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GISWIL: Ausflug endet im Erstickungstod

Ein Mann und seine Freundin wollten nahe der Mörlialp ein Wochenende in ihrem Camperbus verbringen. Als sie nachher nicht am Arbeitsplatz erschienen, ging die grosse Suche los.
Markus von Rotz
Einsatzwagen der Kantonspolizei Obwalden (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Einsatzwagen der Kantonspolizei Obwalden (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Markus von Rotz

markus.vonrotz@obwaldnerzeitung.ch

Der 38-jährige D. aus Giswil und seine 34-jährige Freundin B. aus Wilen waren wiederholt mit einem zum Campieren umgebauten Bus unterwegs. Auch vor einer Woche war es so weit. Mit Schneeketten ausgerüstet fuhren sie mit dem Bus in Giswil in die Höhe. Sie richteten es sich gemütlich ein, hatten genug zu essen und zu trinken dabei. «Sie planten offenbar ein gemeinsames Wochenende», sagt Staatsanwalt Bernhard Schöni auf Anfrage.

Es war ein kaltes Wochenende. Irgendwann in der Nacht wurde es ihm oder ihr zu kalt, so nehmen die Untersuchungsbehörden an. Auf jeden Fall fanden sie am Fuss­ende im Bus eine Art Pfanne, in welche wohl warme Kohle aus der Feuerstelle im nahen Unterstand gelegt worden war. Das schliessen die Behörden aus einer Delle in der Feuerstelle. «Eine Holzlatte am Fussende lässt vermuten, dass sie das auch schon früher so gehandhabt haben.» Doch diesmal endete es fatal. Die Autofenster waren geschlossen. «Es kam zu einer Kohlenmonoxid-Vergiftung», sagt Schöni. Kohlenmonoxid rieche man nicht, und das gehe schnell. «Man schläft einfach ein.»

Die beiden erlitten einen Erstickungstod. «Wir gehen klar von einem Unfallereignis aus und haben absolut keine Veranlassung, etwas anderes anzunehmen», betont Schöni, der für die abwesende zuständige Staatsanwältin Esther Omlin Auskunft gibt. Das bestätigt auch Christoph Fries, Chef der Obwaldner Kriminalpolizei: «Ich unterschreibe die Aussage, dass wir nichts fanden, das auf etwas anderes als einen Unfall hindeuten würde.»

Arbeitgeber meldete Frau als vermisst

Alarmiert worden war die Polizei am Montagmorgen vom Arbeitgeber der vermissten Frau, weil diese nicht zur Arbeit in Sarnen erschienen war. Das war vor zehn Tagen, am 22. Januar. «Als wir beim Arbeitgeber des Verstorbenen erfuhren, dass sein Mitarbeiter auch nicht erschienen war, begann man mit der Suchaktion», sagt Schöni. «Die Polizei stellte fest, dass ihr Auto vor dem Haus ihres Freundes stand und dessen Camperbus weg war.» Die Suche gestaltete sich schwierig. Der Unfallort ist sehr abgelegen in der Kleinschwand an der alten Mörlistrasse oberhalb Giswil.

Gefunden wurden sie dank Handyortung

«Als die beiden am Dienstag immer noch nicht aufgetaucht waren, mussten wir, auch aufgrund weiterer Informationen, von einer Gefährdung ausgehen und leiteten eine Notsuche ein», sagt Christoph Fries. Bei erwachsenen Personen sei man vorerst jeweils zurückhaltend mit Massnahmen und Informationen, wenn es keine Hinweise auf ein Delikt gebe. «Wir haben aber den Fall ernst genommen, an den Wohnorten der beiden Nachschau gehalten und ihr Verschwinden den anderen Polizeikorps gemeldet für den Fall, dass sie irgendwo auftauchen sollten.»

Überdies wurden wie üblich bekannte Bezugspunkte der Personen abgefahren. Zur eingeleiteten Notsuche gehört auch die Suche via Mobiltelefon: «Wir liessen das Handy orten und haben uns dabei auch von der Kantonspolizei Zürich helfen lassen, die uns mit einem Helikopter mit IMSI-Catcher unterstützt hat.» Das ist eine fliegende Handyzelle, auf welche das Handysignal umgeleitet wird. Dieses Mittel hatte auch im Juni bei der Bergung eines verunglückten Berggängers in Sachseln geholfen. «Wir haben die beiden dank der Ortung gefunden», sagt Fries. Das war am frühen Mittwochmorgen gegen 6 Uhr.

Ob Alkohol im Spiel war, weiss Schöni nicht. «Es wurde keine toxikologische Untersuchung angeordnet. Dazu bestand kein Grund.» Dafür schieben er und Fries den Hinweis nach, dass man nie in geschlossenen Räumen offenes Feuer entfachen soll. Zum Todesfall von D. sagt dessen Arbeitgeber: «Das ist einfach absolut tragisch.» Er sei ein «immer aufgestellter und zuverlässiger Mitarbeiter» gewesen. «Er war 18 Jahre bei mir angestellt, seit der Rekrutenschule. Er gehörte zu uns wie in einer grossen Familie.»

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