Fragen zu Auswirkungen zugewanderter Erwerbstätiger in Obwalden

Die Regierung konnte infolge fehlender Zahlen einen Vorstoss nicht in jedem Detail beantworten.

Martin Uebelhart
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In einer Interpellation hat sich Thomas Michel (SVP, Kerns) über die Entwicklung und die Auswirkungen der zugewanderten Erwerbstätigen erkundigt. Die Fragen des Vorstosses bezogen sich auf die Bereiche Fachkräftemangel, Langzeit-Sozialbezüger und Schulsozialarbeit.

Einige Fragen seien unbeantwortet geblieben, hielt der Interpellant gestern im Kantonsrat fest. Für die Anteile der zugewanderten Erwerbstätigen gebe es keine kantonale Statistik. Gleich töne es bei der Frage wie hoch der Deckungsgrad des Fachkräftemangels durch Zuwanderer aus der EU und Drittländern sei. Keine Angaben gebe es auch zu Sozialbezügen von der Invalidenversicherung oder der Suva.

Dazu meinte Michel: «Eine Investition ins Wissen bringt die besten Zinsen.» Denn wer wisse, wo er hin wolle, wisse auch, welcher Wind gut für ihn sei. Man müsse wissen, wie sich das Obwaldner Volk zusammensetze und einwickelt.

Ausländer beziehen mehr Arbeitslosenentschädigung

Nachdenklich habe ihn gestimmt, dass das die Ausländer mit einem relativ kleinen Anteil von 15 Prozent an der Wohnbevölkerung mit 45 Prozent fast die Hälfte der Arbeitslosengelder beziehen. «Hier läuft definitiv etwas aus dem Ruder», befand er. Bei den Ausbildungsstipendien sehe es ähnlich aus, wo rund 26 Prozent der Beiträge an Ausländer gingen. «Diese Relationen sind erschreckend und für den Rest der Wohnbevölkerung in Obwalden nicht verständlich.» Die Verteilung müsse gerechter werden.

Überrascht habe ihn das sich der Anteil der Grenzgänger in Obwalden seit 2010 auf 239 verzehnfacht hätte. «Wo sind wir in zehn Jahren?», fragte er. Darauf gelte es ein Auge zu haben. (mu)