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Ganz eigene Foto-Blickwinkel sind in Kägiswil zu sehen

Der Kulturraum hat sich mit einer eigenen Art, Kunstschaffen zu sehen, einen Namen gemacht. Derzeit bietet er fünf Künstlern Gelegenheit, ihre unterschiedlichen Sichtweisen mit der Kamera zu dokumentieren.
Romano Cuonz
Fünf Fotografen präsentieren im Kulturraum Kägiswil ihre fotografische Sichtweise (von links): Toni Durrer, Armin Wey, Samuel Büttler und Kurt Imfeld sowie Hermann Bürgi. (Bild: Romano Cuonz (Kägiswil, 11. Mai 2019))

Fünf Fotografen präsentieren im Kulturraum Kägiswil ihre fotografische Sichtweise (von links): Toni Durrer, Armin Wey, Samuel Büttler und Kurt Imfeld sowie Hermann Bürgi. (Bild: Romano Cuonz (Kägiswil, 11. Mai 2019))

«Wenn ich für eine Ausstellung Themen und dazu passende Künstler suche, ist dies stets mit Begegnungen und Geschichten verbunden», sagte Yvonne Gnos zur Eröffnung der neuen Ausstellung im Kulturraum Kägiswil, den sie gemeinsam mit Elisabeth Hartmann führt. In der Tat: Was man zurzeit in der eigenwilligen Galerie zu sehen bekommt, lebt von vielen, meist sehr persönlichen Begegnungen zwischen der Ausstellerin und fünf Fotografen. So blickt man denn beim Gang durch die Galerieräume einmal mehr in ein Kaleidoskop, welches verschiedene Sicht- und Herangehensweisen zum Thema «Fotografieren» offenbart.

Zwei der sechs Ausstellenden haben sich erst lange gegen eine öffentliche Präsentation ihrer Arbeiten gewehrt. Wollen auch allfällige Erlöse aus dem Verkauf als Spenden weitergeben. Da ist einmal der frühere Sarner Zahnarzt und leidenschaftliche Gärtner Toni Durrer. Unter dem Titel «Reisen und Begegnung» hat er in aufwendiger Arbeit Hunderte Bilder auf einer Metallwand befestigt. Dabei zeigt er meist Orte, wo Reisende üblicherweise kaum je hinkommen. Wichtig dabei: Der Betrachter erkennt sehr schnell, dass hinter diesen Bildern zahllose ungewöhnliche Geschichten und Begegnungen mit Menschen in aller Welt stehen. Eigentlich müsste man mit dem Fotografen als Erzähler lange vor der Wand stehen.

Und da ist der Baumeister Hermann Bürgi: Unter dem Titel «Friedhöfe und Spuren» zeigt er – fast ein bisschen scheu – wirklich faszinierende Fotografien. Da betrachtet einer seine Welt aus ganz eigenen Blickwinkeln. Fängt mit der Kamera kleinste Spuren auf Strassen, an Wänden oder auch in Gräberlandschaften ein. Lässt sie zu seltsam schöner Poesie werden. Bürgis Bilder sind inspirierend und neu. Hier wird ein Künstler entdeckt.

Zu sehen sind auch Werke bekannter Fotografen

Drei der Aussteller haben sich als Fotografen mit Ausstellungen oder Büchern schon einen Namen gemacht. Da ist der Kernser Samuel Büttler. Er selber sagt: «Es ist meine Leidenschaft, in Bildern vergängliche Momente für immer festzuhalten, Emotionen und Gefühle zu wecken und Freud und Leid zum Ausdruck zu bringen.» Was er damit meint, dokumentiert er mit grossen, farbigen, sehr stimmungsvollen eigenen Landschaftsbildern. Büttler – er bildete sich nach seiner Lehre als Koch auch noch zum Fotografen aus – gelingt es vor allem sehr schön, besondere Licht- und Schatteneffekte im oft einzig richtigen Moment einzufangen.

Auch der Lungerer Kurt Imfeld war früher Koch. Wegen eines Hirnschlags kann er heute nicht mehr sprechen. Doch eine andere Sprache hat er behalten: die künstlerische, etwa mit einer Hand als Speckstein-Skulpteur. Oder mit der Kamera als gewiefter Illustrator von Kochbüchern – heute auch ohne jegliche Worte. Für Menschen eben, die wie er von Aphasie betroffen sind. Seine Arbeiten im Kulturraum – etwa die eigenwilligen Porträts – lassen einen verweilen und zwei Mal hinschauen.

Der wohl bekannteste der in der Galerie präsentierten Fotografen ist der Luzerner Armin Wey. Die Zahl seiner bisherigen Ausstellungen ist ebenso gross wie die Vielfalt seiner Publikationen. Sein Interesse gilt einer auf Schwarzweiss reduzierten, geradezu grafischen Sicht von Landschaften und Gebäuden darin. In Kägiswil zeigt er «Schüüre» von namenlosen Erbauern. Es sind die anderen Blickwinkel auf Ställe, die es heute oft nicht mehr gibt. Weys Bilder sind nur schon handwerklich und künstlerisch hervorragend. Mit den Gedanken und Geschichten dahinter geht der Fotograf noch einen Schritt weiter. Gerät ins Philosophieren über die Schönheit und den Wert von Gebäuden, die im Zuge der Urbanisierung und Zersiedelung immer weniger ihren Platz haben. Wie immer beteiligen sich an der Ausstellung auch die Grafikerin Miranda Comeaux mit einem individuell gestalteten Flyer und die Buchhändlerin Claudia Dillier mit einer Auswahl Bücher.

Ausstellung im Kulturraum an der Kreuzstrasse Kägiswil: «Sichtweisen – Sechs Fotografen zeigen Bilder.» Weitere Öffnungszeiten: Samstag, 18. Mai und 25. Mai, 14 bis 18 Uhr. Sonntag, 19. Mai und 26. Mai, 14 bis 18 Uhr

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