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FREILICHTSPIELE: «Winnetou»-Geschäftsführer Niffeler: «Aufzuhören, wäre ein Fehlentscheid»

Der verantwortliche Geschäftsführer Florian Niffeler spricht schon ganz konkret von einer Neuauflage der Freilichtspiele in Engelberg und äussert sich über erwartete Besucherzahlen und mögliche Verbesserungen.
Markus von Rotz

Interview: Markus von Rotz

markus.vonrotz@obwaldnerzeitung.ch

Florian Niffeler, es war ein intensiver Monat: Was ist grösser: Die Erleichterung, dass es vorbei ist, oder die Freude, dass es so gut lief?

Beides. Am Sonntagabend flossen schon ein paar Tränen. Wir hatten es nun gut im Griff, und man fragte sich, ist es nun wirklich fertig? Wir hatten am Schluss noch zwei, drei ganz schöne Aufführungen. Mit so einem Ende aufzuhören, hält allen den Anlass in guter Erinnerung. Aber etwas weh tut es schon, zuzusehen, wie abgebaut wird. Doch wir hoffen, bald wieder aufbauen zu können.

Im Moment aber läuft nun mal der Abbau, wie lange?

Der grobe Abbau wird am Donnerstag fertig sein. Für die Kulissen müssen wir uns etwas mehr Zeit lassen, vor allem für die Westernstadt, die am 1. August durch ein Unwetter in Mitleidenschaft gezogen wurde. Das Pueblo ­bauen wir wohl etwas später ab. Bleiben wird ausser den neu erstellten Hügeln nichts. Das Wasser im See wird abgelassen.

Apropos Wasser: In den ersten Tagen war es offenbar bei Regen schwierig, die Schauspieler zu verstehen. Konnte man das korrigieren?

Ja, das stimmt. Bei starkem Regen war der nahe Wasserfall viel lauter, zudem prasselte der Regen aufs Dach der Tribünen. Wir haben dann die Lautstärke etwas angepasst, diese Rückmeldungen verschwanden daraufhin.

Gibt es schon Indizien, was man bei einem nächsten Mal besser machen sollte?

Wir haben eine lange Liste von Details, die man von aussen vielleicht gar nicht so wahrnahm. Das VIP-Angebot oder den Karl-May-Circle wollen wir überarbeiten sowie die Westernstadt und das Bühnenbild. Bleiben wird die Platzierung der Tribünen. Preislich wollen wir Anpassungen vornehmen, vor allem für Familien war es zu teuer. Kinder zahlten 48 Franken. Wir denken an Familiennachmittage am Mittwoch.

Sie haben kommuniziert, Winnetou soll wohl nächstes Jahr wieder durch die Engelberger Prärie reiten? Ist der Entscheid nicht wirklich schon gefallen? Was könnte noch dagegen sprechen?

Man weiss, dass wir uns die Rechte und die Bewilligung für fünf Jahre gesichert haben. Das war von Anfang an unsere Absicht, und wir sehen im Moment keine grossen Schwierigkeiten, auch wenn es finanziell wegen des Wetters knapper endete als geplant. Doch das Stück steht in groben Zügen, die Schauspieler und Statisten müssen wir wieder verpflichten, erste Gespräche sind angelaufen, noch dieses Jahr soll bereits der Vorverkauf starten. Es sollte alles lösbar sein, auch die Gemeinde unterstützt uns. Alle haben gesagt, bis nächstes Jahr. Andere Stimmen haben wir nicht gehört. Tja, was könnte dagegen sprechen? Vielleicht, wenn wir beim Graben auf einen Mammutzahn stossen sollten ...

Tourismuschef und Tal­ammann sind begeistert. Waren auch Touristen unter den Besuchern, oder reisten alle extra am Tag an?

Das wissen wir einigermassen, und das ist auch unsere grösste «Baustelle». Wir hatten eine durchschnittliche Anfahrtsstrecke von 40 Kilometern. Das ist viel zu wenig. Daran müssen wir arbeiten. Touristen konnten ein Package mit Übernachtung buchen, und die Hoteliers konnten so Billette etwas günstiger für sie beziehen. Es gab doch etwas über tausend Logiernächte dadurch.

Spürte man gegen Schluss einen gewissen Endspurt in der Anzahl Besucher?

Verhalten. Das Wetter beeinflusste das Ganze extrem, bis hin zum Applaus, der bei schlechtem Wetter verhaltener war, wenn die Leute kalt hatten.

Wie könnte man es bei schlechtem Wetter noch angenehmer machen?

Wir könnten Windschutz einbauen oder Decken verteilen, aber hartgesottene Freilichtbesucher kennen sich aus und kleiden sich entsprechend. Ich habe viele gefragt, ob sie gefroren hätten, aber es hat niemand nach einer Sitzheizung geschrien. Wen es verregnete, der hatte natürlich Pech.

Aufgrund erster Schätzungen sprachen Sie zu Beginn von 35000 möglichen Besuchern. Am Ende sind es 24000. Das genügt für schwarze Zahlen. Das Ziel für die zweite Aus­gabe aber wieder höher sein?

Eindeutig. 35000 sind immer noch eine Zielgrösse, auch wenn das bei einem ersten Mal schwierig zu erreichen war. Seit November wusste man von den Aufführungen. In dieser kurzen Zeit so viele Besucher anzusprechen, das lässt sich durchaus sehen.

Sie sagen, die durchschnittlich Anreisedistanz sei zu klein. Wurde der Anlass in nationalen und internationalen Medien zufriedenstellend wahrgenommen?

Wir hatten eine Medienpartnerschaft mit einer nationalen Zeitung, kamen einmal in der Tagesschau und in «Glanz und Gloria» und machten einen Event im Hauptbahnhof in Zürich. Es braucht aber mehrere Anläufe, einmal davon gehört zu haben, genügt nicht. Da werden wir über die Bücher gehen müssen. Aber jetzt haben wir eine Referenz, auf der wir aufbauen können. Und wir sahen wirklich viele glückliche Gesichter. Jetzt aufzuhören, wäre wirklich ein Fehlentscheid.

Optisches Erkennungs­zeichen des Platzes war der grosse Totempfahl. Der sollte für mindestens 5'000 Franken versteigert werden ...

Wir hoffen immer noch, dass jemand diese Summe bietet. Durch das Unwetter und den teilweisen Wiederaufbau hatten wir zu wenig Zeit, uns darum zu kümmern, sonst hätten wir es vielleicht bereits geschafft. Vorderhand lassen wir ihn stehen. Ein guter Freund hat das elf Meter hohe Kunstwerk aus Holz mit der Motorsäge geschaffen. Die Frau des Tontechnikers hat ihn bemalt.

Emsiges Treiben: Viele Helfer räumen das Winnetou-Areal wieder. (Bild: Markus von Rotz (Engelberg, 14. August 2017))

Emsiges Treiben: Viele Helfer räumen das Winnetou-Areal wieder. (Bild: Markus von Rotz (Engelberg, 14. August 2017))

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