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«Für die Alp ist die Erderwärmung gar nicht so schlecht»

Trotz des späteren Alpaufzugs ist man zufrieden auf Melchsee Frutt. Dank des trockenen Wetters wächst das Gras besser.
Zéline Odermatt
Kühe am Wanderweg zwischen Tannalp und Melchsee-Frutt. (Bild: Markus von Rotz)

Kühe am Wanderweg zwischen Tannalp und Melchsee-Frutt. (Bild: Markus von Rotz)

Markus Durrer ist der Alpvogt der Alpgenossenschaft Kerns. Er zeigt sich zufrieden mit dem diesjährigen Alpbetrieb auf Melchsee Frutt.

Der Alpaufzug hat sich dieses Jahr verzögert, wann sind Sie letztendlich auf die Alp?

Markus Durrer: Es hatte im Frühjahr lange und wahnsinnig viel Schnee oben, dann kam die Hitzewelle Ende Juni und trockene Tage. Auf die Hochalp konnten wir deshalb mit einer kleinen Verspätung zwischen dem 10 und 15. Juli. Bei den niederen Alpen auf 1000 bis 1500 Metern waren wir jedoch etwa zwei Wochen später als üblich dran. Die Älpler gingen von Mitte Mai bis Mitte Juni gestaffelt auf die Voralp.

Wie viele Tiere sind zurzeit oben?

Es sind zwischen 1500 bis 2000 Stück Rindvieh auf den Alpbetrieben. Dann hat es noch einige Schafe, Ziegen und Pferde.

Hat sich die Anzahl Tiere gegenüber früherer Jahre stark verändert?

Es sind eher ein bisschen weniger als noch zu Spitzenzeiten. Die Tiere sind schwerer und fressen deshalb mehr. Das wirkt sich auf die Stückzahl aus.

Wie viele Alpbetriebe sind es im Gebiet Melchsee Frutt?

Rund 35 Hütten sind bewirtschaftet. Das sind Hütten auf der Hochalp Melchsee, Aa und der Tannalp.

Wie geht es der Vegetation auf Melchsee Frutt?

Als wir auf die Alp gefahren sind, war der Grasbestand eher klein. Die Vegetation hat dann aber rasch aufgeholt. Weil das Gras trocken gewachsen ist, hat es mehr Nährwerte und deshalb braucht es weniger davon.

Spürt man das auch bei den Produkten von der Alp?

Die Qualität des Käses ist tatsächlich besser bei gutem Gras.

Sind die Weiden jetzt nicht zu trocken wegen der Hitze?

Es ist eher besser, wenn es trocken ist. Es hat einige steile Hänge, in denen die Rinder weiden. Durch die Trockenheit gibt es weniger Trittschäden und der Verlust an Gras ist geringer.

Wie sieht es mit dem Wasserbestand aus?

Es ist sicher nicht so gravierend wie im letzten Jahr, weil es so viel Schnee hatte. Und da Teile der Frutt Moorlandschaft sind und es viele Gewässer hat, haben wir mit der Wasserversorgung zum Glück nie grössere Probleme. In Richtung Arvi hoch ist die Region jedoch eher trocken.

Wie geht man dort mit der Trockenheit um?

Es brauchte keine hellseherischen Fähigkeiten. Wir haben für diesen Sommer wieder heisse und trockene Tage erwartet. Deshalb wurde dort in der Vergangenheit die Wasserversorgung auf mehreren Alpen optimiert.

Wann gehen die Älpler von der Melchsee Frutt runter?

Mitte bis Ende August. Danach kehren sie auf die Voralp zurück, um dann am Alpabzug Ende September teilzunehmen.

Im vergangenen Jahr wurde die grosse Alpabfahrt in Kerns aufgrund des sehr trockenen Sommers abgesagt. Wie sieht es dieses Jahr aus?

Letzten Endes war es im vergangenen Jahr auch kein Problem. Die Alpzeit verschiebt sich wegen des späteren Beginns einfach nach hinten. Es ist realistisch, dass die Älpler den Termin für den Alpabzug Ende September einhalten können.

Die Zeit auf der Alp wird also nicht kürzer durch die immer wärmer werdenden Sommer?

Nein, eher nicht. Die Erderwärmung ist für die Alp grundsätzlich gar nicht so schlecht. Es bleibt länger warm und alles kann somit auch länger wachsen. Diese Entwicklung hat gar nicht so negative Auswirkungen, wie man denken könnte. Dies weil in der Höhe das Klima dadurch sogar milder wird. Aber das Problem der Wasserknappheit besteht natürlich.

Hinweis: Produkte von der Alp können beispielsweise im Laden Bucher in Kerns gekauft werden.

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