GISWIL: 1629 begann das finsterste Kapitel

Die Zerstörung der alten Kirche von Giswil durch den Wildbach «Loiwi» im Jahre 1629 war der Auslöser für die brutale Hexenjagd. Sie dauerte in Obwalden bis 1737.

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Lokalhistoriker Ludwig Degelo hat ein dunkles Kapitel in der Obwaldner Geschichte in einem neuen Buch festgehalten. (Bild: Bea Zai/PD)

Lokalhistoriker Ludwig Degelo hat ein dunkles Kapitel in der Obwaldner Geschichte in einem neuen Buch festgehalten. (Bild: Bea Zai/PD)

Der Wildbach Laui, «Loiwi» im Giswiler Dialekt, hat die alte Pfarrkirche von Giswil, 1629 nicht vollständig zerstört, sondern nach verheerenden Regenfällen mit Schlammmassen, Steinen und Baumstämmen übersaart und dabei massiven Schaden angerichtet. Einhellig wurde beschlossen, eine neue Kirche auf dem Zwingel, wo sie heute noch steht, zu bauen. Der Giswiler Pfarrer Wanner war treibende Kraft beim Neubau, leider später auch führend bei der Hexenverfolgung. Das Wasser soll nach ihm von Unholden und Hexen gegen die Kirche zugeleitet worden sein. Was diese unter Folter später auch zugaben, 33 Frauen und Männer aber auch Kinder wurden im Jahre des Kirchenunterganges hingerichtet.

Der bekannte Lokalhistoriker Ludwig Degelo, Verfasser des 107-seitigen Buches «Loiwi», hat die Berichte von Pfarrer Wanner sowie viele weitere Aussagen im Buch in mühsamer und zeitaufwendiger Arbeit aus alten oft kaum mehr leserlichen Akten im Staatsarchiv transkribiert. Es erscheint vor der Premiere des Freilichttheaterstücks «Hexä machä» von Romano Cuonz am 24. Mai 2013. «Der Aufarbeitung der ganzen Geschichte rund um die Hexen in Obwalden, die in einer Zeit begann, als noch die Pest wütete und die «Kleine Eiszeit» Missernten, Kälte, Hunger und grosse Not brachte, ging mir ausserordentlich nahe», sagt Ludwig Degelo.

Bea Zai

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