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FLÜELI-RANFT: Nur dank Holzschnitzeln lohnt sich die Waldnutzung

Der Verband Wald Obwalden schaute an seiner Versammlung auf die Forstbranche. Während die Holzpreise nach wie vor im Keller sind, gibt es auch Lichtblicke. Kritik erntet der Waldentwicklungsplan.
Geehrte Forstfachleute: Neben Präsident Erwin Heymann (links) stehen August Imfeld, Hans Ming (40 Jahre), Pius Wallimann, Melk Kathriner und Walter Berchtold (30 Jahre, von links). Rechts Oberförster Roland Christen. (Bild: Richard Greuter (Flüeli-Ranft, 17. November 2017))

Geehrte Forstfachleute: Neben Präsident Erwin Heymann (links) stehen August Imfeld, Hans Ming (40 Jahre), Pius Wallimann, Melk Kathriner und Walter Berchtold (30 Jahre, von links). Rechts Oberförster Roland Christen. (Bild: Richard Greuter (Flüeli-Ranft, 17. November 2017))

Insgesamt 40 Prozent der Obwaldner Kantonsfläche sind mit Wald bedeckt. Dies sind rund 20500 Hektaren Wald, die seit Jahren – wie auch in anderen Kantonen – als Folge der miserablen Holzpreise eingeschränkt genutzt werden. Könnten die Waldbesitzer ihr Holz nicht als Holzschnitzel für Heizzwecke vermarkten, wäre eine ökonomische Nutzung nicht mehr möglich.

Laut Ruedi Egger, der für die Vermarktung verantwortlich ist, wurden in den Obwaldner Wäldern im vergangenen Jahr 32 500 Kubikmeter Hackholz geschlagen. Gegen 6000 Kubikmeter mehr als in den beiden Vorjahren.

Erfreulicher Nachwuchs in der Forstbranche

Doch es gibt auch Lichtblicke, wie an der 79. Generalversammlung von Wald Obwalden im Hotel Paxmontana in Flüeli-Ranft zu vernehmen war. Gemäss Andreas Bacher vom Amt für Wald und Landschaft stellt die Klimastiftung Schweiz in den nächsten vier Jahren 2 Millionen Franken für die Waldnutzung bereit. Vorgesehen ist ein jährlicher Betrag von 500000 Franken für Wälder, in denen seit 30 Jahren kein Baum mehr gefällt worden ist.

Der grösste Lichtblick ist zweifellos der erfreuliche Nachwuchs. Von den 86 Lehrlingen, die in Goldau die Berufsschule besuchen, kommen 19 Lernende aus dem Kanton Obwalden.

Auf Erfreuliches kann auch das Forstpersonal hoffen. Laut Erwin Heymann, Präsident Wald Obwalden, sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Forstunternehmen aus staatlichen Strukturen herausgelöst und privatisiert worden. Somit wäre es Zeit, das Forstpersonal einem Gesamtarbeitsvertrag zu unterstellen. Allerdings seien die Diskussionen zu diesem Thema eben erst angelaufen.

Einen weiteren Hoffnungsschimmer bildet die neu gegründete Aktiengesellschaft Wärmeverbund Sarnen. An der Firma sind der Kanton und die Gemeinde Sarnen mit je 24 Prozent beteiligt. Die Aktienmehrheit von 52 Prozent liegt bei der Korporation Freiteil. Präsident Heymann rechnet mit einer Heizleistung von rund 5 Megawatt und einem Holzbedarf von etwa 10000 Kubikmeter Holz pro Jahr.

Wald nicht verbürokratisieren

Laut Oberförster Roland Christen sind die Obwaldner Wälder im Waldentwicklungsplan in verschiedene Vorrangfunktionen eingeteilt. Rund 57 Prozent der Wälder sind in einer Schutzfunktion, wo die Bewirtschaftung mit Beiträgen gesichert wird. 13 Prozent sind Naturreservate ohne Nutzung. Etwa 2 Prozent dienen der Erholung, und 25 Prozent sind ohne Vorrangfunktion und damit frei nutzbar.

Wenig Verständnis für diese Aufteilung zeigte Roland Fässler, seit Anfang Juli Präsident von Wald Schweiz. «Wir müssen aufpassen, dass wir den Wald nicht verbürokratisieren», lautete seine Kritik an die Waldpolitik des Bundes. Er habe vor zwei Jahren im eigenen Wald erfahren, dass ein Teil als Nutzwald und ein Teil als Schutzwald ausgewiesen worden seien und ein weiterer Teil der Biodiversität diene, erzählte der Appenzeller und fügte hinzu: «Ich als Laie hatte den Eindruck: Der Wald sieht überall gleich aus.»

Regierungsrätin Maya Büchi hielt an der Versammlung fest, dass Bäume laut einem Bericht gut für Körper und Psyche seien. Seit Anfang Jahr wird die Rechnung von einer Geschäftsstelle geführt. In ihrem Kassenbericht informierte Lucia von Moos über einen Minusbetrag von rund 16000 Franken. Im Vorjahr waren es etwas mehr als 28000 Franken.

Richard Greuter

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

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