Flugplatzfreunde ergreifen Referendum

Der Verkauf des Flugplatzes Kägiswil soll mit einem Referendum verhindert werden. Ausweichmöglichkeiten sehen die Flieger kaum.

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Ein Segelflugzeug steuert den Flugplatz Kägiswil an. (Bild: Archiv Robert Hess / Neue OZ)

Ein Segelflugzeug steuert den Flugplatz Kägiswil an. (Bild: Archiv Robert Hess / Neue OZ)

«Der Unterschriftenbogen wird nächste Woche an alle Haushalte im Kanton Obwalden verteilt», sagt Ruedi Waser, Präsident der Flugplatzgenossenschaft, die sich um den Betrieb in Kägiswil kümmert. Bis zum 22. Oktober hat das Referendumskomitee Zeit, die notwendigen 100 Unterschriften zu sammeln. Mit dem Referendum soll der Entscheid des Kantonsrats korrigiert werden, dass der Kanton die Piste und die Rollwege von der Armasuisse kauft, den Betrieb auf dem Flugplatz einstellt und die Flächen teilweise renaturiert. Das Referendumskomitee führt unter anderem ins Feld, dass der Flugplatz Kägiswil eine der wenigen Ausbildungsstätten für den fliegerischen Nachwuchs sei. Und er sei auch eine touristisch und wirtschaftlich wertvolle Sport-, Freizeit- und Verkehrsanlage. Für den Erhalt des Flugplatzes will auch die Vereinigung «Pro Flugplatz Kägiswil» kämpfen, die sich laut Ruedi Waser derzeit in Gründung befindet.

In Alpnach stellen sich Probleme

Am Rande einer Veranstaltung des Obwaldner Gewerbeverbandes sagte der Alpnacher Flugplatzkommandant Albert Ulrich, er erwarte, dass mit der Schliessung des Flugplatzes Kägiswil der Druck auf Alpnach zunehme. Gleichzeitig hielt er fest, dass die Integration der Sportfliegerei auf dem Flugplatz Alpnach verschiedene Probleme bieten dürfte. Neben einer deutlichen Erhöhung der Flugbewegungen um rund 12 000 zu den heute 16 000 erwähnte er zusätzliche Auflagen und die fehlende Infrastruktur wie Hangars. Die Verantwortlichen des Flugplatzes Kägiswil sind zwar noch nie mit der Armee zusammengesessen, doch «Ulrichs Vorbehalte sind wahrscheinlich berechtigt», räumt Ruedi Waser ein.

Zum Vorschlag des Kommandanten, nach Buochs auszuweichen, sagt Waser: «Dort ist die Chance gleich null.» Von den zulässigen 18 000 Flugbewegungen beanspruchten die Pilatuswerke den Löwenanteil. «Es bleibt kaum etwas übrig.»

mu/red.