FEUERBRAND: Antibiotikaeinsatz nicht gerechtfertigt

An der Versammlung der IG Obst war die Bekämpfung des Feuerbrandes ein Hauptthema. Antibiotika wird in Obwalden nicht eingesetzt.

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Werner Keiser, Präsident der Interessengemeinschaft Obst, hier beim Verkosten von Süssmost. (Archivbild Bea Zai/Neue OZ)

Werner Keiser, Präsident der Interessengemeinschaft Obst, hier beim Verkosten von Süssmost. (Archivbild Bea Zai/Neue OZ)

Während der Feuerbrand 2007 schweizweit in nie erlebtem Masse wütete, fiel die Befallsquote in Obwalden relativ bescheiden aus. Von insgesamt 72 gemeldeten und untersuchten Fällen waren 30 positiv (14 Quittenbäume, 4 Cotoneaster, 8 Weissdorne, 3 Birnbäume und 1 Apfelbaum). «Interessanterweise werden vor allem jungwüchsige Pflanzen befallen», stellt Martin Amgarten, Leiter der Beratungsstelle beim Amt für Landwirtschaft und Umwelt, fest. Aufgrund der nicht tiefen Befallssituation gelte für Obwalden die Tilgungsstrategie. Das heisst, die befallenen Pflanzen sind zu roden und sachgerecht zu entsorgen, am besten zu verbrennen.

Kein Grund für Streptomycin
Das Bundesamt für Landwirtschaft hat Ende Januar den Einsatz des Antibiotikas Streptomycin gegen den Feuerbrand zeitlich befristet und mit strengen Auflagen bewilligt. Streptomycin ist nur in Niederstammanlagen und in den vom Bund ausgeschiedenen Feuerbrandbefallszonen einsetzbar. Nachweislich muss erheblicher Schaden entstanden sein. Unter anderem wird ein Abstand von 50 Metern zu Wohnhäusern verlangt, weiter ist die Ausbringtechnik genau definiert. «Da in Obwalden kein Bauer von Niederstammanlagen lebt und die 30 Fälle im Gegensatz zu anderen Kantonen eine Bagatelle sind, ist der Antibiotikaeinsatz in Obwalden nicht zu rechtfertigen», stellt Werner Keiser, Präsident der Interessengemeinschaft Obst, fest. Und die Imker hätten folglich keinen Anlass, ihren Honig auf Streptomycin-Rückstände kontrollieren zu lassen.

Bea Zai

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung.