GESCHICHTE: Madame Tussauds Spuren führen nach Sachseln

Stammt die berühmte Wachsbildnerin Madame Tussaud aus Obwalden? Anonyme Quellen bringen sie mit einem Sachsler Henker in Verbindung.

Romano Cuonz
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2011 feierte das Wachsfigurenkabinett in London den 250. Geburtstag. Hier posiert Marie Tussaud (Mitte9 mit Königin Elisabeth II, Premierminister David Cameron, Schauspieler Russell Brand, Fussballerpaar David und Victoria Beckham sowie Schauspielerin Helen Mirren (von links). (Bild: Keystone)

2011 feierte das Wachsfigurenkabinett in London den 250. Geburtstag. Hier posiert Marie Tussaud (Mitte9 mit Königin Elisabeth II, Premierminister David Cameron, Schauspieler Russell Brand, Fussballerpaar David und Victoria Beckham sowie Schauspielerin Helen Mirren (von links). (Bild: Keystone)

Das Gerücht, die weltberühmte Madame Tussaud (ledig Marie Grosholtz) stamme in Tat und Wahrheit aus dem obwaldnerischen Sachseln, hält sich hartnäckig. In jüngster Zeit ist ihm Andreas Anderhalden im Zuge der Recherchen zu seiner neuen Obwaldner Medizingeschichte nachgegangen. Einen möglichen Hinweis findet man im berühmten englischen People-Lexikon «Who’s Who». Dort nämlich steht wörtlich: «Marie Tussaud, gebürtige Marie Grosholtz, wurde als Tochter eines Henkers und Scharfrichters am 7. Dezember 1761 in Strassburg geboren».

Verwandt mit dem Henker

Nun besteht aber die Tatsache, dass die Obwaldner 1704 – in der Zeit der Hexenverfolgung – einen Caspar Grosholtz mit Wurzeln im Elsass zu ihrem Scharfrichter gewählt hatten. Nach ihm trat gleich nochmals ein Grosholtz, nämlich Sohn Balz, in seine Fussstapfen. Dieser Johann Balthasar Grosholtz verfügte über umfassende medizinische Kenntnisse, die er zweifelsohne während seiner beruflichen Tätigkeit erwarb. 1721 schrieb er denn ein Medizinbuch. Späterer Besitzer dieses Buches war der berühmte Sarner Arzt Peter Anton Ming.