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Für jungen Sachsler Abdichter gibt es Tipps vom Weltmeister im Dachdecken

In seiner Sparte misst sich Abdichter Simon Amrein bald mit jungen Berufsleuten an den Swiss Skills. Ratschläge erteilt ihm Juniorchef Florian Rohrer, der ehemalige Weltmeister im Dachdecken.
Marion Wannemacher
Simon Amrein bei der Arbeit auf einer Baustelle in Sachseln. (Bild: Corinne Glanzmann (25. Juli 2018))

Simon Amrein bei der Arbeit auf einer Baustelle in Sachseln. (Bild: Corinne Glanzmann (25. Juli 2018))

Die Sonne knallt aufs Dachgerüst an der Chuematt 6 in Sachseln. Von hier oben hat man eine wunderbare Aussicht auf den smaragdgrünen Sarnersee. Rund herum tönt Lärm von der Baustelle. Abdichter Simon Amrein erhitzt mit dem Gasbrenner die unteren Lagen der Bitumenbahn. So weicht das Material auf und verbindet sich mit dem Untergrund. Bei den verlegten Bahnen verschweisst er die Nähte. Sorgfalt ist gefragt, denn schon kleinste Fehler können bewirken, dass ein Flachdach undicht wird.

Schon bald werden dem 22-Jährigen wachsame Augen bei seiner Arbeit folgen. Mitte September nimmt der Sachsler an den Swiss Skills, den Schweizer Berufsmeisterschaften, in Bern teil. «Der Verein Polybau hat mich vor zwei Jahren angefragt», erzählt er. Damals hatte er gerade seine Zusatzlehre als Abdichter abgeschlossen, mit besonders guter praktischer Note. Sein Vater habe ihm geraten teilzunehmen. «So eine Chance hast du nur einmal im Leben», habe er ihm eröffnet. Simon hat Ja gesagt. Auch die beiden Chefs der Firma Bedachungen Beat Rohrer GmbH aus Sachseln stehen hinter ihm. Einer von ihnen, Florian Rohrer, hat vor sechs Jahren die Weltmeisterschaft im Dachdecken gewonnen. Mittlerweile ist er Juniorchef. Der Weltmeistertitel habe ihm einiges gebracht: «Ich habe viele Leute aus der Branche und Produkte kennen gelernt. Ausserdem bin ich in eine Weiterbildung gerutscht.» Mittlerweile hat er seinen Meister in der Schule abgeschlossen, nur die Diplomarbeit fehlt noch.

Modellplan soll Klarheit bringen – und weniger Stress

Er könne Simon Amrein Tipps in Sachen Taktik, Ablauf und mentaler Haltung geben, sagt Florian Rohrer. Konkret meint er damit: «Gute Vorbereitung, am Tag X die Leistung erbringen, viel mitnehmen vom Berufsschul-Infotag und auf diesem Wissen aufbauen.» Mit sechs Konkurrenten muss sich Simon Amrein messen. Die meisten kennt er bereits durch seinen Berufsschulunterricht in Uzwil. Denn in der ganzen Schweiz gibt es für die Fachrichtung Flachdach nur zwei Berufsschulen.

Bei den eigentlichen Meisterschaften sind Qualität und Schnelligkeit gefragt. Einen Monat vor der Qualifikation werden an der Berufsschule die Aufgaben bekannt gegeben. Simon Amrein hat sich bereits jetzt vorgenommen, einen Modellplan zu erstellen. «Wie gross sind die Flächen, welche Details gibt es. Ich will alles genau durchspielen, um an den Meisterschaften möglichst wenig Stress zu haben.» Seine Konkurrenten hätten ihm signalisiert, dass sie sich wohl diese Mühe nicht machen würden. Schon allein deshalb hofft Simon Amrein, die Nase vorn zu haben.

Stimmung am Wettkampf hat ihn beeindruckt

Als Florian Rohrer damals in Luzern an den Weltmeisterschaften teilnahm, war Simon gerade im ersten Lehrjahr als Dachdecker, seiner ersten Ausbildung. Er kann sich noch gut an die Atmosphäre beim Wettbewerb erinnern: «Das war eindrücklich, obwohl die Messe ja grosse Hallen hat, war es ziemlich leise. Alle Zuschauer flüsterten, um die Teilnehmer nicht zu stören.»

«Mir gefällt mein Beruf sehr», betont Simon Amrein. Als sein Vater am eigenen Haus die Sachsler Firma beauftragte, durfte er damals mithelfen. Eine Schnupperlehre und ein anschliessender Ferienjob bei Beat Rohrer bestätigten ihn in der Berufswahl. Mit der Schwindelfreiheit hat er von jeher kein Problem: «Ich wandere viel mit meinem Vater, auch über schmale Grate. Auf einem Dach Ziegel ersetzen, das kann nicht jeder und das macht einen stolz.»

Weltmeisterschaft 2020 in Peking als Ziel

Im Beruf möchte Simon Amrein später noch eine Ausbildung zum Objektleiter machen, damit er auch Offerten, Kundenbetreuung und Materialbestellungen übernehmen kann und nicht bis zum Rentenalter auf dem Dach stehen muss. Und für die Swiss Skills hat sich Simon Amrein hohe Ziele gesteckt: «Ich möchte 2020 bei der Weltmeisterschaft in Peking dabei sein.»

75 Berufsmeisterschaften werden vom 12. bis 16. September an den Swiss Skills in Bern ausgetragen. Darunter sind sieben aus Obwalden unter anderem als Polymechaniker, Koch, Gärtner oder Bäckerin/Konditorin. Aus Nidwalden nehmen vier junge Berufsleute als Gärtner, Landwirt und Bekleidungsgestalterin teil.

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