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FLÜELI-RANFT: Die Melchaa ist seine Inspiration

Mit Liebe zum Detail erschafft Thomas Moser ganze Welten in Intarsien. Seine Skulpturen kombiniert er mit Steinen aus der Melchaa. Heute zeigt er seine Werke der Öffentlichkeit.
Marion Wannemacher
Thomas Moser bei den Vorbereitungen für seine Ausstellung. (Bild: Marion Wannemacher (Flüeli-Ranft, 26. April 2017))

Thomas Moser bei den Vorbereitungen für seine Ausstellung. (Bild: Marion Wannemacher (Flüeli-Ranft, 26. April 2017))

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@ obwaldnerzeitung.ch

Das Atelier im Erdgeschoss des Bungalows ist hell erleuchtet. Thomas Moser sitzt an seinem Werktisch und schneidet papierdünne Furnierstücke für ein Bild zu. Es zeigt die Kapelle auf dem Ramersberg. «Das Material will sorgfältig ausgewählt werden», erklärt er und zeigt den Unterschied: Je nachdem ob die Maserung des knapp 1 Millimeter dünnen Holzes quer oder längs verläuft, ob darin Verwachsungen enthalten sind oder nicht, gibt es einen anderen Eindruck. Ein Intarsienkünstler muss strukturiert denken, ein Bild in flächige Strukturen einteilen können.

Sein Talent zur Einlegearbeit in Holz ist dem gebürtigen Goss­auer in die Wiege gelegt worden: Kennen gelernt hat er ihn eigentlich nicht mehr bewusst, aber es waren die Werke seines Grossvaters, die Thomas Moser von frühester Kindheit an faszinierten. Dessen Bilder bannten die heimische Umgebung in Intarsien, jedes Kind durfte ein Bild erben. Die Pfarrkirche von Gossau mit dem Riegelhaus ist heute in seinem Besitz. Als er dreizehn Jahre alt war, erlaubten ihm die Eltern, die eigene Zimmertür selbst zu gestalten. Der Jugendliche entschied, das Motiv einer Eule in Intarsien in die Oberfläche der Tür einzulegen. Eine Liebe war geboren.

Die «Gotthardpost» als Nagelprobe

Als nächstes grosses Projekt entschied er sich für die «Gotthardpost» nach Rudolf Koller. «Wenn du das machst, bist du gut», befand seine Mutter. Und sie sollte Recht behalten. Die «Gotthardpost» beanspruchte zwar zwei Jahre, aber die Nagelprobe gelang. Mit viel Liebe zum Detail gibt das Bild aus verschiedenen Hölzern die Dynamik des Originals wieder.

In den Lehrjahren hatte er zunächst keine Zeit mehr für seine Leidenschaft. Thomas Moser trat in die Fussstapfen seines Vaters und Grossvaters, die eine Schreinerei besassen. Er arbeitete in verschiedenen Betrieben in Amriswil, Luzern und St. Gallen und bildete sich zum Schreinermeister weiter. Mit 25 Jahren entschied er sich, nur noch mit Intarsien zu arbeiten, mietete in Gossau das Atelier des verstorbenen Malers August M. Bächtiger, dessen flächiger Malstil sich gut in Intarsien umsetzen liess. «Es machte mir Freude, mich in dieses Kunsthandwerk zu vertiefen», erzählt der heute 53-Jährige. «Das Zeichnen der Vorlagen war aber eine echte Herausforderung. Ich belegte deshalb an der Kunstgewerbeschule St. Gallen Kurse in gegenständlichem Freihandzeichnen und Aktzeichnen.» Auch mit Schnitzkursen bildete er sich weiter. «Das Schaffen im dreidimensionalen Raum ist ein Ausgleich zu den Intarsien», hält Thomas Moser fest.

Eine Stelle als Hilfsmesmer in Wil ergänzte sein Aufgabenfeld. Mittlerweile hatte Thomas Moser, der sich selbst eher als Kunsthandwerker denn als Künstler sieht, in der Altstadt von Wil ein Ladenatelier, fertigte im Auftrag von Kunden Intarsienbilder mit Wappen, Dorfansichten, Porträts und gab Kurse für Schreinerlehrlinge an der Berufsschule Wil, Buchs SG und Winterthur.

Irgendwie zog es ihn und Ehefrau Sabine aber in die Innerschweiz. 2004 begann Thomas Moser als Hauswart in der Stiftung Rütimattli, wo die beiden auch heute noch in einem Haus auf dem Gelände wohnen. Elf Jahre lang arbeitete er dort «mit Freude», wie er betont. Vor zwei Jahren nahm er eine kreative Auszeit, besuchte Kurse in Steinbearbeitung und Metallgiessen und fertigte wieder Intarsienbilder. Mittlerweile arbeitet er hauptsächlich in seinem Atelier und nebenbei als Teilzeitkraft im Gartenbau und als Aushilfssakristan in der Pfarrei Sachseln. In der Freizeit singt er im Jodlerklub Sarnen.

Verbundenheit zur Heimat kommt zum Ausdruck

Seine Liebe zur Natur spiegelt sich in seinen Skulpturen aus heimischen Hölzern wider. Diese kombiniert er mit Steinen, die er in der Melchaa findet. Seine Verbundenheit zur neuen Heimat Obwalden kommt in vielen Intarsienbildern zum Ausdruck: Mit akribisch genauen Details zeigen diese den Landenberg, die obere Ranftkapelle samt Sigristenhaus, das Geburtshaus von Bruder Klaus. Auf Velotouren, beim Joggen und Wandern holt er sich seine Inspiration.

Thomas Moser ist ein bescheidener Mensch, der nicht viel redet. Nun hat er sich entschieden, seine Werke in einer Ausstellung der Öffentlichkeit zu zeigen. Vor Ort wird er einen Einblick in seine Arbeit geben und an Intarsien schaffen.

Hinweis

Ausstellung Thomas Moser «Intarsien und Skulpturen», Alte Krone (Kronenhaus), Dorfplatz 11, Sachseln, 5. Mai, 19 Uhr Vernissage, 6. bis 20. Mai, Montag bis Freitag: 13.30 Uhr bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 17 Uhr.

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