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FOTOGRAFIE: Seine Liebe zum Auto blieb – früher die Formel 1, heute Oldtimer

Der Obwaldner Daniel Reinhard hat jahrzehntelang zu den renommiertesten Formel-1-Fotografen der Welt gezählt. Heute setzt er beruflich auf seine Website, eine der meistbeachteten Plattformen für Oldtimer im deutschsprachigen Raum.
Daniel Reinhard mit Helmen, die von Ayrton Senna (l.) und Karl Wendlinger getragen wurden (Bild: Dominik Wunderli (Sachseln, 13. März 2018))

Daniel Reinhard mit Helmen, die von Ayrton Senna (l.) und Karl Wendlinger getragen wurden (Bild: Dominik Wunderli (Sachseln, 13. März 2018))

Es sind Zahlen, auf die der Sachsler Daniel Reinhard zu Recht stolz ist. Jährlich besuchen Hunderttausende von Besuchern, dar­unter viele Journalisten, seine Website zwischengas.com und generieren so monatlich mehr als 1,1 Millionen Klicks auf dem Portal, das Reinhard zusammen mit Bruno von Rotz und Balz Schreier vor mehr als sieben Jahren gegründet hat. «Zwischengas», der Name ist Programm: Früher musste beim Autofahren während des Schaltvorgangs noch aufs Gaspedal gedrückt werden. Der Name thematisiert die Welt des Automobils also bis zurück in die Anfänge.

Auf der Site finden sich zum Beispiel sämtliche Ausgaben der «Automobil-Revue» im Zeitraum von 1906 bis 2000. Aber auch alle Exemplare der Fachzeitschrift «Auto, Motor und Sport» zwischen 1952 und 2000 oder der «ADAC-Motorwelt» ab 1925 bis ins Jahr 2000. Den Zugang zum Archiv gibt’s für den Preis von 69 Franken pro Jahr.

Die tragischen Momente eines Pressefotografen

Beim Firmenaufbau halfen Reinhard die 37 Jahre als Fotograf an den Pistenrändern der Formel-1-Strecken dieser Welt. In diesem Metier hat sich Reinhard einen Namen gemacht, der weit über die Landesgrenzen hinausreicht. Er besuchte 553 Rennen dieser Serie. Unter den Schweizer Pressevertretern rangiert er damit auf Platz 2, übertroffen nur vom «Blick»-Formel-1-Experten Roger Benoit, der bereits im September 2016 die Marke von 700 Einsätzen erreichte.

Reinhard kennt sie alle, die grossen Player in diesem spektakulären Sport. Dank den Beziehungen seines Vaters Josef lernte er bereits als Heranwachsender die Schweizer Formel-1-Legenden Jo Siffert und Clay Regazzoni kennen. Heute steht er auf Du und Du mit Grössen wie dem vierfachen Weltmeister Sebastian Vettel, dem einstigen starken Mann in der Formel 1. Er kennt aber auch Bernie Ecclestone, Niki Lauda oder Dietrich Mateschitz, die treibende Kraft im Red-Bull-Konzern und gemäss «Forbes» mit 13,4 Milliarden Dollar der reichste Österreicher.

Seit letzter Saison ist Reinhard nicht mehr bei Rennen dabei. Anlässlich der Saisonvorbereitungen in Barcelona ist er aber, wie vor wenigen Tagen, immer noch Teil der Formel-1-Familie, von der er in der «Wir-Form» spricht. So auch auf die Frage, wie es dem beim Skifahren verunfallten Rekordweltmeister Michael Schumacher gehe. Die Antwort lässt nichts Gutes erahnen: «Wir wissen es einfach nicht.»

Seiner Zeit als Rennfotograf trauert Reinhard nicht nach. Die wirtschaftliche Lage dieser Serie habe sich in den letzten Jahren, so der 57-Jährige, verschlechtert. Das habe auch er zu spüren bekommen. Zudem sei die zeitliche Belastung enorm. «Ich bin Vater von zwei Kindern, und ich habe aufgrund meines Berufes einiges verpasst.» Etwa die Erstkommunion seines Sohnes. Heute arbeitet er für BMW noch unter anderem an Rennen anlässlich der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft zehnmal pro Jahr.

Während seiner Zeit als Formel-1-Rennfotograf ist er vielen Fahrern begegnet. So auch Ayrton Senna, den er bei einem vom Brasilianer ausgeschriebenen Fotowettbewerb kennen lernte. «Danach hab ich ein paar Mal mit ihm gesprochen. Zum Beispiel als ich ihn nach dem Rennen von Montreal zufällig beim Sightseeing in der City traf.» Reinhard musste dann auch miterleben, wie der dreifache Weltmeister am 1. Mai 1994 anlässlich des Grossen Preises von San Marino aus dem Leben schied. «Ich stand an der Tosa-Kurve, als die Meldung über den Unfall per Lautsprecher verkündet wurde.» Sennas Unfall ereignete sich in der Tamburello-Kurve. Mit dem Minivelo, das Reinhard immer dabeihatte, begab er sich sofort an den Unglücksort und schoss Bilder, die er niemals hätte ver­öffentlichen wollen. Starb der Brasilianer vor Ort? Es sei davon auszugehen. Reinhard sagt aber: «Es hiess dann, Ayrton sei auf dem Weg ins Spital verstorben.» Das hiess es immer, so Reinhard. Denn kein Streckenbetreiber war darauf erpicht, dass am Ende des Tages noch die Staatsanwaltschaft auf dem Gelände aufgekreuzte.

Thomas Heer

thomas.heer@luzernerzeitung.ch

Daniel Reinhard zusammen mit Sebastian Vettel. (Bild: PD)

Daniel Reinhard zusammen mit Sebastian Vettel. (Bild: PD)

Daniel Reinhard zusammen mit Michael und Corinna Schumacher. (Bild: PD)

Daniel Reinhard zusammen mit Michael und Corinna Schumacher. (Bild: PD)

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