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Engelberger Fünf-Sterne-Hotel muss Eröffnung verschieben

Das Luxushotel Titlis Palace wird seine Türen nicht wie vorgesehen 2019 öffnen. Die Bauphase könnte bis zu zehn Monaten länger dauern. Thomas Dittrich, CEO der Han’s Europe AG, über die Gründe für die Verzögerung.
Interview: Oliver Mattmann
Thomas Dittrich, CEO der Han’s Europe AG (rechts), mit Polier Martin Röthlin auf der Baustelle des Hotels Titlis Palace in Engelberg. (Bild: PD)

Thomas Dittrich, CEO der Han’s Europe AG (rechts), mit Polier Martin Röthlin auf der Baustelle des Hotels Titlis Palace in Engelberg. (Bild: PD)

Auch wenn die Bauarbeiten auf Hochtouren laufen, das Fünf-Sterne-Hotel Titlis Palace in Engelberg wird nicht 2019, sondern voraussichtlich erst in der zweiten Hälfte 2020 öffnen. Dies geht aus einer Information des «Engelberger Anzeigers» hervor. Das Hotel des chinesischen Investors Yunfeng Gao wird 117 Zimmer, verschiedene Restaurants, Bankettsaal, Seminarräume, Bar, Shop und Spa umfassen, es werden rund 100 Millionen Franken investiert. Im Interview mit unserer Zeitung nimmt Thomas Dittrich, CEO der Han’s Europe AG, zu den neusten Entwicklungen Stellung.

Thomas Dittrich, der Eröffnungstermin des Hotels Titlis Palace verzögert sich um acht bis zehn Monate bis in die zweite Hälfte des Jahres 2020. Weshalb?

Mit der Baubewilligung 2014 machte die Baubewilligungsbehörde Auflagen, dass das Projekt weiterentwickelt und optimiert werden muss. Solche Optimierungen sind immer mit einem zusätzlichen Aufwand verbunden. Aufgrund der neusten Planungen konnten wir nun den Eröffnungstermin enger stecken und mussten dabei einsehen, dass eine Eröffnung im Dezember 2019 unrealistisch ist.

Was hat zur Verzögerung geführt?

Ein Hotelbau ist um einiges komplexer als die Realisation eines Mehrfamilienhauses. Das erste 5-Sterne-Hotel von Engelberg kommt nicht auf der grünen Wiese zu stehen, sondern muss am Ende mit dem über 100 Jahre alten Hotel Europäischer Hof eine Einheit bilden. Kommt hinzu, dass der bestehende Kursaal mit hohen technischen Aufwendungen im wahrsten Sinne des Wortes überbrückt wird. Die heutigen Standards von operativen und betrieblichen Abläufen müssen sowohl beim Alt- wie auch Neubau nahtlos ineinandergreifen. Im täglichen Betrieb sind da nur noch kleine Korrekturen möglich. Aus diesem Grunde macht es Sinn, dass diese Abläufe immer wieder überprüft werden, auch unter Mitwirkung von mehreren Fachkräften. All dies braucht seine Zeit.

Hat man dies bei der Planung unterschätzt?

Uns war von Beginn an klar, dass der Termin für die Eröffnung auch bei einem optimalen Verlauf ein sportliches Ziel ist. Überrascht worden sind wir von den schwierigen geologischen Verhältnissen beim Tiefbau. Zudem sorgt der Altbau immer wieder für Überraschungen, sodass der geplante Eröffnungstermin trotz des grossartigen Einsatzes der Baufachleute nicht mehr einzuhalten war. Zudem werden von Seiten der Bauherrschaft jegliche Kompromisse zu Lasten der Qualität nicht akzeptiert.

Waren die Überraschungen beim Altbau nicht vorhersehbar?

Bei Voruntersuchungen wurden punktuelle Öffnungen beispielsweise bei den Wänden und Decken vorgenommen. Bei den jetzt grösseren Freilegungsarbeiten begegnen die Bauarbeiter den unterschiedlichsten Materialien und Baukonstruktionen, die ertüchtigt werden müssen. So zum Beispiel die in den Wänden verbauten Stahlträger. Die haben während den letzten 100 Jahren hervorragende Dienste geleistet und würden dies wohl auch weiterhin tun. Doch mit der Freilegung kommen die Bauvorschriften des 21. Jahrhunderts zum Zuge. Die Folge sind aufwendige Ertüchtigungsmassnahmen. Die Stahlträger müssen aufgrund der geltenden Brandschutzvorschriften mit sicherheitsrelevanten Materialien neu eingekleidet werden. Dies gilt auch für die Decken- und Bodenkonstruktionen.

Was sagt Investor Yunfeng Gao zur Verzögerung?

Er ist sich der ganzen Komplexität im Zusammenhang mit Hotelbauten bewusst. Kommt hinzu, dass wir im Fall vom Hotel Titlis Palace einen über 100 Jahre alten Bau mit dem Neubauteil zu einer Einheit verbinden müssen, was eine zusätzliche Erschwernis mit sich bringt. Am Ende wird es die Qualität sein, mit der alle am Bau Beteiligten gemessen werden. Für den Investor hat diese Angebotsqualität und das Wohl der Gäste höchste Priorität.

Was beinhalten die angesprochenen Optimierungsmassnahmen eigentlich?

Hotels müssen sich stetig den wandelnden Kundenansprüchen anpassen. Gerade in der Hotellerie machen sich Trends und Entwicklungen mit neuen Produkten und Services bemerkbar. Eine so stark serviceorientierte Branche muss sich deshalb stets am Puls der Zeit bewegen oder noch besser die Trends von morgen kennen. Alleine an den technischen und digitalen Entwicklungen der vergangenen Jahre wird erkennbar, was zur dauerhaften Zufriedenheit der Gäste notwendig ist. Stillstand bedeutet einen Schritt zurück und damit das Nachsehen im Konkurrenzkampf am Markt. So haben wir zum Beispiel den Pool- und Wellnessbereich im Dachgeschoss grundlegend neu konzipiert. Dies hat einen erheblichen Mehraufwand an Planungsarbeiten mit sich gezogen. Bereits eine vermeintlich kleine Umlegung einer Wasserleitung hat grosse Auswirkungen auf den Planungs- und späteren Installationsverlauf in den unteren Stockwerken. Weitere qualitätssteigernde Massnahmen sind bei den Hotelzimmern und der Gastronomie im Restaurant und Bankettbereich vorgesehen.

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