FLÜELI-RANFT: Zentrum öffnet Türen für viele Religionen

Viel Beachtung fand das Zentrum Ranft in der Feierstunde am Tag der offenen Tür. Es soll ein Ort der interreligiösen Begegnung sein. Dabei hilft ein Bauunternehmer wacker mit.

Marion Wannemacher
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Marion Wannemacher

<span class="mail_autor">marion.wannemacher@</span><span class="mail_autor">obwaldnerzeitung.ch</span>

Das Zentrum Ranft ist ein Projekt, das durch viel Unterstützung möglich wurde. Das wurde in der Feierstunde am Morgen deutlich. Und viele der zahlreichen Gäste haben eine persönliche Beziehung zum Dorotheahaus. Gekommen war zum Tag der offenen Tür am Samstag unter anderen eine Delegation der Dorothea-Schwestern. Regierungsrat Franz Enderli, der im Beirat des Zentrums ist, verriet in seiner Ansprache, wie persönlich seine Beziehung sei. Als er 1981 nach dem Studium in seiner ersten Anstellung in der Pfarrei Kerns für Jugendarbeit zuständig war, sei hier gerade das Friedensdorf eröffnet worden. «Das Friedensdorf, das damals von Jugendverbänden initiiert und betrieben wurde, hat mich persönlich begeistert.» Er habe sich häufig dort aufgehalten.

Enderli verwies auf die wechselvolle Geschichte des Hauses, das 1865 als Hotel Stolzenfels gebaut und später von den Dorothea-Schwestern als Mädchen­institut geführt worden war. Der Hungerstreik der Kurden um 1991 habe schweizweit Beachtung gefunden. Später habe dann der Verein Via Cordis dem Haus eine spirituelle Ausrichtung gegeben. «Das Haus liegt mir am Herzen», erklärte Enderli, warum er im Beirat mitarbeite. Er dankte Ursula Bründler und allen, die die Initiative ergriffen haben und das Haus neu positionieren möchten. Ein Neuanfang sei da. Wichtig sei, welcher Geist im Hause herrsche. «Mit der Ausrichtung Zentrum Ranft ist bereits der Bogen geschlagen», sagte Enderli.

Unterstützung aus Dank für eigene Erfolge

Der Slogan «Mehr Ranft» für das Jubiläumsjahr von Niklaus von Flüe bedeute ja mehr Bescheidenheit, Konzentration auf das Wesentliche, mehr Schlichtheit, mehr Meditation. «Ich hoffe, dass hier ein guter Geist herrscht», sagte Enderli. Er wünsche ihnen einen Geist des Aufbruchs, der Offenheit, der Suche nach Wahrheit und der Gastfreundschaft. Drei Jahre lang wird die Schmid-Gruppe aus Ebikon die Arbeit im Zentrum Ranft mit je 50000 Franken pro Jahr unterstützen. Aus Dankbarkeit für seine unternehmerischen Erfolge stelle er 20 Prozent des Reingewinns für sein eigenes Personal einerseits und andererseits dem Gemeinnutzen zur Verfügung, erklärte Hans Schmid, Verwaltungsratspräsident der Gruppe.

Zur Ausrichtung des Hauses erklärte Ursula Bründler Stadler, Präsidentin des Vorstandes: «Sowohl hinduistische, buddhistische, jüdische, muslimische als auch Sufitraditionen (spirituelle Strömungen aus dem islamischen Kulturkreis) sind herzlich willkommen. Ein Miteinander und ein Für-sich-sein-Dürfen sind wichtig. Mystische Traditionen haben immer schon vereint, nicht getrennt.» Roberto Chavez, ein peruanischer Schamane, segnete zum Abschluss der Feierstunde das Haus mit einer Zeremonie, bei der die Erde als nährende Kraft angerufen wurde. Am Nachmittag hatten die Besucher Gelegenheit, in das Kursangebot zu schnuppern und an einer Friedensmeditation des Verein Solidarität Libanon–Schweiz zu Niklaus von Flüe teilzunehmen.