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GASTRONOMIE: Beizensterben in Nid- und Obwalden: «Jammern bringt nichts»

Die Zahl der Restaurants in Nid- und Obwalden, welche in Konkurs gegangen sind, ist in diesem Jahr angestiegen. Trotzdem blicken Vertreter der Branche zuversichtlich in die Zukunft.
ARCHIV - ZUM THEMA RASA-INITIATIVE AN DER WINTERSESSION STELLEN WIR IHNEN AM DONNERSTAG, 7. DEZEMBER 2017, FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Waiter in a restaurant in Zurich, pictured on April 7, 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler) (Symbolbild: Christian Beutler/Keystone (Zürich, 7. April 2014))

ARCHIV - ZUM THEMA RASA-INITIATIVE AN DER WINTERSESSION STELLEN WIR IHNEN AM DONNERSTAG, 7. DEZEMBER 2017, FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Waiter in a restaurant in Zurich, pictured on April 7, 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler) (Symbolbild: Christian Beutler/Keystone (Zürich, 7. April 2014))

Matthias Stadler

matthias.stadler@nidwaldnerzeitung.ch

Das Beizensterben in der Schweiz ist ein Phänomen, das nach wie vor anhält. So schliessen jährlich um die 500 Restaurants im Land. Dieses Jahr ist dabei so dramatisch wie seit 2011 nicht mehr, wie Zahlen des Wirtschaftsinformationsdienstes Bisnode D&B zeigen. 534 Speiserestaurant­betriebe haben heuer bis Mitte November Konkurs angemeldet. Im ganzen vergangenen Jahr waren es 532.

Auch in Nid- und Obwalden haben die Konkurse zugenommen. So verzeichneten beide Kantone 2016 je einen Konkurs. Im aktuellen Jahr steht Nidwalden bei vier und Obwalden bei drei Restaurantschliessungen. In Nidwalden gab es innerhalb der vergangenen zehn Jahre nur 2015 mehr Konkurse (sieben). Für Obwalden sind die drei Konkurse heuer der höchste Wert seit 2012. Doch Hansruedi Odermatt, Präsident von Gastro Obwalden und selber Wirt im «Bahnhöfli» in Lungern, gerät deswegen nicht in Panik: «Im gesamtschweizerischen Vergleich stehen wir viel besser da.» Dies etwa, weil es in Obwalden viele kleine und mittlere Restaurantbetriebe gebe. In solchen Lokalen würden die unrentableren Betriebszeiten grösstenteils vom Wirtepaar selber abgedeckt. Dadurch würden die Betriebskosten tief gehalten.

Trotzdem gebe es auch in Obwalden, wo der Gastroverband 110 Betriebe als Mitglieder zählt, Probleme. «So schmerzlich es auch ist, aber der Strukturwandel findet auch hier statt. Viele Traditionsbetriebe schliessen leider für immer.» So gehe der Trend eindeutig in Richtung Take-away. Und der Bauarbeiter, der früher regelmässig über die Mittagszeit in die Restaurants essen ging, verpflege sich heute oft in Znüniräumen und Baubaracken. Trotzdem will Hansruedi Odermatt nicht Trübsal blasen: «Wir blicken grundsätzlich positiv in die Zukunft. So gibt es viele Betriebe, die von Jungen mit guten und frechen Ideen geführt werden. Das macht Freude.» Ausserdem seien die Wintersportgebiete dank des schwächeren Frankenkurses und der meist stabilen oder gar rückläufigen Preise wieder attraktiver für ausländische Gäste. Ob das aber genüge, werde sich in den nächsten Monaten zeigen.

«Die Zeiten haben sich geändert»

Ähnlich tönt es aus Nidwalden. «Die Leute machen keine zwei Stunden Mittagspause mehr», erklärt Nathalie Hoffmann, seit Mai dieses Jahres Präsidentin von Gastro Nidwalden. Sie führt unter anderem das Seehotel Baumgarten in Kehrsiten. «Die Gastronomie ist schwieriger geworden, aber ein Beizensterben haben wir in Nidwalden nicht.» Es gelte, sich dem Kundenverhalten anzupassen. «Ich habe den Betrieb meiner Eltern übernommen. Sie haben völlig anders gewirtet als ich heute. Die Zeiten haben sich geändert.» So wünsche der Kunde heute über den Mittag etwa ein speditives Mittagsmenü. Und wer mit Seriosität und Qualität an die Sache gehe, habe auch heute Erfolg. Und auch sie gibt sich optimistisch: «Jammern bringt nichts. Wir dürfen uns auf einen schönen Sommer freuen, wenn der Euro-Wechselkurs so bleibt.» Zudem sei der Winter mit dem frühen Schnee gut angelaufen.

Vom Gourmetrestaurant bis zur Dorfchnelle

Das oberste Credo für Nathalie Hoffmann lautet: «Um Erfolg zu haben, muss man etwas dafür tun. Denn das Gastgewerbe braucht sehr viel Herzblut.» Sie sieht die Situation in Nidwalden auch dank eines anderen Grundes positiv. «Vom Bürgenstock-Gourmetrestaurant über verschiedene Dorfchnellen – wir haben eine grosse Vielfalt im Kanton. Wir dürfen sehr zufrieden sein.» Die Zeiten für Restaurants in Nid- und Obwalden mögen also nicht die einfachsten sein, aber es gibt durchaus Grund für Optimismus.

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