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FREILICHTSPIELE: Winnetou und Old Shatterhand reiten bald in Engelberg

Auf der grössten Freilichtbühne Europas kämpfen und verbrüdern sich im kommenden Sommer Winnetou und Old Shatterhand. Den Produzenten der 1. Karl-May-Freilichtspiele der Schweiz gehts aber um mehr als nur um ein Spektakel.
Der Wilde Westen liegt nächsten Sommer in Engelberg. Dafür sorgen (v.l.) Tom Volkers als Winnetou, Alejandra Cardona als Nscho-tschi und Giso Weissbach als Klekih-petra. (Bild: Alexandra Wey / Keystone)

Der Wilde Westen liegt nächsten Sommer in Engelberg. Dafür sorgen (v.l.) Tom Volkers als Winnetou, Alejandra Cardona als Nscho-tschi und Giso Weissbach als Klekih-petra. (Bild: Alexandra Wey / Keystone)

Philipp Unterschütz

Es ist ein gewaltiges Projekt, welches nächsten Sommer Engelberg in Atem halten wird. Für die 26 Aufführungen (9 Nachmittags- und 17 Abendvorstellungen) der Karl-May-Freilichtspiele rechnen die Veranstalter mit mindestens 35 000 Besuchern, Kapazität hätte es auf den beiden gedeckten Tribünen mit 2500 Plätzen gar für 65 000 Personen. Zur Verfügung steht ein Budget von 1,3 Millionen Franken.

Auf dem Spielgelände – der grössten Freilichtbühne Europas, wie die Veranstalter an der Präsentation vor Ort betonten – wird der Klassiker «Winnetou 1» von Karl May inszeniert. Die Geschichten der Blutsbrüder Winnetou und Old Shatterhand, die in Buchform weltweit millionenfach verkauft wurden, gelangten durch die Verfilmungen mit Pierre Brice und Lex Barker in den 60er-Jahren auch auf der Leinwand zu Weltruhm.
Winnetou 1, der Auftakt einer Trilogie, zeigt die Anfänge der Freundschaft zwischen dem Häuptlingssohn Winnetou und dem deutschen Eisenbahnbauer Old Shatterhand. «Wir halten uns eng an die Vorlage von Karl May», sagt Produzent und Winnetou-Darsteller Tom Volkers (siehe Kasten). Das heisst, dass es neben Action auch grosse Emotionen und Romantik gibt. Und – auch das steht für Karl May – Gedanken über die Werte unserer Welt.

Produzenten wollen eine bessere Welt zeigen

«Wir wollen nicht nur Klischees bedienen, sondern auch unsere Verantwortung als Künstler wahrnehmen», betont Tom Volkers. Für ihn stehen Winnetou und die anderen Romanfiguren in exemplarischer Weise für Werte, die heute oft zu kurz kämen: wahre Freundschaft, die nicht auf materieller Basis beruht, Zuverlässigkeit, Verantwortung auch für die Umwelt, Vertrauen und das friedliche Miteinander verschiedener Kulturen und Werte. «Das Stück soll auch ein Vorbild sein.» Und Regisseur Giso Weissbach ergänzt: «Seit den Zeiten Karl Mays hat sich die Menschheit nicht gebessert, zu oft geht es nur um Macht und Geld. Wir wollen den Leuten zeigen, dass es eine bessere Welt gibt. Dafür müssen Theaterleute kämpfen.» Gespielt wird in Deutsch. Für Fremdsprachige gibt es per Kopfhörer eine englische Simultanübersetzung.

Bis zur Premiere im Juli 2017 gibt es viel zu erledigen. Zu besetzen sind auch noch etliche der Hauptrollen, und Komparsen werden ebenfalls noch gesucht (siehe Kasten). Die Spielstätte in der Nähe der Talstation der Fü-renalpbahn und des Restaurants Wasserfall muss hergerichtet werden. In der Kiesgrube eines lokalen Unternehmers wird eine Flussmündung mit einer Wassertiefe von bis zu 80 Zentimetern entstehen, die Fassaden einer Westernstadt und ein indianisches Pueblodorf müssen aufgebaut werden. Wie die Tribünen sind alles temporäre Einrichtungen, die wieder abgebaut werden. Übrigens werden auch die Tiere Profis sein. Aus Deutschland fliegt man eigens zwölf Pferde ein, die «bühnenerprobt» sind und bei Schiessereien und Explosionen nicht durchbrennen.

Hinweis
Karl-May-Freilichtspiele in Engelberg, Winnetou 1: 26 Vorführungen vom 15. Juli bis 13. August 2017. Vorverkauf ab 14. November bei Ticketcorner. Weitere Infos unter www.winnetou.ch

Komparsen gesucht

Für die Darstellung verschiedener Szenen wie der Belebung der Westernstadt, eines Saloons und zweier Indianerlager suchen die Produzenten noch Komparsen: Jugendliche von 9 bis 18 Jahren, Frauen und Männer von 20 bis 50 Jahren, Personen im Pensionsalter, einen sportlichen, 1,95 Meter grossen Mann als Indianer sowie bewegungsfreudige Statisten als Tänzerinnen und Tänzer. Das Casting findet am Samstag, 12. November, im Restaurant Wasserfall in Engelberg statt. Interessierte müssen sich bis 10. November per E-Mail anmelden: info@winnetou.ch

Die Personen hinter der Produktion

Tom Volkers, Produzent und Darsteller von Winnetou: Er stand schon an der Seite des legendären Pierre Brice bei den Freilichtspielen in Bad Segeberg auf der Bühne und spielte den Winnetou auf verschiedenen anderen Bühnen. Zudem trat der deutsche Schauspieler mit Wohnsitz in der Schweiz auch in diversen klassischen Komödien auf.

Giso Weissbach, Regisseur: Ein Urgestein des deutschsprachigen Films, TV und Theaters. Ausgebildet an der staatlichen Schauspielschule Berlin lernte er das Handwerk von der Pike auf. Er spielte nicht nur in zahlreichen Theaterstücken und in Kino- und Fernsehfilmen, sondern auch im Musical «Phantom der Oper» . Im Western «Der Scout» spielte er die Hauptrolle. Neben der Regiearbeit verkörpert er in Engelberg Klekih-petra, den weisen Lehrer der Apachen.

David Matthäus Zurbuchen, Produktionsassistent: Er absolvierte die Schauspielakademie Zürich und die Scuola Teatro Dimitri. Als Schauspieler, Regisseur und Dozent arbeitete er in verschiedenen Ländern. Er unterrichtet an Theaterschulen, organisiert seit Jahrzehnten Festivals und realisiert Theaterproduktionen.

Giso Weissbach als Klekihpetra, Regie und Schauspieler. (Bild: Alexandra Wey / Keystone)

Giso Weissbach als Klekihpetra, Regie und Schauspieler. (Bild: Alexandra Wey / Keystone)

Schauspielerin Alejandra Cardona als Nschotschi. (Bild: Alexandra Wey / Keystone)

Schauspielerin Alejandra Cardona als Nschotschi. (Bild: Alexandra Wey / Keystone)

Hauptdarsteller Tom Volkers (Bild: Alexandra Wey / Keystone)

Hauptdarsteller Tom Volkers (Bild: Alexandra Wey / Keystone)

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