Flugplatz Kägiswil: Es geht einen Schritt vorwärts

In die Umnutzung des ehemaligen Militärflugplatzes in einen zivilen Flugplatz kommt offenbar Bewegung. Das Gesuch dazu soll bald öffentlich aufgelegt werden.

Robert Hess
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Die beiden Obwaldner Segelflieger Dennis Schürmann (rechts auf dem vorderen Sitz) und Guido Müller schafften im letzten Vereinsjahr über dem Titlis eine Überhöhung um 4933 Metern auf 7026 Metern über Meer. Anschliessend sanken sie auf rund 6000 Meter ab, um die Eigernordwand (Bildmitte unterer Teil) aus dem Flugzeug zu betrachten. (Bild: PD (8. April 2018))

Die beiden Obwaldner Segelflieger Dennis Schürmann (rechts auf dem vorderen Sitz) und Guido Müller schafften im letzten Vereinsjahr über dem Titlis eine Überhöhung um 4933 Metern auf 7026 Metern über Meer. Anschliessend sanken sie auf rund 6000 Meter ab, um die Eigernordwand (Bildmitte unterer Teil) aus dem Flugzeug zu betrachten. (Bild: PD (8. April 2018))

Seit die Obwaldner Stimmberechtigen am 3. März 2013 den Kredit für einen Kauf des ausgemusterten Militärflugplatzes Kägiswil durch den Kanton mit über 62,4 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt haben, ist ein langwieriges Umnutzungsverfahren im Gang. Der Flugbetrieb konnte weitergeführt werden, nachdem der Kanton mit der Armasuisse einen Baurechtsvertrag über das Flugplatzareal abgeschlossen hatte und dieses an die Flugplatzgenossenschaft Obwalden als Betreiberin des Flugplatzes vermietete.

In den vergangenen Jahren war der Stand des Umnutzungsverfahrens stets auch ein Thema an der Generalversammlung der Segelfluggruppe Obwalden, für welche Kägiswil der Heimflugplatz ist. So informierte Gruppenmitglied Ruedi Waser, Präsident der Flugplatzgenossenschaft Obwalden, auch an der GV vom Samstag im Restaurant Adler in Kägiswil kurz über den Stand der Dinge. Laut seiner Einschätzung werde das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) das Umnutzungsgesuch im Verlaufe der kommenden Monate während 30 Tagen öffentlich auflegen. Die geforderten Unterlagen seien beim Bazl eingereicht, darunter auch das neue Betriebsreglement. Als eine der folgenden Schritte erwähnte Waser die Anpassung des kantonalen Richtplanes.

Ziel ist es, die 900-Stunden-Marke zu knacken

Nicht minder bedeutend waren die ordentlichen Traktanden der GV. So erwähnte Obmann Peter Steinmann in seinem Jahresbericht, «dass wir mit 894 Flugstunden im 2018 total 146 Stunden mehr geflogen sind als im Vorjahr. Dies soll nun ein Ansporn für 2019 sein», so Steinmann weiter, «auch mit dem derzeit etwas reduzierten Bestand von 25 aktiv fliegenden Piloten, davon 5 Flugschüler, die 900-Stunden-Marke zu knacken.» Der beste Flug 2018 sei Daniel Baumli mit 733 Kilometern gelungen, der auch die Gesamtwertung der gruppeninternen Wettbewerbe mit 2619 Punkten vor Guido Müller mit 2600 Punkten gewonnen habe, berichtete der Obmann.

Baumlis Rekordflug führte am 22. April in 8 Stunden und 18 Minuten (selbstverständlich nonstop) von Kägiswil zum Lac de Vallon im Departement Haute-Savoie in Frankreich und von dort nach Davos und wieder zurück nach Kägiswil. Am gleichen Tag schafften Cheffluglehrer Thomas Bächler mit 671 Kilometer sowie Guido Müller mit 630 Kilometer in je rund 8 Stunden Spitzen-Leistungsflüge.

Bis über 7000 Meter hinauf geflogen

Schliesslich sei hier noch die höchste Überhöhung zu erwähnen. Über dem Titlis stiegen die beiden Piloten Dennis Schürmann und Guido Müller am 8. April bis auf eine Höhe von 7026 Meter über Meer, wobei sie eine Überhöhung von 4933 Metern schafften.

Im Hinblick auf sinkende Mitgliederzahlen beantragte der Vorstand eine Anpassung der Flottenpolitik, um Kosten zu reduzieren. Die Versammlung beschloss nach angeregter Diskussion, den Zweisitzer Duo HB-3438 zu verkaufen, falls dies zu einem guten Preis von rund 130000 Franken inklusive Anhänger möglich sei. Einen entsprechenden Beschluss will die SGOW später per E-Voting unter den Mitgliedern fällen, eine Möglichkeit, die an der GV vom Samstag mit einer Statutenänderung eingeführt wurde.

Im Vorstand wurden Peter Steinmann als Mitglied und Obmann sowie Kassier Daniel Hirschi und Beisitzer Guido Müller auf je zwei Jahre bestätigt. Für den zurücktretenden Bauchef Herbert Eugster wurde einstimmig Thomas Schlaubitz auf zwei Jahre gewählt. Insgesamt gehören dem Verein 53 Mitglieder an.