FLÜELI-RANFT: Der «Samschtig-Jass» kommt mit vier Lastwagen

Der «Samschtig-Jass» machte im Hotel Paxmontana Halt. Dabei wurden vier Sendungen bis in den Februar hinein aufgezeichnet. Das erforderte minutiöse Vorbereitungen.

Marion Wannemacher
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Viel Aufwand fürs Fernsehen: Dreharbeiten im Hotel Paxmontana. Bild: Marion Wannemacher

Viel Aufwand fürs Fernsehen: Dreharbeiten im Hotel Paxmontana. Bild: Marion Wannemacher

Im Hotel Paxmontana ist was los. Im grünen Salon wird jemand gefönt, hier ist die Maske untergebracht, der «Raum der Stille» ist kurzfristig zur Garderobe umfunktioniert. Und im historischen Saal hängen unter der Decke an Stahlverstrebungen wuchtige Scheinwerfer. In der Mitte des Raums steht ein mit Filz bezogener Spieltisch. Drei Kameras stehen parat: Generalprobe für den Samschtig-Jass von SRF 1. Der Aufnahmeleiter blickt auf die Uhr. Die grosse Flügeltür wird aufgestellt, denn gleich werden hier Monika Fasnacht und Dani Müller einziehen, so ist es für diese Sendung geplant.

«Achtung Applaus» weist der Aufnahmeleiter das Publikum an und die Moderatorin, der Schiedsrichter und der Spezialgast kommen herein und nehmen unter Applaus am Jasstisch Platz. Monika Fasnacht stellt die Jassgäste vor. Ein Portraitfilm wird eingeblendet. Doch – «Halt», ruft Monika Fasnacht. Die porträtierte Person gehört in eine andere Aufzeichnung. Zum Glück nur eine Generalprobe. Das mag sich auch Jassgast Patrick Walser aus Mühleberg im Kanton Bern denken. Der erfolgreiche Jasser unterliegt in der Probe dem Promijasser.

Familie kommt mit zum Daumendrücken

«Es war ein recht schwieriges Spiel», findet er, «für nachher hoffe ich das Beste.» Seine Familie ist mitgekommen zum Daumendrücken und darf ausnahmsweise mit in die Generalprobe. Mutter Silvia gibt an, «schon ein wenig Herzklopfen» zu haben, Anita, Patrick Walsers Ehefrau, gibt sich zuversichtlich: «Ich hab das Gefühl, er wirds gut machen.» Sohn Marco ist in Sachen Fernsehaufzeichnung bereits ein alter Hase: «Ich bin schon das sechste Mal als Zuschauer dabei», erzählt er.

Und wie nehmen die Promis die Sache mit der Aufregung? Schiedsrichter Dani Müller verrät sein Geheimrezept für die absolute Konzentration während der Sendungen, ihm darf schliesslich nichts durchgehen: «Viel schlafen in den Nächten davor.» Aufgeregt sei er nicht, eher «angespannt mit einem bisschen Adrenalin». Jede Sendung sei schliesslich anders und zu viel Routine auch gar nicht gut.

Das Jassen kommt zu den Leuten in die Region. Mit erheblichem Aufwand. Vier Lastwagen voll Equipment braucht es für die zwei Aufzeichnungstage. «Das ist das Konzept vom Samschtig-Jass: vor Ort sein», erklärt Chantal Walser, als Produktionsleiterin für alles verantwortlich, was mit Organisation, Logistik und Finanzen zu tun hat. Wie bindet SRF die Gastgeberorte mit ein? «Monika Fasnacht nennt den Namen der Restaurants», sagt Walser. Für die Aufzeichnungen im Jugendstilhotel habe man eine Szene beschlossen, in der Monika Fasnacht und Dani Müller einchecken. So könne man auch die schöne Umgebung zeigen.

Hinweis

Die Sendedaten aus dem Hotel Paxmontana: 17. Dezember sowie nächstes Jahr 14. Januar, 28. Januar und 4. Februar.

Jassen seit 50 Jahren

Die erste Jass-Sendung gab es 1967, ein Jahr später folgte «Stöck, Wys, Stich», Vorgänger des «Samschtig-Jass», der seit 1975 so heisst. Die Einschaltquoten sind stabil, der Marktanteil liegt bei rund 30 Prozent. Wer hats erfunden? Fernsehlegende Kurt Felix. Das Konzept zieht: Jassen in einer Beiz, der Zuschauer kann von zu Hause als Telefonjasser teilnehmen. Im Flüeli waren alle vier Aufzeichnungen ausgebucht. Immer wieder wollen Zuschauer die knisternde TV-Atmosphäre am eigenen Leib spüren.

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@ obwaldnerzeitung.ch