Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

GISWIL: 3,3 Tonnen Heu müssen ins Tal – per Schlitten

Ende August hatten einheimische Jäger im Gebiet Horlachen aus Bergheu zwei Tristen erstellt. Am Stephanstag wurde das Futter zum Bauernhof Hinterbrenden gefahren.
Robert Hess
Beim Heutransport mit Schlitten braucht es viel Kraft und Geschicklichkeit. (Bild: Robert Hess (Giswil, 26. Dezember 2017))

Beim Heutransport mit Schlitten braucht es viel Kraft und Geschicklichkeit. (Bild: Robert Hess (Giswil, 26. Dezember 2017))

Robert Hess

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Nebel schleichen sich am frühen Morgen des Stephanstages um den Sarnersee, während die Bewohner des Dorfes und der oberen Gebiete Giswils bereits mit klarer Sicht den sonnigen Tag begrüssen. Unterwegs ins Gebiet Horlachen auf 1400 m ü. M. sind um 7 Uhr gut zwei Dutzend Giswiler Jäger sowie Kollegen und Naturfreunde, die jeweils am Stephanstag eine rund dreissigjährige Tradition pflegen. Als ob es Regie wäre, kreuzen mit kraftvollen Sprüngen einige Hirsche die Bergstrasse vom Grossteil zur Schutzhütte Gruonholz. Ein wunderschöner Anblick in der Morgendämmerung!

Seit 30 Jahren gilt es, die Ende August von den Giswiler Jägern erstellten Tristen (wir berichteten) am Stephanstag «zu fassen», wie es Jäger und Organisator Ruedi Wolf formulierte. Das Tristenheu wird auf Hornschlitten zum Bauernhof Hinterbrenden von Wisi Epp gebracht, wo das «konservierte Bergheu» den Tieren verfüttert wird.

Bevor es so weit ist, hat die Gruppe aber noch ein hartes Stück Arbeit zu verrichten. Vom «Gruonholz» geht es auf der verschneiten Waldstrasse vorerst noch bergwärts mit einem geländegängigen Fahrzeug. Doch rund 1,5 Kilometer unterhalb des Zieles beginnt der Marsch. Die 22 Schlitten müssen auf dem schmalen und zum Teil steilen Waldweg zum «Horlachä» getragen werden – das wird einige Schweisstropfen kosten.

Arbeitsbeginn bei Sonnenaufgang

Gegen 8.30 Uhr kündigt sich der Sonnenaufgang an, und das ist zufällig auch der Startschuss zur eigentlichen Arbeit. Die beiden Tristen, rund 4,5 Meter hoch mit einem unteren Durchmesser von rund 4 Metern, müssen Schicht für Schicht sorgfältig «gefasst» und auf die bereitstehenden Schlitten aufgehäuft werden. «Gesichert wird die Ladung mit einer ‹Bläche›, einem Doppelseil sowie einem einfachen Seil zum Binden», erklärt Ruedi Wolf. Er ist zusammen mit seinem Jägerkollegen Wisi Epp einer der ­Initianten der rund 30-jährigen Tradition und leistet in der Vorbereitung und vor Ort viel Organisationsarbeit. Eigentliche Befehle sind allerdings kaum notwendig. Jeder weiss, was zu tun ist, damit nach rund zweistündiger Arbeit und dem anschliessenden Znüni die Schlitten mit Ladungen von je gut 150 Kilo Heu bereit zur Talabfahrt sind.

Im Verlauf des Vormittags ist der «Personalbestand» auf über 30 Personen angewachsen. Eine davon ist der 18-jährige Jonas Wolf, Baumaschinenmechaniker im 3. Lehrjahr. Er stammt nicht aus einer Jägerfamilie, ist aber als Naturfreund bereits seit rund zehn Jahren mit seinem Vater und dem Bruder dabei. «Ich verbringe diesen Tag jedes Jahr gerne in der Natur, schätze die Kameradschaft und werde auch künftig den Stephanstag in den Terminkalender aufnehmen.»

Endlich wieder Talfahrt mit Schnee

Um 12 Uhr macht sich der Tross bereit zur Talfahrt. Alle sind glücklich, dass wieder einmal eine Schneeabfahrt gesichert ist. Erster Teil ist der Waldweg, und da ist Kraft, verbunden mit Geschicklichkeit, gefragt. Auf der zweiten Etappe bis zum «Gruonholz» können die Schlitten und Fahrer auf der Bergstrasse demonstrieren, was in ihnen steckt. Beim «Gruonholz» werden sie von Angehörigen und Freunden mit Beifall empfangen, und dort steigt denn auch eine gemütliche Chilbi. Die dritte Etappe führt zum Bauernhof Hinterbrenden, wo sie die Heuladung Landwirt Wisi Epp übergeben. An allfälligen Verlusten auf dem Weg haben bestimmt die Wildtiere ihre Freude!

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.