis

Keine Zeit zum Bechern haben auch die Power Rangers. «Als Kinder wollten wir immer Superhelden sein», verraten sie. Dass der schwarze Ranger die Kräfte des Mammuts besitzt, während der rote mit der Energie des Tyrannosaurus Rex für das Gute kämpft, dürfte Insidern schon lange bekannt sein. Alle anderen wissen es jetzt auch. Neben Superhelden und Prinzessinen trafen sich am Mattliball Zoologinnen, bekannte und weniger bekannte Skifahrer sowie die Komiker Mättu und Bruno als die «New Kids», welche die Fasnächtler noch bis in die frühen Morgenstunden bestens unterhalten haben dürften. Wenn sie gross ist, will die Obwaldner Jugend so vieles werden – aber auf keinen Fall zu erwachsen. Grosses Tennis, dieser Mattliball, da würde wohl auch Rafael Nadal zustimmen.

Urs-Ueli Schorno