Gäste im Bärghuis Schönbüel sind so verschieden wie die Alpenkräuter

Pächter Dieter Raebel blickt auf einen tollen ersten Sommer im Bärghuis Schönbüel zurück. Auch im Winter soll es sieben Tage die Woche geöffnet sein.

Patricia Helfenstein-Burch
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Das Bärghuis Schönbüel ob Lungern hat seit diesem Sommer einen neuen Pächter. (Bild: PD)

Das Bärghuis Schönbüel ob Lungern hat seit diesem Sommer einen neuen Pächter. (Bild: PD)

Grüne Sauce am Kartoffelsalat! Darüber staunten die umliegenden Älpler, als der neue Pächter des Bärghuis Schönbüel sie zum gegenseitigen Kennenlernen einlud. Dieter Raebel, der im Bärghuis am 15. Juni das Zepter übernommen hat, erklärt lachend: «Es ist das Kürbiskernöl, das die Sauce grün macht.» Und weil Dieter Raebel und sein Koch Markus Hurschler Wert auf gute natürliche Küche legen, stehen sie voll hinter ihrem grünen Kartoffelsalat, der nicht nur sehr lecker, sondern auch noch gesund ist.

Hinter der ruhigen und freundlichen Art von Dieter Raebel steckt ein Geschäftsmann, dem nichts entgeht und der stets um das Wohl seiner Gäste besorgt ist. Die Gäste, die er in seiner ersten Saison auf dem Berg begrüssen durfte, waren so verschieden wie die Alpenkräuter, die dort wachsen. Da war der Hamburger Kapitän, der im Gebiet Schönbüel/Rothorn für eine Trekkingtour im Himalaja trainierte, die einheimischen Gäste, welche die Aussicht auf ihre Gegend geniessen wollten oder die holländischen Jugendlichen, die versehentlich dank Navigation mit ihrem Kleinwagen vor der Türe des Bärghuises standen und dann spontan vier Tage blieben, weil es ihnen so gut gefiel.

Auch das bayrische Bier, das Dieter Raebel aus seiner Heimat importiert, scheint den Gästen zu munden. Der einzige «Schandfleck» auf Schönbüel ist das leer stehende alte Sporting-Gebäude, das hinter dem Bärghuis steht. Es soll aber im kommenden Frühjahr zurückgebaut werden.

Erreichbarkeit ist eine Herausforderung

Dieter Raebel. (Bild: PD)

Dieter Raebel. (Bild: PD)

Wellness für den Geist und die Seele will Dieter Raebel auf Schönbüel bieten. Dazu passen natürlich auch die heimischen Kräuter, die ihm und Markus Hurschler so wichtig sind. Die Bergkräuterglace, die von der Sarner Gelateria «Gelato Naturale» exklusiv für das Bärghuis produziert wird, komme bei den Gästen sehr gut an. «Bergkräuter passen einfach zum Bärghuis. Sie wachsen ja rund um das Haus herum und ihr Duft liegt in der Luft.», so Dieter Raebel. Erstmalig wird diese Saison eine Kräuterwanderung mit anschliessendem gemeinsamem Kochen veranstaltet.

Die Kosten müssen im Griff behalten werden, was bei einem Bergbetrieb eine grosse Herausforderung ist. Darum gleicht das neue Übernachtungskonzept eher dem einer SAC-Hütte als jenem eines Hotels. Man kann im hauseigenen oder mitgebrachten Schlafsack in einem der Zimmer oder im neuen Tipi übernachten.

Seit kurzem ist das Bärghuis Schönbüel mit E-Bikes noch besser erreichbar. Für eine geringe Leihgebühr können leistungsstarke E-Mountainbikes gemietet werden.

Glücklich trotz langer Arbeitstage

Die Arbeitstage von Dieter Raebel sind lang. Er startet normalerweise morgens um 7 Uhr und ist bis 23 Uhr für seine Gäste da. «Ich empfinde das aber nie als Stress», sagt er. Die tollen Gäste und der Ort, an dem er arbeiten dürfe, seien traumhaft, schwärmt der Bayer, der die Schweiz liebt, als hätte er immer hier gelebt. «Es ist auch kein Problem für mich, fast immer auf Schönbüel zu sein!» Er sei in seinem bisherigen Leben so viel gereist, dass ihm die Sesshaftigkeit hier oben in den Bergen sehr gut tue.

Das Konzept, an sieben Tagen die Woche offen zu haben, hat sich bewährt. Darum wird das Bärghuis Schönbüel auch in der Wintersaison sieben Tage die Woche geöffnet sein.

Weitere Infos unter www.berghaus-schoenbueel.ch