Für Giswil gibt's einen unerwarteten Überschuss in der Rechnung 2019

Giswil nahm im vergangenen Jahr fast 640'000 Franken mehr ein als budgetiert. Doch die Zukunftsaussichten sind getrübt.

Matthias Piazza
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Das Gemeindehaus in Giswil.

Das Gemeindehaus in Giswil.

Bild: Obwaldner Zeitung (11. Februar 2020)

17,43 Millionen Franken hat die Gemeinde Giswil im vergangenen Jahr eingenommen. Das sind rund 1,3 Millionen Franken mehr als budgetiert. Der Aufwand liegt mit 14,84 rund 0,37 Millionen höher als vorgesehen. Abzüglich verschiedener Wertberichtigungen, so etwa jener für die Darlehen an die Betagtensiedlung dr Heimä von 500'000 Franken und an die Skilifte Mörlialp AG von 129'000 Franken, bleibt unter dem Strich ein Ertragsüberschuss von 649'700 Franken. Das sind rund 637'600 Franken mehr als erwartet, wie die Gemeinde in einer Medienmitteilung schreibt.

Mit 391000 Franken sind auch die Steuererträge über den Erwartungen, dies vor allem wegen Kapitalabfindungen (Steuern auf Auszahlungen von Pensionskassengeldern und Auszahlungen aus der dritten Säule), Grundstückgewinn- und Handänderungssteuern. Zudem ist der Ressourcen- und Lastenausgleich des Kantons und der Gemeinden 318'000 Franken höher als budgetiert, dank guter Steuererträge in anderen Gemeinden. Die Abschreibungen fielen um 442'500 Franken tiefer aus als budgetiert, da seit vergangenem Jahr tiefere Abschreibungssätze gelten.

«Wertvoller Beitrag, um Schulden abzubauen»

«Das unerwartet grosse Plus freut uns natürlich sehr, das ist ein wertvoller Beitrag, um Schulden abzubauen», sagt dazu Gemeinderat und Finanzchef Hansruedi Abächerli. So sank die Pro-Kopf-Verschuldung von 2205 im Jahre 2018 auf 1770 Franken im vergangenen Jahr, was einem mittleren Verschuldungsgrad entspricht.

Investiert wurde im vergangenen Jahr für 976'000 Franken, was 92'700 Franken weniger sind als budgetiert. Vor allem für den Wasserbau wurde weniger Geld ausgegeben als vorgesehen, da Projekte verschoben wurden. Hansruedi Abächerli möchte die Schulden weiter abbauen. «Wir wissen nicht, welche Art von Zuzügern die rege Bautätigkeit anlockt. Sollten viele jungen Familien nach Giswil ziehen, müssten wir in Schulräume investieren.»

Corona wird Spuren in der Rechnung hinterlassen

Allerdings rechnet er nicht damit, dass sich die positive Entwicklung der Giswiler Finanzen in diesem Jahr fortsetzt. «Wegen der Coronakrise werden wir für nächstes Jahr knapp budgetieren», gibt er sich pessimistisch. «Firmen erlitten empfindliche Umsatzeinbussen, Privatpersonen hatten teilweise Kurzarbeit. Das alles wirkt sich auf die Steuereinnahmen aus.»

Er rechne insgesamt mit gegen einer Million Franken an tieferen Einnahmen, da auch der Finanz-/und Ressourcenausgleich durch die aktuelle Situation kleiner ausfallen werde.

Bei der Erfolgsrechnung des Wasserbaus gab’s ein Plus von 97'375 Franken, das sind rund 30'000 Franken weniger als budgetiert. Ein Hauptgrund waren die tieferen Konzessionseinnahmen durch weniger Materialentnahme, was auch tiefere Baurechtszinseinnahmen zur Folge hatte.

Die Rechnung der Wasserversorgung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 243'700 Franken ab, budgetiert waren 77'200 Franken. Dazu beigetragen haben die höheren Wasser- und Benützungsgebühren sowie die tieferen Abschreibungen gemäss dem neuen Finanzhaushaltsgesetz. Zudem fiel der Ertrag bei den Kraftwerken Pörter und Herber grösser aus als budgetiert.

Die Kirchgemeinde erwirtschaftete mit 18500 Franken einen um 8200 Franken besseren Ertragsüberschuss als budgetiert. Dies bei einem Ertrag von 1,15 Millionen Franken. Für 2020 rechnet die Kirchgemeinde mit Mehrausgaben von 7600 Franken, bei einem Aufwand von 1,1 Millionen. Ein Unsicherheitsfaktor im Budget sei nach wie vor die Entwicklung der Steuereinnahmen, schreibt die Kirchgemeinde Giswil.

Die Giswiler stimmen an der Gemeindeversammlung über die Rechnung der Einwohnergemeinde ab. Die Gemeindeversammlung vom 15. Mai wurde wegen der Coronapandemie abgesagt. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.