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Gelände weist möglichen Alpnacher Hochwassern den Weg

Der Kanal der Kleinen Schliere in Alpnach muss bei einem Hochwasser-Grossereignis entlastet werden.
Robert Hess
Bauingenieur Peter Scheiwiller informiert Interessierte über das Wasserbauprojekt. Die Städerriedstrasse wird hier bei den Unterführungen der Zentralbahn und der A8 um 50 bis 80 Zentimeter gesenkt. (Bild: Robert Hess, Alpnach, 19. Oktober 2019)

Bauingenieur Peter Scheiwiller informiert Interessierte über das Wasserbauprojekt. Die Städerriedstrasse wird hier bei den Unterführungen der Zentralbahn und der A8 um 50 bis 80 Zentimeter gesenkt. (Bild: Robert Hess, Alpnach, 19. Oktober 2019)

Am 24. November stellen die Alpnacher Stimmberechtigten an der Urne wichtige Weichen zum Projekt Hochwasserschutz Kleine Schliere. Sie haben über einen Kredit von 35,3 Millionen Franken und einen Kostenanteil der Gemeinde – je nach Beitragshöhe von Bund und Kanton – zwischen 5,8 und 9,8 Millionen Franken (Stand 2019) zu entscheiden.

Vor den Sommerferien hatte der Gemeinderat das Projekt erstmals öffentlich vorgestellt. Seither können sich die Interessierten durch Informationstafeln an zwölf Schlüsselstellen entlang der Kleinen Schliere ein Bild vom Projekt machen. Zudem stellten Fachleute an drei öffentlichen Rundgängen das Projekt vor und beantworteten Fragen. Beim letzten solchen Anlass zum Thema Entlastungskorridor vom 19.Oktober nahmen bei Dauerregen rund 25 Personen teil.

Kanal muss entlastet werden

Das kürzlich beim Regierungsrat zur Prüfung eingereichte Projekt umfasst vier bedeutende Abschnitte: das Entlastungsbauwerk Chlewigen, die Sanierung des Schlierenkanals, die Aufweitung im Unterlauf bis zum Alpnachersee (siehe Link am Ende) sowie den Entlastungskorridor. Dessen Funktion, Linienführung und Ausgestaltung war Bestandteil des letzten Rundgangs vom 19.Oktober. Informiert wurden die Anwesenden von Seppi Berwert, Belop GmbH, Sarnen, sowie Peter Scheiwiller, Schubiger Bauingenieure, Hergiswil.

Der bald hundertjährige Kanal der Kleinen Schliere ist von seinen Erbauern für ein Maximum von 100 Kubikmetern Wasser pro Sekunde dimensioniert worden. Eine Leistung der damaligen Fachleute und Behörden, die beide Referenten am Rundgang würdigten. Mitgeführt werden aber im Kanal seit jeher auch Schwemmholz und Geschiebe. «Eng wird’s, wenn Wassermengen anfallen, welche die bestehende Kapazität des Kanals übersteigen», gab Peter Scheiwiller zu bedenken. Dann wäre das Siedlungsgebiet entlang der Kleinen Schliere gefährdet.

«Mit einem Entlastungsbauwerk im Gebiet Chlewigen soll deshalb die dosierte Weiterleitung von Wasser, Geschiebe und Schwemmholz gewährleistet werden. Dieses Bauwerk wird denn auch als «Herzstück» des Projektes bezeichnet. «Wassermengen von 90 und mehr Kubikmetern pro Sekunde sollen deshalb zum Teil über einen Entlastungskorridor bis ins Gebiet Städerried und in den Alpnachersee geleitet werden», ergänzte Berwert. Geschiebe oder Schwemmholz wird keines durch diesen Entlastungskorridor fliessen. Dafür sorgen entsprechende bauliche Massnahmen im Gebiet Chlewigen.

Tritt einmal der seltene Fall ein, dass der Entlastungskorridor in Funktion treten muss – beim Hochwasser 2005 lag die Wassermenge noch unter der Kapazitätsgrenze des Kanals – würde das Wasser über das natürliche Gefälle in einem Korridor von 30 bis 50 Metern Breite, weitgehend über Kulturland, kontrolliert zum See geleitet. Der Verlauf des Korridors steht fest. Er wird mehrheitlich durch den natürlichen Geländeverlauf, Geländeanpassungen und vereinzelte Mauern bei Strassen und Gebäuden begrenzt.

«Dabei soll das natürlich verlaufende Gelände, wenn immer möglich, den Wasserlauf bestimmen», erklärte Seppi Berwert.

Bestehende Objekte im Korridor, wie zum Beispiel das Grundwasserpumpwerk Feld oder Wohnhäuser und Ställe, werden durch bauliche Massnahmen speziell geschützt. Als Kosten für Bauten und Entschädigungen sind insgesamt rund 5 Millionen Franken budgetiert. Auf dem Weg vom Entlastungsbauwerk Chlewigen bis hinunter zum See müssen ein Wohnhaus und der alte Forstwerkhof mit Nebenanlagen weichen.

Unterführungen werden abgesenkt

Zwei Hürden des Korridors bilden das Trassee der Zentralbahn und die Autobahn A8. Auch dort wird der natürliche Verlauf des Wassers durch die beiden Unterführungen genutzt. Die Städerriedstrasse wird um 50 bis 80 Zentimeter abgesenkt, um genügend Platz für den Durchfluss zu schaffen. Gleichzeitig wird in den Unterführungen Raum für höhere Fahrzeuge geschaffen.

Durch den entstehenden Syphon-Effekt fliesst das Wasser weiter und in voller Breite über das Kulturland Städerried in Richtung Alpnachersee. Wohnbauten und Gebäude der Sportanlagen werden durch bauliche Massnahmen geschützt. Die Herzog Marinecenter AG musste beim Neubau bereits entsprechende bauliche Massnahmen treffen und die Durchlässigkeit zum See gewährleisten. Aus heutiger Sicht soll das gesamte Projekt im Jahre 2025 realisiert sein.

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