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«Feuer frei» für die Sarner Pistolenschützen

Vor zehn Jahren haben die Sarner Pistolenschützen ihre Anlage saniert. Die umweltfreundliche Lösung war eine Zentralschweizer Premiere, wie in unserer Rubrik «Weisch nu»? zu lesen ist.
Matthias Piazza
Die Kugelfänge für den 25-Meter-Pistolenstand (rechts) sind bereits montiert, für die 50-Meter-Anlage (links) sind die Arbeiten im Gange. (Bild: Robert Hess (Sarnen, 24. April 2009))

Die Kugelfänge für den 25-Meter-Pistolenstand (rechts) sind bereits montiert, für die 50-Meter-Anlage (links) sind die Arbeiten im Gange. (Bild: Robert Hess (Sarnen, 24. April 2009))

Ein halbes Jahr mussten die Pistolenschützen Sarnen auf ihr Hobby verzichten. Doch das Warten lohnte sich. Ende April 2009 konnten die rund 140 Mitglieder des 1961 gegründeten Vereins einen topmodernen Schiessstand in Betrieb nehmen, der in der Zentralschweiz neue Massstäbe setzte. Während Wochen war der Kugelfang vollständig saniert und neu gebaut worden, nicht zuletzt wegen der damals neuen Umweltschutzverordnung.

In Zusammenarbeit mit einer Spezialfirma sowie Vertretern des Kantons und der Gemeinde wurde das belastete Bodenmaterial beim früheren Kugelfang entfernt und in den Deponien Rümlang, Rotzloch und Cholwald fachgerecht entsorgt. Gleichzeitig wurde ein neuer Kugelfang erstellt.

Bleistaub wird nicht mehr freigesetzt

Dabei wurde erstmals in der Zentralschweiz ein Granulat-Geschossfangsystem installiert. «Der grosse Vorteil dieses Systems ist, dass die heisse Kugel beim Durchstossen der Polythermo-Frontplatte mit einem Kunststofffilm überzogen wird», erklärt Vizepräsident Peter Wallimann. Dadurch werde kein Bleistaub freigesetzt. Zudem entstehe beim Aufprall kein Lärm, und es gebe keine Rückpraller. Die mit losem Spezialgranulat gefüllten Kugelfangkästen liessen sich einfach entsorgen, und die Bleikugeln könnten anschliessend ausgesiebt und entsorgt werden. Die Polythermoplatten könnten ebenfalls rezykliert werden, so Wallimann. Jede Scheibe hat einen Kugelfangkasten. Dieser ist an einer 4,2 Meter hohen Betonwand montiert. «Die Betonwand mit einer Dicke zwischen 25 und 40 Zentimetern lässt keine Geschosse nach hinten durch», versichert Peter Wallimann, der damals Bauleiter war.

Vor der Betonwand ist ein 4,5 Zentimeter dicker Schutz aus Tannenholz montiert. Kugeln, welche die Scheibe verfehlen, werden von der Holzwand aufgefangen und fallen dann durch einen Hohlraum zwischen Beton- und Holzwand in eine rund 1 Meter breite Art Betonwanne am Boden. Von dort können sie entsorgt werden, ohne den Boden zu belasten.

Rund eine Viertelmillion Franken kostete die Sanierung des Bodens und der Kugelfanganlage. Daran beteiligte sich der Bund, der Kanton Obwalden sowie die Gemeinden und die Pistolenschützen Sarnen.

Auch der Unterhalt wurde vereinfacht

«Die Anlage hat sich sehr bewährt», zieht Peter Wallimann nach zehn Jahren Bilanz. «Damit wird nicht nur der Boden von Blei verschont, auch der Unterhalt der Anlage wird vereinfacht.» Seither wurden weitere Verbesserungen vorgenommen. So verhindern seit vier Jahren sogenannte Hoch- und Seitenblenden allfällige Fehlschüsse ins Gelände. Diese Verbesserung schütze auch das Naherholungsgebiet.

Was vor zehn Jahren auch noch passierte

In Emmetten entsteht im April 2009 der Bike-Parcours. Auf einem Holzsteg werden die Biker bald auf einer Berg- und Talbahn herumflitzen können. Der Steg über dem Gelände verspricht Fahrspass, ist aber nichts für Anfänger. Auch beim Natural-Bike-Park geht es vorwärts. Dort können Biker ihr Können an Posten verbessern, vergleichbar mit einem Vita-Parcours.

Ein Lastwagenchauffeur vergisst den Fahrzeug-Ladekran, den sogenannten Elefanten, einzufahren – mit bösen Folgen. Am Ende der Achereggbrücke in Hergiswil touchiert er den quer über der Strasse angebrachten Signalbalken und reisst ihn und ein Bahnsignal herunter. Die Kantonsstrasse Stansstad–Hergiswil kann während einer Stunde nur einspurig befahren werden. Weil dabei auch das Eisenbahnsignal der Zentralbahn niedergerissen wird, ist auch der Zugbetrieb beeinträchtigt.

Für die neun ältesten Personenwagen der Zentralbahn endet der Dienst in der Schweiz nach fast 60 Jahren. Sie legten zusammen rund 15 Millionen Eisenbahnkilometer zurück. Das ist rund 152000 Mal das ganze Streckennetz der Zentralbahn oder 375 Mal um die Welt. Noch bis 2008 waren diese Wagen aus der Zeit um 1950, bei denen die Türen in der Mitte angebracht sind, auf dem Streckennetz der Zentralbahn im Einsatz. In Argentinien, bei der Bahngesellschaft Tren a las nubes, erleben die Oldie-Wagen ein Revival. Von 600 bis auf 4100 Meter über Meer schraubt sich dort der sogenannte Wolkenzug in die Höhe.

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