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Fische leiden unter der Trockenheit

Der lange Regenmangel macht den Bachforellen zu schaffen. 200 Stück mussten in Obwalden bereits umgesiedelt werden. In Nidwalden ist die Lage auch dank Grundwasser positiver.
Franziska Herger
Eine Bachforelle, gefangen mit einem Elektroabfischgerät im Sarner Rotbach. (Bild: PD)

Eine Bachforelle, gefangen mit einem Elektroabfischgerät im Sarner Rotbach. (Bild: PD)

Heiss, trocken, eigentlich ist es ein Traumsommer. Doch was bei unsereins zu Schweissausbrüchen und Seedrang führt, kann für die Bachforelle tödlich enden. Nicht nur wird das Wasser in vielen Bächen knapp, es bindet bei höheren Temperaturen auch weniger Sauerstoff, wodurch Fische nach Luft schnappen. Schon wurden in vielen Gewässern der Schweiz Notabfischungen nötig, so etwa im Kanton Luzern (siehe Ausgabe vom 19. Juli).

Auch in Obwalden mussten bereits rund 200 Bachforellen umgesiedelt werden – präventiv, wie Fischereiaufseher Armin von Deschwanden sagt. «Schon Ende Juni wurde klar, dass kein Niederschlag in Sicht ist.» Besonders von Wasserknappheit bedroht sind der Foribach in Kerns im Abschnitt zwischen der Turnhalle und dem Golfplatz sowie der Meisibach in Alpnach von seiner Mündung in die Kleine Schliere bis oberhalb des Forstwerkhofs Grund. «In diesen Abschnitten versickert das Wasser schnell. Beide Bäche waren Ende Juni zudem schon rund 20 Grad warm», sagt von Deschwanden. Bachforellen, der in unseren Fliessgewässern häufigste Fisch, fühlten sich bei 12 bis 16 Grad am wohlsten, so von Deschwanden. «Ab 24 Grad wird es für sie sehr kritisch.»

Kein Wasser aus Bächen und Flüssen entnehmen

Das Abfischen habe sich im Nachhinein als richtig erwiesen. «Der Foribach ist in dem genannten Abschnitt inzwischen komplett ausgetrocknet.» Tote Fische habe er bisher keine gefunden, sagt Armin von Deschwanden. «Das heisst aber nicht, dass es diese nicht gibt. Wir haben viele Kilometer Fliessgewässer und können daher nicht alle kontrollieren.»

Eingefangen werden die Bachforellen mit einem sogenannten Elektroabfischgerät. Es erzeugt ein Stromfeld, das die Fische kurzzeitig betäubt. «Sie erholen sich sehr schnell, sobald sie wieder in einem besser geeigneten Gewässer ausgesetzt werden», erklärt der Fischereiaufseher. Dabei handelt es sich in der Regel um das gleiche oder ein ähnliches Gewässer. So wurden etwa die Forellen aus dem Meisibach in die Kleine Schliere und diejenigen aus dem Foribach flussaufwärts umgesiedelt.

Das Abfischen ist eine aufwendige Arbeit, die in den letzten Jahren immer häufiger nötig wird. «Trockenphasen häufen sich», sagt Armin von Deschwanden. Gehe es so weiter, «wird die Bachforelle irgendwann aus besonders betroffenen Gewässern verschwinden.» Ob in diesem Jahr weitere Abfischungen nötig werden, sei noch unklar. Besonders kontrolliert werden in Obwalden etwa der Blattibach in Sarnen und der Maienbach in Sachseln. «Durch die Gewitter der letzten Tage ist die Lage einigermassen im grünen Bereich», so von Deschwanden. Für eine echte Entlastung müsste es aber mehrere Tage regnen.

Von Deschwanden ruft daher dazu auf, kein Wasser aus Bächen und Flüssen zu entnehmen. Dies ist gemäss Gewässerschutzgesetz ohnehin bewilligungspflichtig. «Wer zudem ein Gewässer sieht, das vom Austrocknen bedroht ist, soll dies bitte melden, damit wir die Fische retten können.»

Nidwaldner Bäche führen viel Schmelzwasser

Fabian Bieri, Abteilungsleiter Jagd und Fischerei beim Kanton Nidwalden, teilt die Einschätzung seines Obwaldner Kollegen, dass Trockenzeiten in den letzten Jahren zugenommen hätten. Der diesjährige Regenmangel habe sich jedoch bis jetzt nicht negativ auf die Fische ausgewirkt. Notabfischungen wurden keine nötig. «Die meisten unserer Bäche sind entweder von Grundwasser gespeist, wodurch die Temperatur relativ kühl und der Wasserpegel lange Zeit stabil bleibt. Oder sie sind für Wasserkraftwerke eingefasst und daher nicht von Fischen bevölkert», sagt Bieri. Zudem führten die Nidwaldner Bäche nach wie vor relativ viel Schmelzwasser. Dagegen habe man wenige Wiesenbäche wie etwa in Obwalden und Luzern, die schnell austrocknen können.

Auch für den Rest des Sommers sieht der Fischereiaufseher wenig Gefahr. «Wir haben ein Auge auf die Engelbergeraa, den Buoholzbach und weitere Bäche. Doch in Nidwalden sollte die Trockenphase glimpflich vorübergehen.»

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