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FLÜELI-RANFT: Ein altes Brauchtum lebt weiter

Handmähen ist das Hobby von Landwirt Paul Vogler und Familie: Mit seinen drei Kindern Peter, Monika und Heidi nimmt er gar an Meisterschaften teil.
Marion Wannemacher
Probelauf vor dem Wettkampf: Peter Vogler beim Handmähen. Vater Paul (links) gibt Tipps. Schwester Monika begutachtet das Ergebnis. (Bild Marion Wannemacher)

Probelauf vor dem Wettkampf: Peter Vogler beim Handmähen. Vater Paul (links) gibt Tipps. Schwester Monika begutachtet das Ergebnis. (Bild Marion Wannemacher)

In der Geissmatt im Flüeli ist ein Terrain abgesteckt. Der Motormäher bleibt heute für einmal auf der Seite. Handmähen ist angesagt. Mit Schwung führt Peter Vogler die rasiermesserscharfe Sense durchs Gras. Im Rhythmus spannt er seine Muskeln an und lässt die Sense in immer gleichen Halbkreisbögen durch die Halme sausen. Was für den Zuschauer spielend einfach aussieht, ist harte Arbeit. Der Schweiss strömt auf Gesicht und Unterhemd des 22-Jährigen. «Das machst du gut», ermuntert ihn sein Vater Paul Vogler. Korrigieren muss er kaum. Gleich ist die 17-jährige Tochter Heidi dran.

Training wie im Wettkampf

Der Gemeindepräsident von Sachseln pflegt mit seinen drei erwachsenen Kindern Peter, Monika und Heidi ein ungewöhnliches Familienhobby. Während sich andere auf dem Velo fit halten oder joggen, trainiert das Quartett für ihre Wettkämpfe im Handmähen. Dieses Jahr steht noch ein Wettkampf aus – die Innerschweizer Handmähmeisterschaft am Sonntag, 25. August, in Rothenthurm. Landwirt Paul Vogler trainiert mit seinen Kindern und sonst auch mit weiteren Handmähern zu Wettkampfbedingungen.

Ganz ohne Motorsense

«Wir haben im Betrieb sehr steile Flächen, die wir von Hand mähen müssen, und ausserdem wird durch diesen Sport ein altes Brauchtum erhalten», begründet Paul Vogler das Engagement seiner Familie für das Handmähen. «Wir haben keine Motorsense», erklärt Sohn Peter stolz, der in Zweitausbildung im Betrieb zu Hause arbeitet. Handmähen verursacht keinen Lärm und ist obendrein nützlich. Ausserdem ist es ein Hobby, bei dem die ganze Familie dabei sein kann. «Und man lernt die Schweiz kennen», ergänzt Peter. Zwischen Wettkampf und Rangverkündigung sei meist noch Zeit für Bergwanderungen.

Drei wichtige Wettkämpfe gibt es beim Handmähen: in Herisau, Frutigen und Rothenthurm. In drei verschiedenen Kategorien treten die Voglers an, gewertet wird einzeln. Und sie haben Erfolg: Heidi Vogler war im vergangenen Jahr gar schweizweit Juniorenmeisterin. Peter kämpft sich zurzeit in seiner Kategorie Herren I mit Erfolg nach oben. Am vergangenen Sonntag in Frutigen trugen Vater und Sohn Kränze heim.

Zusammenhalt ist wichtig

Wichtig ist allen der Zusammenhalt mit den anderen Teilnehmern aus Obwalden: Vor den Wettkämpfen trainieren jeweils einige Obwaldner Handmäher gemeinsam und unterstützen sich gegenseitig. Zehn bis fünfzehn Teilnehmer gibt es aus dem Kanton. Einer von ihnen, Markus von Ah, ebenfalls vom Flüeli, nimmt dieses Jahr an der Europameisterschaft in Toblach teil, die im September im Südtirol stattfindet.

Schon von klein auf sind die drei Kinder dabei. Etwa mit zehn Jahren stiegen sie jeweils ein. Früher war auch Pauls Ehefrau Rita mit von der Partie. Heute hält sie ihrer Familie den Rücken frei. «Ich versorge an den Wettkampftagen das Vieh», sagt sie.

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