Fernunterricht wird in Obwalden an Kanti und Berufsschule weitergeführt

Ab 6. Juni ist das Verbot des Präsenzunterrichts auch an den nachobligatorischen Schulen aufgehoben – allerdings unter Auflagen. Diese erachtet der Kanton Obwalden als nur schwer umsetzbar. Darum bleiben die Obergymnasiasten und die Berufsschüler weiterhin zu Hause zum Lernen.

Matthias Piazza
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Eine Gymischülerin verfolgt den Online-Unterricht zu Hause.

Eine Gymischülerin verfolgt den Online-Unterricht zu Hause.

Bild: PD

Die Schüler müssen einen Abstand von zwei Metern untereinander einhalten. Und eine Person braucht im Schnitt vier Quadratmeter Platz, womit in einem 40 Quadratmeter grossen Schulzimmer mit einem Lehrer nur neun Schüler zugelassen würden: So sieht das Schutzkonzept des Bundes für die nachobligatorischen Schulen, sprich Obergymnasium (also viertes bis sechstes Kanti-Jahr) und Berufsfachschulen aus. Es gilt ab dem 6. Juni und hebt das Verbot des Präsenzunterrichts für diese Schulstufen auf. Das hat der Bundesrat am Mittwoch bekanntgegeben. Aufgrund dieser Vorgaben werden die Berufsschüler und älteren Kanti-Schüler für den Rest des Schuljahres, also bis am 3. Juli, mehrheitlich im Fernunterricht bleiben, den sie schon seit dem 17. März praktizieren. «Der Fernunterricht hat sich in den vergangenen Wochen gut eingespielt», wird der Obwaldner Regierungsrat und Bildungsdirektor Christian Schäli in der Medienmitteilung vom Donnerstag zitiert. «Wir hätten nach dem Bundesratsentscheid gerne wieder auf den ordentlichen Betrieb umgestellt. Unter den gegebenen Bedingungen ist aber eine Rückkehr zum Präsenzunterricht in der herkömmlichen Form in den meisten Schulen aus räumlichen Gründen nicht möglich», erklärt er.

Die meisten Schulzimmer zu klein für das Corona-Regime

«Die Einschränkungen mit dem Zwei-Meter-Abstand und den zehn Quadratmetern pro Person verunmöglichen in den meisten Schulen der Sekundarstufe II einen effizienten Unterrichtsbetrieb. Die meisten Schulzimmer sind dafür zu klein», ergänzt auf Anfrage Peter Gähwiler, Sekretär des Bildungsdepartementes. Es mache darum Sinn, am inzwischen eingespielten Fernunterricht festzuhalten. Dass die Kantonsschule Sarnen nach wie vor nur zur Hälfte belegt sei, ermögliche für die Erst- bis Drittklässler im Präsenzunterricht das Abstandhalten. Einzelne Präsenzveranstaltungen wie Prüfungen vor Ort oder Kleingruppenunterricht werden allerdings durchgeführt. «Grundsätzlich überlassen wir die konkrete Ausgestaltung den einzelnen Schulen», hält Peter Gähwiler fest. Auch die Maturaprüfungen finden statt. Auf den schriftlichen Teil der Lehrabschlussprüfung wird hingegen verzichtet.

Seit dem 11. Mai gehen die Kantonsschüler des ersten bis dritten Jahres sowie die Primar- und Oberstufenschüler wieder zur Schule – allerdings unter weniger strengen Auflagen. So gelten die Zwei-Meter- und Vierquadratmeter-Regel für diese Schüler nicht. Peter Gähwiler zieht denn auch ein positives Zwischenfazit nach gut drei Wochen Präsenzunterricht unter Coronabedingungen. Es habe sich eine neue Normalität eingespielt, die durch das regelmässige Händewaschen, Abstandhalten und die weiteren Schutzmassnahmen geprägt seien.