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FLÜELI-RANFT: Was wird aus dem Juvenat?

Nach dem Wegzug der Stiftung Juvenat stehen Schule und Internat leer. Bislang habe sich kein ernsthafter Interessent gefunden, bestätigt Franziskanerpater Klaus Renggli.
Marion Wannemacher
Pater Klaus Renggli von der Gemeinschaft der Franziskaner in Flüeli-Ranft. (Bild: Marion Wannemacher (Flüeli-Ranft, 13. Oktober 2017))

Pater Klaus Renggli von der Gemeinschaft der Franziskaner in Flüeli-Ranft. (Bild: Marion Wannemacher (Flüeli-Ranft, 13. Oktober 2017))

Marion Wannemacher

marion.wannemachery@obwaldnerzeitung.ch

Noch hängt an der Eingangstür das Schild der Stiftung Juvenat, der Parkplatz vor dem Schulgebäude am Hobacher aber ist leer, die Räume machen einen unbewohnten Eindruck. «Ja, es ist ruhiger geworden geworden», bestätigt Pater Klaus Renggli von der Gemeinschaft der Franziskaner in Flüeli-Ranft. «Die Mitarbeiter hatten zwei Büros in unserem Haus, sie kamen immer Mal zum Kaffeetrinken vorbei, der Austausch fehlt mir schon», erzählt er.

In der klösterlichen Gemeinschaft wohnen ausser Pater Klaus Renggli auch Pater Xavier Tachel und Pater Damian Mennemann. Die Stiftung Juvenat ist ins Melchtal in das ehemalige Institut gezogen, das sie gekauft und umgebaut hat. Dort hat sie im August ihren Schulbetrieb aufgenommen. Vorher kam das Essen für die Franziskaner aus der Küche der schulischen Einrichtung. Nun kommt im Hobacher der Mahlzeitendienst von Pro Senectute oder eine Aushilfsköchin vorbei.

«Ich empfinde eine gewisse Wehmut», fasst Pater Klaus Renggli die Stimmungslage zusammen, «aber ich fühle mich wohl hier.» Die Franziskanergemeinschaft hat vor allem eine Sorge: einen neuen Mieter zu finden. «Wir sind auf den Mietzins für unsern Lebensunterhalt angewiesen», sagt Renggli. Als franziskanische Gemeinschaft seien sie für sich selbst verantwortlich und selbstständig.

Spezialisierte Immobilienberatung sucht Mieter

Das offizielle Mandat für die Vermietung der Immobilie von Schulhaus und Internat hat die Firma Pro Secur aus dem deutschen Köln. Die Unternehmung berät ausschliesslich kirchliche und karitative Einrichtungen. Auf vier Internetportalen ist das Objekt aufgeschaltet. Bislang aber habe es nur wenige Interessenten gegeben, bestätigt Pater Klaus Renggli: «Einige soziale Einrichtungen haben nachgefragt, aber dann nichts mehr von sich hören lassen», erzählt er. Man habe auch die Gemeinde Sachseln und den Kanton orientiert. 2013 wurde das Gebiet der Liegenschaft in eine Sonderzone zur «Erfüllung des Zweckes des Juvenats» umgewandelt. Diese müsse nun erst wieder geändert werden. Die Gemeinde zeige sich aber sehr entgegenkommend, versichert der Franziskanerpater.

Die Ordensgemeinschaft möchte den Gebäudetrakt weiterhin zu gemeinnützigen Zwecken, als Schule oder für eine Familien-, Bildungs- oder Jugendeinrichtung vermieten. Vielleicht ist aber der im Dossier angegebene Mietpreis von 14000 Franken im Monat zu teuer? Im alten Gebäudeteil im Internat sind Renovierungen an Wasserleitung, Sanitäranlagen und Heizung notwendig. «Je nach Absprache umfasst dieser Preis Kapelle und Turnraum, ausserdem können wir entgegenkommen», erklärt Pater Klaus Renggli. Im Fall eines Kaufs könne man den Klosterteil auch zurückmieten. Oder im schlimmsten Fall ganz gehen.

Der Orden ist im Kanton erwünscht

Aber sehr viel lieber möchten die Franziskaner bleiben. Sie hofften auf jüngere Verstärkung im kommenden Jahr, betont der gebürtige Entlebucher. Er lebt hier mit Unterbrechungen seit 1971. «Die lokale Kirche hat jedenfalls ein Interesse an uns. Generalvikar Martin Kopp hat dem Orden gegenüber geäussert, dass eine franziskanische Präsenz im Kanton wünschenswert sei», hält Renggli fest, der Seelsorge in Kerns und an anderen Orten leistet. Pater Xavier begleitet Menschen, die eine Auszeit benötigen, Pater Damian hält in der Kapelle und bei Ordensschwestern Gottesdienste. Viermal in der Woche halten die Patres für die Kaplanei den offiziellen Gottesdienst in ihrer Kapelle.

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