FREMDSPRACHEN: Der Unterricht soll besser werden

An den Schulen sollen Fremdsprachen besser unterrichtet werden. Regierung und vorberatende Kommission streiten nun, wie gute Lehrer es dazu braucht.

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An der Primarschule Obwalden werden seit dem Schuljahr 2007/08 bereits zwei Fremdsprachen unterrichtet.(Archivbild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

An der Primarschule Obwalden werden seit dem Schuljahr 2007/08 bereits zwei Fremdsprachen unterrichtet.(Archivbild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

«Es gibt keine grundsätzlichen Bedenken, das für die Nachqualifizierung der Sprachlehrer erforderliche Geld nicht in die Hand zu nehmen», betont Franz Enderli. Das Obwaldner Bildungsdepartement beantragt nämlich vom Kantonsrat einen Kredit von 600'000 Franken, um die Sprachlehrerinnen und -lehrer in den Fächern Französisch und Englisch weiterzubilden. Allerdings hat der Präsident der vorberatenden Kommission dann beim zweiten, genauen Durchlesen des Antrags einen Schönheitsfehler entdeckt: «Wir gehen davon aus, dass ein Lehrer klar die Kompetenz nachweist, dass er im Unterricht eine Fremdsprache fliessend beherrscht.»

Ab 2009/10 höhere Anforderungen für  Fremdsprachenlehrer
«Zwischen Regierung und Kommission», so Enderli, «hat dies eine heftige Diskussion entfacht», so Enderli. Die Kommission hat nun einstimmig beschlossen, die Eckwerte, welche Kompetenzen Fremdsprachenlehrer künftig vorweisen müssen, von den Verantwortlichen des Bildungsdepartements nochmals überarbeiten zu lassen.

Das Geschäft ist auf den Kantonsrat vom 11. September traktandiert. Mit einem neuen Sprachkonzept, das die Vorgaben der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren erfülle, soll der Fremdsprachenunterricht an den Obwaldner Schulen weiter verbessert werden. Es gilt, dem so genannten Modell 3/5 Nachdruck zu verschaffen. Dieses legt fest, Englisch als erste Fremdsprache ab der 3. Primarklasse und Französisch als zweite Fremdsprache ab der 5. Primarklasse zu unterrichten.

Höhere Niveaus sicher ab 2014/15
Ab 2009/10 kommen diese in Fremdsprachen gewandteren Jahrgänge erstmals an die Orientierungsschule. Dadurch entsteht eine anspruchsvollere Lernsituation, so der Bericht der Regierung, die verlangt, dass «die Lehrpläne, die Lehrmittel und die Fremdsprachendidaktik» erneuert und der «Aspekt des sprachenübergreifenden Lernens» beachtet werden muss. Die Fremdsprachenlehrer müssen deshalb künftig «höheren Anforderungen» genügen. Das heisst: Sie müssen sich weiterbilden.

Im Konzept zur Nachqualifikation spricht das Bildungsdepartement von einem hohen «Niveau C1», das im Englisch dem Advanced- und im Französisch dem Dalf-Zertifikat entspricht. Im Konzept für die Umsetzung im Unterricht wird hingegen vom tieferen «Niveau B2» gesprochen, das mit einem Test nachgewiesen werden muss. Dieses entspricht im Englisch dem First- und im Französisch dem Delf-Diplom. Erst wer dann ab 2014/15 weiter eine Fremdsprache unterrichten will, muss das eigentlich vorausgesetzte Sprachniveau C1 nachweisen.

Urs Rüttimann

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Obwaldner Zeitung.